DETROIT (dpa-AFX) - Der Automobilzulieferer
Continental will künftig bei Batterieantrieben für Autos mit dem südkoreanischen Energie- und Petrochemieunternehmen SK Innovation zusammenarbeiten. Dazu solle bis Mitte des Jahres ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, wie beide Unternehmen am Dienstag gemeinsam auf der US-Automesse in Detroit mitteilten.
Die Südkoreaner sollen 51 Prozent der Anteile an dem Unternehmen halten, Conti (Continental) den Rest. Zu den geplanten Investitionen wollte sich Conti-Chef Elmar Degenhart bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung nicht äußern. "Wir werden mit einer Mannschaft von 200 Mitarbeitern, mehrheitlich Ingenieuren, starten", sagte der Manager. 100 der Mitarbeiter kommen dabei aus der Berliner Entwicklungsabteilung von Conti. Über die Produktionsstandorte sei noch keine Entscheidung gefallen, sagte Degenhart.
Das geplante Gemeinschaftsunternehmen soll komplette Lithium-Ionen-Batteriemodule zum Einsatz in Elektro- und Hybridwagen gemeinsam entwickeln, produzieren und vermarkten. SK Innovation steuert die Batteriezellen bei, Conti liefert die Elektronik für die Steuerung der Energie. Die Zusammenarbeit sei langfristig ausgelegt, betonte Degenhart. Er hat sich zusammen mit SK Innovation-Chef Jay Koo vorgenommen, zum Marktführer bei Batteriesystemen aufzusteigen. Dazu müsse das Unternehmen nicht nur das beste Angebot machen, sondern auch auf der Preisseite wettbewerbsfähig sein. Den Markt für Elektro- und Hybridwagen schätzt Degenhart für 2020 auf 11 bis 12 Millionen Fahrzeuge weltweit.
Die Wahl fiel nach langer Suche auf IK Innovation, sagte Degenhart. Dabei sei wichtig gewesen, dass die Südkoreaner von einzelnen Herstellern unabhängig agierten, schon Erfahrungen in der Unterhaltungselektronik haben und damit mit großen Stückzahlen umgehen können sowie über ausreichend Finanzkraft verfügten. Conti habe nie vorgehabt, sich an der Zellentwicklung zu beteiligen, insofern ergänze SK Innovation die Kernkompetenzen der Hannoveraner.
SK Innovation kam 2010 auf einen Umsatz von umgerechnet rund 38,5 Milliarden US-Dollar. Der Geschäftsbereich für Lithium-Ionen-Batterien wurde 1996 gegründet, 2005 erfolgte der Einstieg ins Autogeschäft. Neben der Lkw-Marke Fuso von Daimler beliefert das Unternehmen unter anderem auch Hyundai (Hyundai Motor). Continental befasst sich seit zehn Jahren mit der Elektromobilität. Die Hannoveraner liefern unter anderem die Elektronik und den Elektromotor für die Renault-Modelle (Renault) Fluence und Kangoo./zb/dct/he