08.11.2012 11:59
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Commerzbank setzt sich bescheidenere Ziele

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die teilverstaatlichte Commerzbank gibt sich deutlich bescheidener als noch vor einigen Jahren. Nachdem das Institut früher ausgegebene konkrete Gewinnziele für 2012 längst gekippt hatte, ist Vorstandschef Martin Blessing mit seinem Blick in die nähere Zukunft nun vorsichtiger geworden. Bei Vorstellung der neuen Strategie kündigte er am Donnerstag lediglich an, 2016 im Kerngeschäft eine Eigenkapitalrendite von mehr als 10 Prozent nach Steuern erzielen zu wollen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten über die künftigen Regeln für Banken gab das Institut kein neues absolutes Gewinnziel. 2009 hatte die Bank für das Jahr 2012 noch vier Milliarden Euro operativen Gewinn anvisiert.

 

    Das Verhältnis von Kosten zu den Einnahmen soll bis 2016 auf 60 Prozent sinken. Dies will der Konzern durch harte Einsparungen erreichen, mit deren Hilfe er die Gesamtaufwendungen in den kommenden Jahr in etwa stabil bei den für 2012 erwarteten 7,2 Milliarden Euro halten will. Kompensieren will die Bank neben den erwarteten Lohnerhöhungen dabei auch die angekündigten Investitionen von 2 Milliarden Euro. Die Vorsorge für faule Kredite will die Bank von 1,7 Milliarden Euro in diesem Jahr auf dann 1,2 Milliarden senken.

 

    Im Privatkundensegment will die Commerzbank ihre operative Rendite von 7 Prozent in den ersten neun Monaten 2012 auf mehr als 12 Prozent im Jahr 2016 steigern. Die Kostenquote soll von 88 auf 80 Prozent sinken. Ziel ist für 2016 ein operativer Gewinn von 500 Millionen Euro. Von der einst für 2012 angekündigten eine Milliarde ist dagegen keine Rede mehr.

 

    Die zuletzt starke Mittelstandsbank soll ihre Rendite über 20 Prozent halten, in den ersten neun Monaten dieses Jahres schaffte der Ertragsbringer dank der stabilen deutschen Wirtschaft sogar 29 Prozent. Im Investmentbanking soll die Rendite von 11 auf 15 Prozent steigen und die Kostenquote von 77 auf 65 Prozent sinken. In Osteuropa will die Commerzbank eine Profitabilität von 15 Prozent nach zuletzt 9 Prozent schaffen.

 

    Bei den abzuwickelnden Geschäften will die Commerzbank vorsichtig und wertschonend vorgehen. Zur konzerneigenen Bad Bank gehören die Gewerbeimmobilien- und Schiffsfinanzierung sowie der Staatsanleihenbestand. Die Abbausparte soll ihr Portfolio von derzeit 160 Milliarden Euro bis 2016 um mehr als 40 Prozent verkleinern. Das soll vor allem darüber gelingen, dass Anlagen einfach auslaufen. Verkäufe stehen laut Commerzbank nicht im Mittelpunkt, da dies in der Regel mit hohen Abschlägen verbunden ist.

 

    Die Stärkung der Kapitalbasis soll im gesamten Umbauprozess im Fokus stehen. Die Eigenkapitalquote nach den neuen Vorschriften (Basel III) soll stets über 9 Prozent liegen, allerdings unter Berücksichtigung der jeweiligen Übergangsregeln. Viele internationale Großbanken versuchen die bis 2019 geplanten Vorschriften schon jetzt zu schaffen. Die Commerzbank machte deutlich, dass sie auch für 2012 und 2013 auf eine Dividende verzichten wird, um Kapital zu sparen./enl/kja/zb

 

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