Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt musste am heutigen Handelstag abermals deutliche Verluste hinnehmen. Der
Dax sackte bis Sitzungsende um 3,08 Prozent ab und schloss bei 4.220,20 Punkten. Das Tief lag aber gut 100 Zähler tiefer. Der
MDAX gab 3,53 Prozent ab auf 4.752,78 Punkte. Belastet von verheerenden Arbeitsmarktdaten, anhaltenden Sorgen vor einer schweren Rezession und negativen Vorgaben aus Asien ist die Wall Street am Nachmittag schwächer in den Tag gestartet. Die schlechte Stimmung schlägt auch voll auf den
Ölpreis durch. Erstmals seit 2005 war ein Barrel Crude Oil kurzzeitig wieder für unter 50
Dollar zu haben.
Laut Angaben des US-Arbeitsministeriums hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche unerwartet verschlechtert. So wuchs die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den höchsten Stand seit Juli 1992. Volkswirte hatten im Vorfeld eine Verbesserung am Arbeitsmarkt erwartet. Daneben ist auch der Philadelphia Fed-Index überraschend gesunken.
Die Aktie der HRE setzte ihre Talfahrt in unvermindertem Tempo fort und knickte am Indexende um mehr als 16 Prozent ein. Papiere der Deutschen Bank gaben über 9 Prozent und die der Commerzbank gut 8 Prozent ab. Kräftige Kursverluste von jeweils mehr als 5 Prozent waren unter anderem bei ThyssenKrupp, K+S, Volkswagen und E.ON auszumachen.
Nach anfänglichen Verlusten legten BASF 2,3 Prozent zu. Der Chemiekonzern hat gestern eine Drosselung der Produktion angekündigt und seinen Ausblick zurückgeschraubt. Wie heute bekannt wurde, war das Übernahmeangebot für den Schweizer Spezialchemiekonzern Ciba erfolgreich. Papiere der Deutschen Postbank schlossen mit 1,5 Prozent im Plus. Der Wert konnte bereits gestern von Gerüchten um eine schnelle Komplettübernahme durch die Deutsche Bank profitieren.
GAGFAH sackten im MDAX nach einem starken Auftakt um über 2 Prozent ab. Der Immobilienkonzern hat in den ersten neun Monaten einen Ergebnisrückgang verzeichnet und seinen Ausblick kassiert. Am Indexende gaben HeidelbergCement mehr als 13 Prozent ab.
Im SDAX rutschten ARQUES um knapp 12 Prozent ab. Das Beteiligungsunternehmen hat in den ersten neun Monaten 2008 einen Ergebnisrückgang verbucht. Zudem wurden die Jahresziele angesichts der weiter schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen angepasst. Sixt verloren 6,1 Prozent. Trotz des widrigen Umfelds strebt der Vorstand unverändert an, im Gesamtjahr den operativen Konzernumsatz zu steigern. In den ersten neun Monaten sank das Ergebnis trotz gestiegener Erlöse. MVV Energie tendierten nach Zahlenvorlage knapp behauptet.
Schlusskurse (17:36 Uhr):
DAX: 4.220,20 (-3,08 Prozent)
MDAX: 4.752,78 (-3,53 Prozent)
Tagesgewinner: BASF, Münchener Rück, Deutsche Postbank
Tagesverlierer: HRE, Deutschen Bank, Commerzbank
Unternehmensnachrichten:
Der Chemiekonzern BASF SE teilte heute mit, dass das definitive Endergebnis für das öffentliche Übernahmeangebot an die Aktionäre des schweizerischen Chemiekonzerns Ciba Holding AG (ISIN CH0005819724/ WKN 905373) vorliegt. Insgesamt hält BASF nun auf 94,59 Prozent der ausgegebenen Ciba-Aktien.
Der Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gab heute bekannt, dass Siemens Water Technologies mit der ersten außerhalb Nordamerikas eingesetzten Anlage seine mobilen Wasseraufbereitungslösungen nun auch im Nahen Osten etabliert hat. Den Angaben zufolge unterstützt Siemens auf dem nordamerikanischen Kontinent bereits die Versorgung vieler tausend kommunaler und industrieller Kunden. Das von Siemens an Saudi Aramco gelieferte System mit einer Leistung von 50 m3/h verwendet Filtermedien in Verbindung mit einer nachgeschalteten Umkehrosmose, um Grundwasser für die Verwendung als Trinkwasser aufzubereiten.
