von Lars Winter, Euro am Sonntag
Wenn am 5. September die Entscheidung über die Neubesetzung der deutschen Indizes fällt, könnte es im DAX gleich zu zwei Wechseln kommen. Während der Aufstieg des Autozulieferers Continental im Austausch gegen den Lkw-Hersteller MAN so gut wie sicher ist, hängt ein zweiter Austausch — der des Chemiekonzerns Lanxess gegen den Einzelhandelsriesen Metro — am seidenen Faden.
„Für Lanxess ist es mit Blick auf den Börsenwert des Streubesitzes noch eine enge Kiste“, sagt Silke Schlünsen, Indexexpertin bei der Close Brothers Seydler Bank. „Ob der Aufstieg im September gelingt, entscheidet sich wohl erst zum Schluss.“ Grundsätzlich gilt: Ein Nichtindexwert, der sowohl bei der Kapitalisierung als auch beim Handelsvolumen auf Platz 30 oder besser rangiert, wird aufgenommen, sofern ein Indexmitglied in einem Punkt schlechter ist als Rang 35. Sowohl Metro mit Platz 38 beim Börsenwert und Rang 21 bei Ordervolumen als auch MAN (40/22) wäre nach Berechnung von Schlünsen aktuell disqualifiziert.
Im Gegenzug würden Continental (24/28) und Lanxess (30/29) die Aufstiegskriterien erfüllen. „Wenn Lanxess beim Börsenwert des Streubesitzes den aktuellen Platz 30 hält, wäre der Wechsel gesetzt“, sagt Schlünsen und verweist darauf, dass sich die Deutsche Börse bei ihrem Indexentscheid im DAX meistens an harten Fakten orientiert. Der DAX-Platz von Metro hängt also an Lanxess. Und dass der Chemikalienspezialist in den verbleibenden zehn Börsentagen noch einknickt, ist eher unwahrscheinlich.
Die Firma legte gute Zahlen vor und tourt gerade auf Roadshow durch die Lande. Zuletzt hatte die Aktie von Lanxess auf Basis des Schlusskurses von Freitag bei 60,80 Euro noch einen recht großen Puffer von fast fünf Euro, um nicht auf Platz 31 abzurutschen.