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10.02.2012 10:34

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DER AKTIONÄR Online Tipp des Tages: Kühle Rendite mit heißen Öfen


Papst Benedikt XVI. muss Harley-Fan sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Kult-Bike-Schmiede Harley-Davidson mit Sitz in Milwaukee ihren 110. Geburtstag im kommenden Jahr in Rom feiern wird. Sogar einen Gottesdienst für die Biker wird es geben. Vor Gott sind eben alle gleich. Welcome in Italy Den Harley-Bikern solls recht sein, sie werden dem Ruf folgen sich zu einer ausgelassenen Party im wunderschönen Rom vom italienischen Flair umgeben. Rom, warum auch nicht. Schließlich hat Harley-Davidson in Europa noch jede Menge Wachstumspotenzial. Rund 17 Prozent steuern Italien, Deutschland und Co zu den Erlösen der Bikerschmiede bei. Tendenz steigend. Wichtigster Markt sind und bleiben die USA. Dem Heimatmarkt hat es Firmenchef Keith Wandell auch zu verdanken dass der Motor von Haley-Davidson nicht mehr stottert. Heiße Öfen Harley-Davidson ist wieder ,,in". Die Maschinen sind wieder heiss, die ,,Hot Wheels" sind mehr gefragt denn je zuvor. Der Rost der durch die Finanzkrise am Firmenlogo nagte ist längst weg, die Marke wurde aufpoliert und glänzt schöner als jemals zuvor. Firmenchef Keith Wandell setzt sogar, ganz american like, sogar noch eins oben drauf: ,,Harley-Davidson macht Träume wahr", so der Firmenlenker bei der Präsentation der Jahreszahlen vergangene Woche in Milwaukee. Starkes Manöver Die heißen Öfen gingen weg wie warme Semmeln. 2011 konnte Harley-Davidson Erlöse in Höhe von 12 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar einfahren. Der Gewinn betrug 600 Millionen Dollar - rund vier Mal so viel als im Vorjahr. Macht unter dem Strich einen Gewinn pro Aktie von 0,29 US-Dollar. ,,Das Ergebnis ist besser ausgefallen als erwartet. Wir hatten lediglich mit einem Gewinn von 0,23 US-Dollar je Anteilsschein gerechnet", so Deutsche Bank Analyst Rod Lache. Rund 235.000 kultige Zweiräder fanden einen neuen Besitzer. Ein Plus von 6 Prozent. Die Marge betrug knackige 33,4 Prozent. ,,Die soliden Verbesserungen zeigen, dass unseren Produkte eine breite Kundenbasis ansprechen", so Harley-Chef Keith Wandell sichtlich erleichtert über die gelungene Kehrtwende. Bernanke - auch ein Harley-Fan?! Zwei von drei Bikes verkauft die Motorradschmiede in den Vereinigten Staaten. ,,Überlebenswichtig" für Harley war sicherlich auch die Tatsche, dass die US-Konjunktur langsam aber sicher wieder an Fahrt gewinnt. Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Menschen haben wieder mehr Geld zur Verfügung. Was für ein Unterschied zu den Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. Als die Käufer für die teuren Bikes während der Finanz- und Wirtschaftskrise ausbleiben, musste Firmenchef Wandell um den Erhalt des Zweiradherstellers kämpfen. Dem Konzern verpasste er eine Schlankheitskur. Der Rosskur zum Opfer fielen unter anderem die Marken MV Augusta oder die extravaganten Motorräder der Marke Buell. Höhere Drehzahl Wandell will im laufenden Jahr dem Harley-Motor noch ein paar Umdrehungen mehr verpassen: Das Ziel lautet zwischen 240.000 und 245.000 Motorräder der Kultmarke Harley-Davidson zu verkaufen. Die vierprozentige Absatzsteigerung will Wandell spielend schaffen. Er will ganz einfach eine neue Zielgruppe erschließen. Nicht etwa die jungen Wilden zwischen 20 und 28. Wandell will schlicht und einfach die Frauen als neue Käuferschicht für Harley gewinnen. Party Time Mit sogenannten ,,Garage Partys" locken Harley-Händler die weibliche Kundschaft in die Läden. So zum Beispiel ,,Frasers Motorcycles Homebush" in Sydney. Als DJ fungiert der Harley Händler indem er ,,seine" Maschinen präsentiert. Anwesend sind rund 30 Frauen. Interessiert lauschen sie seinen Ausführungen, fragen stellen inklusive und zu guter letzt gibt's noch eine ,,Probefahrt" auf dem ,,Jumpstart Simulator", welcher das echte Fahrgefühl auf einer Harley-Davidson vermitteln soll. Kehrtwende gelungen, stabiler Absatz und neue Käuferschichten in Sicht. Neben Firmenchef Wandell hat auch Rod Lache von der Deutschen Bank allen Grund optimistisch für die Aktie zu sein. "Aufgrund der starken Geschäftsentwicklung, der Kostensenkungen sowie der in 2013 anstehenden Modernisierungsmaßnahmen haben wir unsere Gewinnschätzungen für das Jahr 2012 und 2013 erhöht. Harley-Davidson sollte einen Gewinn je Aktie von 2,52 Dollar im laufenden, sowie 3,10 Dollar in 2013 verdienen", so der Analyst. Brennender Asphalt Harley-Davidson hat zu alter Stärke zurückgefunden. Mit Keith Wandell hat ein ehrgeiziger und starker Mann den Lenker der Zweirad-Schmiede fest in der Hand. Das KGV für die Aktie im Jahr 2012 beträgt 13. Seit 20 Jahren schneidet das Papier von Harley-Davidson nahezu kontinuierlich besser ab als der Vergleichsindex S&P 500. Fazit: Aufsteigen, laufen lassen und genießen.

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   February 10, 2012 04:03 ET (09:03 GMT)- - 04 03 AM EST 02-10-12

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