Der Sportartikelhersteller adidas AG (ISIN DE0005003404/ WKN 500340) gab heute bekannt, dass er die ausstehenden Aktien der Ashworth Inc. (ISIN US04516H1014/ WKN 885358) zu einem Kaufpreis von 1,90 Dollar pro Aktie in bar erfolgreich übernommen hat. Infolge der Übernahme wird Ashworth zu einer vollständigen Tochter von TaylorMade-adidas Golf.
Die GAGFAH S.A. (ISIN LU0269583422/ WKN A0LBDT) musste für die ersten neun Monate 2008 einen Gewinnrückgang ausweisen. Wie der Immobilienkonzern heute erklärte, ist das EBIT vor Bewertungsgewinnen/ -verlusten um 5 Prozent gestiegen. Das Ergebnis vor Steuern vor Bewertungsgewinnen/ -verlusten war hingegen rückläufig. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet GAGFAH, dass der FFO um ca. 15 Prozent geringer ausfallen wird als ursprünglich veröffentlicht. Der Rückgang des FFO liegt im Wesentlichen darin begründet, dass einerseits die Integration und Stabilisierung unserer kürzlich erworbenen kleineren Portfolios länger gedauert hat als erwartet und sich andererseits die Steuerquote im Vergleich zum Jahr 2007 erhöht hat.
Die Symrise AG (ISIN DE000SYM9999/ WKN SYM999), ein Hersteller von Duft- und Geschmackstoffen sowie kosmetischen Inhaltstoffen, gab heute bekannt, dass sie im Rahmen eines gemeinsamen Entwicklungsprojektes mit dem Biotech-Spezialisten BRAIN und dem Naturstoffunternehmen AnalytiCon Discovery zwei neue Kosmetikwirkstoffklassen einlizenziert und sich damit die weltweiten Vermarktungsrechte gesichert hat. Wie das Unternehmen nun mitteilte, sind zum 1. Oktober 2008 die exklusiven Vermarktungsrechte an zwei dieser Aktivstoff-Gruppen auf Symrise übertragen worden.
Das Beteiligungsunternehmen ARQUES Industries AG (ISIN DE0005156004/ WKN 515600) musste in den ersten neun Monaten 2008 aufgrund der sich deutlich verschlechternden konjunkturellen Rahmenbedingungen einen Ergebnisrückgang verbuchen. Wie der Konzern heute erklärte, wurde der Konzernumsatz mehr als vervierfacht. Insbesondere rückläufige Ergebnisbeiträge aus Erstkonsolidierungseffekten sowie niedrigere Erlöse aus Unternehmensverkäufen führten zu einem Rückgang des EBITDA um 73 Prozent. Das Konzernergebnis war negativ, gegenüber einem Vorjahresgewinn. Angesichts weiter schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen passt ARQUES seine Jahresziele für das Gesamtjahr 2008 an und erwartet nunmehr einen Umsatz von mindestens 5,0 Mrd. Euro und ein EBITDA von mindestens 100,0 Mio. Euro.
Fahrzeugvermieter Sixt AG (ISIN DE0007231326/ WKN 723132) hat in den ersten neun Monaten 2008 in beiden Geschäftsbereichen Autovermietung und Leasing deutliche Umsatzzuwächse über Marktdurchschnitt verzeichnet, das Konzernergebnis hat sich hingegen verringert. Der Rückgang des EBT sei ausschließlich auf ein deutlich schlechteres Finanzergebnis zurückzuführen. Der Konzernüberschuss nach Minderheitenanteilen sank um 7,7 Prozent. Trotz dieses widrigen Umfelds strebt der Vorstand unverändert an, im Gesamtjahr 2008 den operativen Konzernumsatz zu steigern. Beim Konzern-EBT wird mit einer Größenordnung von 100 Mio. Euro gerechnet.
Der Energieversorger MVV Energie AG (ISIN DE000A0H52F5/ WKN A0H52F) konnte nach vorläufigen Angaben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 seinen Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen. Wie Konzern heute erklärte, erhöhte sich der Jahresumsatz ohne Energiesteuern um rund 17 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) lag ohne Berücksichtigung der nach den internationalen Bewertungsrichtlinien zu bilanzierenden Energiehandelsgeschäfte um 25 Prozent über dem Vorjahr. (20.11.2008/ac/n/m)