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22.01.2012 03:00

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DAX-KONZERNE

Investoren wittern Morgenluft

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Dank unerwartet guter Frühindikatoren wächst unter Börsianern wieder die Zuversicht
Schuldenkrise und Rezessions­gefahren sorgten lange für Depression auf dem Parkett. Doch jetzt fassen Investoren wieder Vertrauen. Die Gründe, die Aussichten.

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Dank unerwartet guter Frühindikatoren wächst unter Börsianern wieder die Zuversicht. „Konsens ist bisher ein schwaches erstes Halbjahr mit einer schwachen Rezession in Deutschland. Dafür gibt es aber, wie sich auch aus den Äußerungen der meisten DAX-Konzerne ablesen lässt, bisher wenig Anzeichen. Die Zuversicht der deutschen Unternehmen scheint sich zu bestätigen“, sagt Carsten Klude, Aktienstratege der Bank M.M. Warburg & Co.

Der DAX hat seit Jahresbeginn um über acht Prozent zugelegt. Sollten die Konzerne in der bevorstehenden Berichtssaison den Eindruck bestä­tigen, dass die deutsche Wirtschaft an einer Rezession vorbeikommt, dürfte der Leitindex sein Plus seit Jahresbeginn erheblich ausbauen. Die Strategen der Deutschen Bank haben die Kursentwicklung des DAX während der Rezessionsphasen seit 1970 untersucht. Ihr Fazit: Sobald an den Märkten das Ende einer Rezession in Sicht war, legte der DAX anschließend um über 30 Prozent zu.

Besser als die Konkurrenz?
Interessant wird nun sein, ob deutsche Firmen in den kommenden Wochen bessere Zahlen als die europäische Konkurrenz präsentieren. Unwahrscheinlich ist das nicht. Lars Slomka, Leiter der Aktienstrategie für deutsche Aktien bei der Deutschen Bank, verweist in diesem Zusammenhang auf die „stabile Entwicklung“ der Frühindikatoren wie Ifo und ZEW.

Das ZEW-Barometer war im Januar so stark gestiegen wie noch nie seit Umfragebeginn 1991. Der deut­liche Sprung signalisiert Ökonomen zufolge, dass Deutschland kein weiterer konjunktureller Abstieg bevorsteht.


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Die Berichtssaison startet am Mittwoch mit SAP. Der größte europäische Softwarekonzern hat Anleger mit vorläufigen Zahlen bereits positiv überrascht. Die größte Coup gelang aber der Commerzbank (siehe links). Die Bank will ihre Eigenkapitallücke von 5,3 Milliarden Euro ohne Staatshilfe und Kapitalerhöhung schließen. Die Aktie legte in Folge der Nachricht um 15 Prozent zu.

Falsch erwischt
Viele Aktienstrategen und Investoren wurden durch die jüngste Rally auf dem falschen Fuß erwischt. Angesichts der Risiken aus der europäischen Schuldenkrise gingen sie auf Nummer sicher, favorisierten defensive Sektoren wie Pharma oder Konsum und erhöhten die Cashreserven in den Aktiendepots.

Seit Jahresbeginn sind es aber vor allem die zyklischen Aktien, die laufen. Kurstreiber im DAX sind neben der Commerzbank die Aktien der drei Autokonzerne sowie die Papiere von MAN und Infineon. Auch bei den Nebenwerten sind viele Zykliker stark angesprungen. Gestützt wird der Trend durch positive Konjunkturnachrichten aus den wichtigen Märkten USA und China. Vor allem in Amerika zeigt sich die Wirtschaft erstaunlich robust.

Aus charttechnischer Sicht hat der DAX zum Wochenschluss die wichtige 200-Tage-Linie nach oben durchbrochen. Auch das ist ein positives Signal. Dennoch sollten Anleger nicht zu euphorisch werden. So sieht M.M. Warburg aufgrund der vielen ungelösten Probleme und konjunktureller Unsicherheiten den DAX zum Jahresende weiterhin nur bei 6000 Punkten.

Bildquellen: Julian Mezger

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