LONDON (dpa-AFX Broker) - Analyst Vincent de Blic verwies in seiner Studie am Freitag auf einen zwar bereits zwei Wochen alten Artikel in "Moskovskiye Novosti" vom 21. Dezember, der seines Erachtens am Markt wohl übersehen worden sei. Diesem zufolge hat der russische Gasproduzent Gazprom in seinem Budget für dieses Jahr sieben Milliarden
Dollar für nachträgliche Zahlungen für Kunden aus Europa eingestellt. Hintergrund dürften nach Ansicht des Experten die Verhandlungen der großen Abnehmer wie RWE und Eon mit dem Gasriesen sein. Eon beließ der Experte derweil auf "Overweight" und RWE auf "Underweight".
Angesichts für sie ungünstiger Langzeitverträge diskutierten die Großabnehmer seit geraumer Zeit mit Gazprom über eine Neugestaltung der Verträge, zum Teil in Schiedsgerichtsverfahren. Sollten die Russen nun Rückstellungen gebildet haben, dürfte sich dieses Umdenken für das verlustreiche Gasgeschäft der deutschen Konzerne günstig auswirken. Mehr Klarheit könnte es am 10. Februar geben, wenn Gazprom seine Zahlen zum dritten Geschäftsquartal bekannt gibt. Bislang sei es Marktkonsens, dass die Konzerne im Gasgeschäft 2013 bis 2014 in die Gewinnzone zurückkehren. Durch rückwirkende Preissenkungen würden zwar in erster Linie die Risiken für die mittelfristigen Gewinnaussichten gesenkt, es winke jedoch auch ein ordentliches Ergebnis im laufenden Jahr.
Insgesamt dürfte die Berechenbarkeit für die Konzerne diesbezüglich bis Anfang März gering sein, weshalb der zunächst vage Ausblick für das laufende Jahr noch Spielraum nach oben habe.
Gemäß der Einstufung "Overweight" geht JPMorgan davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten besser als der vom Analystenteam beobachtete Sektor entwickeln wird, im Falle von "Underweight" schlechter./ag/ck
Analysierendes Institut JPMorgan.
Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum