Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Trotz schwacher Vorgaben aus Übersee hellt sich die Stimmung der deutschen Marktteilnehmer zur Tagesmitte hin weiter auf. Nach einem freundlichen Handelsauftakt tendiert der
Dax gegen Mittag 0,69 Prozent fester bei 5.488,62 Punkten, der
MDAX legt daneben um 0,60 Prozent auf 7.584,44 Zähler zu.
Ein Rückgang beim Euro verhilft den Automobiltiteln zu Gewinnen. Aktien von Volkswagen legen 1,4 Prozent, Anteilsscheine von DaimlerChrysler 1,3 Prozent und BMW-Papiere 1 Prozent zu. Daneben erholen sich Infineon-Titel von den deutlichen Freitagverlusten und erhöhen sich um 2 Prozent, ähnlich starke Gewinne verbuchen außerdem Papiere der Deutschen Lufthansa und die der Hypo Real Estate. Anteilsscheine des Pharmakonzerns Bayer, der eine Zulassung durch die EU-Kommission für das Medikament Nexavar erhalten hat, stehen ebenfalls auf der Kaufliste der Börsianer und steigen um 1,8 Prozent.
Die T-Aktie kann die morgendlichen Gewinne weiter ausbauen und tendiert 0,5 Prozent fester. Einem Pressebericht zufolge will die Deutsche Telekom den Pay-TV-Sender Arena beim Preis für das Bundesliga-Abo unterbieten, hat derzeit aber noch mit technischen Problemen bei T-Home zu kämpfen. Gegen den Trend verlieren hingegen Henkel-Papiere ein knappes Prozent, leichte Verluste verbuchen außerdem MAN und Siemens.
In der zweiten Reihe befinden sich Vivacon-Titel weiter auf Erholungskurs und rücken um mehr als 2 Prozent vor, des Weiteren verzeichnen auch HUGO BOSS und IVG deutliche Gewinne. Aktien des Mischkonzerns IWKA legen nach anfänglichen Verlusten knapp 2 Prozent zu, Titel von SCHWARZ PHARMA bilden indes mit einem 3,6-prozentigen Abschlag das Schlusslicht.
Die zur Deutsche Lufthansa AG gehörende Swiss International Air Lines AG (SWISS) (ISIN CH0013269698/ WKN 868556) und die Pilotengewerkschaft Aeropers haben sich über die Grundsätze eines zukunftsorientierten Gesamtarbeitsvertrages (GAV) geeinigt. Unternehmensangaben von heute zufolge soll der neue GAV eine Laufzeit von drei Jahren haben. Bis Ende August werden die neuen Arbeitsbedingungen für die SWISS Airbus-Piloten im Detail ausgearbeitet. Vorbehältlich der Zustimmung der Mitglieder von Aeropers soll der neue GAV am 1. November 2006 in Kraft treten. Beide Seiten haben im Sinne des weiteren Wachstums des Unternehmens eine gemeinsame Basis gefunden. Der neue GAV trägt der laufenden Restrukturierung sowie dem verschärften Wettbewerbsumfeld Rechnung und verstärkt das Fundament für nachhaltiges Wachstum.
Die Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) will das Bundesliga-Abo deutlich günstiger als der Bezahlsender Arena anbieten, kämpft aber mit technischen Problemen bei ihrer Internet-Fernsehplattform T-Home. Wie die "Financial Times Deutschland" heute unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise berichtet, hat die Deutsche Telekom den Vermarktungsstart von T-Home um mehrere Monate verschoben, was angeblich auf technische Probleme bei der für T-Home verwendeten Internet-TV-Plattform der Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) zurückzuführen ist. Zum Bundesliga-Start wird die Deutsche Telekom voraussichtlich als Notlösung nur ein Interimsprodukt anbieten, über dass die Nutzer im VDSL-Ausbaugebiet die Fußballspiele schauen können. Beim Preis will die Deutsche Telekom Arena dabei deutlich unterbieten. So soll das Fußball-Paket für T-Home-Nutzer als Zusatzoption etwa 10 Euro monatlich kosten, während Arena das Abo für 14,90 Euro im Monat anbietet. Der Preis des Kombiprodukts T-Home, das aus einem TV-Angebot mit über hundert Kanälen, Internetanschluss und Telefonie bestehen soll, wird dem Bericht zufolge bei insgesamt zwischen 70 und 80 Euro monatlich liegen.
Der im DAX30 notierte Technologiekonzern Linde AG (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) kann einem Zeitungsbericht zufolge beim Verkauf eines Geschäftsfelds von BOC Edwards mit einem großen Interesse rechnen. Nach der Übernahme des britischen Industriegase-Herstellers BOC Group plc (ISIN GB0001081206/WKN 850516) will sich Linde vom Ausrüstungsgeschäft der BOC-Tochter Edwards trennen. Wie die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) berichtet, sind die schweizerische Unaxis Holding AG (ISIN CH0000816824/ WKN 863037), die amerikanischeApplied Materials Inc. (ISIN US0382221051/ WKN 865177) und der Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG) an einer Übernahme interessiert. Laut dem Bericht haben die beiden erstgenannten Interessenten bereits Investmentbanken als Partner ausgewählt. Die Verkaufsgespräche dürfen aus juristischen Gründen erst nach Vollzug der BOC-Übernahme, die voraussichtlich im September über die Bühne geht, aufgenommen werden. Somit steht der Verkaufsprozess noch in einem sehr frühen Stadium.
Die EU-Kommission hat Nexavar (Sorafenib) für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms bei Patienten zugelassen, bei denen eine vorherige Interferon-alpha- oder Interleukin-2-basierte Therapie versagt hat oder die für solch eine Therapie nicht geeignet sind. Die Vermarktung des von den Pharmakonzernen Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) und Onyx Pharmaceuticals Inc. (ISIN US6833991093/ WKN 900778) gemeinsam entwickelten Produkts erfolgt in den USA durch beide Partner, außerhalb der USA liegen die Vertriebsrechte allein bei Bayer. Nexavar ist der erste orale Multi-Kinase-Hemmer, der die Tumorzellen und die Tumorgefäße angreift. Nach Aussage von Dr. Gunnar Riemann, Leiter der Division Pharma bei Bayer HealthCare, kann das Arzneimittel die progressionsfreie Überlebenszeit von Patienten mit Nierenzellkarzinom verdoppeln. Die Entscheidung der EU-Kommission folgte einer entsprechenden Empfehlung des Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde EMEA im April 2006. Nexavar hat bereits im Dezember 2005 von der Food and Drug Administration die Zulassung für die USA erhalten. Weitere Zulassungen folgten in der Schweiz, Mexiko, Chile, Brasilien und Korea. Darüber hinaus sind in verschiedenen Ländern wie in Australien, Kanada,Türkei und Japan Zulassungsanträge eingereicht worden.
Die Fernsehsendergruppe ProSiebenSat.1 Media AG (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) gab heute bekannt, dass sie mit der zur japanischen Sony Corp. (ISIN JP3435000009/ WKN 853687) gehörenden Sony Pictures Television International (SPTI) einen weitreichenden Output-Deal für das neue Video-on-Demand-Portal "maxdome" geschlossen hat. Die Vereinbarung gilt für Deutschland und umfasst alle aktuellen Spielfilme von Sony Pictures. Die Produktionen des Studios werden damit zeitnah nach der DVD-Veröffentlichung bei "maxdome" abrufbar sein. Mit weiteren Hollywood-Studios steht die ProSiebenSat.1-Gruppe für "maxdome" derzeit in Verhandlungen. Bislang wurden Verträge mit Paramount Pictures Global, Constantin Film Verleih oder Kinowelt geschlossen. Außerdem verfügt die ProSiebenSat.1-Gruppe über die Video-on-Demand-Rechte der KirchMedia Library. Über "maxdome" wird auch eine große Auswahl an erfolgreichen Programmen der Sender Sat.1, ProSieben, kabel eins und N24 erhältlich sein. Das Video-on-Demand-Portal "maxdome" ist eine strategische Kooperation der ProSiebenSat.1-Gruppe mit der United Internet AG (ISIN DE0005089031/ WKN 508903). "maxdome" startet mit einem umfangreichen Angebot an Top-Filmen, Comedys und Serien. Der Abruf ist sowohl als Abonnement verschiedener Pakete als auch als Einzel-Streaming (24h-Pay-per-View) möglich. Dabei kann das Angebot wie bei einer DVD beliebig oft genutzt werden. Der Zugang zu "maxdome" erfolgt per Breitband-Internetanschluss sowohl über den PC als auch über eine Set-Top-Box und ein TV-Gerät. "maxdome" kann als offene Plattform aus allen Breitbandnetzen heraus genutzt werden und ist nicht an einen speziellen Zugang gebunden. (24.07.2006/ac/n/m)