08.01.2013 03:00
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Volkswagen-Aktie: Warum die Aktie ein Top-Pick bleibt

DAX-Konzern im Fokus: Volkswagen-Aktie: Warum die Aktie ein Top-Pick bleibt | Nachricht | finanzen.net
DAX-Konzern im Fokus

Sie läuft und läuft und läuft - die Aktie des Wolfsburger Autokonzerns legt einen Blitzstart hin. Warum das Papier weiter steigen wird.

€uro am Sonntag

von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Heimspiel für Amerikas Autokonzerne. Ab dem 14. Januar präsentiert die PS-Branche auf der Detroit Motor Show ihre neuesten und wichtigsten Modelle. Die drei großen US-Konzerne General Motors (GM), Ford und Chrysler haben die ­Finanzkrise in bemerkenswert guter Verfassung überstanden und strotzen vor Zuversicht. Denn die Amerikaner haben trotz hoher Arbeitslosigkeit und Steuerstreit in Washington ihre Freude am Auto wiederentdeckt.

Im vergangenen Jahr stieg der Auto­absatz in der größten Volkswirtschaft der Welt um 13 Prozent auf 14,5 Millionen Fahrzeuge. Damit bleiben die USA der größte Markt der Branche und neben China wichtiges Gegengewicht zur Krisenregion Westeuropa. Dort ging der Absatz 2012 um acht Prozent zurück.

Die beiden divergierenden Trends dürften sich auch im neuen Jahr fortsetzen: Während der deutsche Branchenverband VDA für Westeuropa mit einem Rückgang von drei Prozent rechnet, erwartet das Marktforschungsunternehmen Polk für die USA einen Zuwachs von knapp sieben Prozent.

Dominiert wird der amerikanische Markt unverändert von GM, Ford und Chrysler, die sich rund 45 Prozent des Geschäfts teilen. Der heimliche Gewinner aber kommt aus Deutschland: VW. Nach absoluten Zahlen sind die Wolfsburger in den USA noch immer schwach vertreten. Die Marke VW kommt lau Daten des CAR-Center auf ­einen Anteil von nur drei Prozent. Der Trend aber geht klar nach oben: 2012 steigerte Volkswagen seinen US-Absatz nach eigenen Angaben um 35 Prozent auf 438 000 Stück, deutlich stärker als die Konkurrenz.

Wichtigstes Produkt von Volkswagen in den Staaten ist nach dem Jetta der Passat, der inzwischen ein Viertel des US-Absatzes der Wolfsburger ausmacht. Die amerikanische Version des Klassikers wird in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee produziert. Der Einstiegspreis liegt laut CAR unter dem des Camry, des Konkurrenzmodells von ­Toyota. Die aggressive Preispolitik geht zulasten der Profitabilität, bringt aber Verkaufsvolumen und legt die Basis für weiteres Wachstum. Volkswagen dürfte auch im Jahr 2013 seine Marktposition verbessern, kalkuliert CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer.

Frank Schwope von der NordLB sieht für den Konzern in den Vereinigten Staaten Potenzial besonders im Premiumbereich: „Audi dürfte den Rückstand auf Mercedes und BMW deutlich verkürzen. Mehr als 200 000 verkaufte Fahrzeuge im Jahr in den USA sollten auch für Audi langfristig möglich sein.“

Zugleich spricht der langfristige Trend für gute Aussichten des Autokonzerns: „Vor der Finanzkrise sind in den USA zwischen 1999 und 2007 pro Jahr zwischen 16,5 Mio. und 17,5 Mio. Fahrzeuge verkauft worden. Diese Größenordnung ist auch für die Zukunft realistisch, allein schon weil die US-Bevölkerung stetig wächst“, erklärt Schwope.

Massive Kursgewinne
Das Vertrauen der Börsianer in die deutschen Autohersteller ist groß. Über die vergangenen sechs Monate hat Daimler — trotz einer Gewinnwarnung — rund 15 Prozent an Wert gewonnen. BMW legte um fast 30 Prozent zu, VW um fast 40  Prozent. Am ersten Handelstag im neuen Jahr gehörten die drei wieder zu den Topwerten im DAX. Und das, obwohl die Konzerngewinne 2013 wohl nur leicht zulegen dürften. Das durch Sondereffekte stark verzerrte Netto­ergebnis von Volkswagen dürfte sogar schrumpfen. Neben der schwachen Geschäftsentwicklung in den westeuropä­ischen Absatzmärkten belasten hohe Investitionen die Bilanzen. Diese Ausgaben sollten sich aber langfristig auszahlen.

Dank der starken Stellung der deutschen Premiummarken in den Wachstumsmärkten USA und China dürften die Aktien der deutschen Autohersteller weiterhin zu den Besten der Branche zählen. Nach den deutlichen Kursgewinnen in der zweiten Jahreshälfte 2012 ist die Redaktion mit ihrer Einschätzung allerdings vorsichtig geworden. Derzeit haben wir nur noch Volkswagen als breit aufgestelltes Schwergewicht unter den deutschen Autobauern auf unserer Empfehlungsliste.

Investor-Info

Fazit: Volkswagen profitiert aufgrund seiner Masse von Größenvorteilen in Produktion sowie Forschung und Entwicklung. Der Absatz in China und Nordamerika hilft, Schwächen in Europa aufzufangen. Die Aktie bleibt unser Top-Pick in der Autobranche.

ISIN: DE0007664039
Kursziel: 195,00 Euro
Stopp: 138,00 Euro

Die größten Autobauer

 

Platz 17: Mitsubishi

Wie auch im 1. Quartal 2012 eröffnet Mitsubishi das Ranking der größten Autobauer. Von April bis Juni 2012 setzte das Unternehmen 239.000 Fahrzeuge ab, was einem Rückgang von 10 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Quelle: Ernst & Young, Bild: www.mitsubishi-motors.de

Bildquellen: VW AG, iStock/shaunl

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