DETROIT (dpa-AFX) - Nach einem Rekordjahr 2011 will der Volkswagen-Konzern (
Volkswagen vz) nahtlos an neue Erfolge anknüpfen. Auch 2012 sei für alle Marken weiteres Wachstum eingeplant, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler am Montag am Rande der Automesse in Detroit. Dabei sollen die Konzernmarken den Konkurrenten weiter Kunden abjagen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 8,16 Millionen Wagen an die Kunden ausgeliefert, ein Plus von 14 Prozent zum Vorjahr.
Audi-Chef (
Audi) Rupert Stadler sieht in diesem Jahr ein Marktwachstum von vier Prozent, das er übertreffen will. Klinger blieb etwas vorsichtiger: Er rechnet für den Gesamtmarkt bestenfalls mit einem leichten Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. "In Europa haben wir Signale, die durchaus zur Vorsicht anregen", sagte er. Die Schuldenkrise habe vor allem in Südeuropa auch Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten. Dadurch könnte auch ein erhöhter Preisdruck in Europa entstehen. Mit Blick auf die Konkurrenten sagte er, "wir fürchten, dass an der Preisschraube gedreht wird". Für die USA und China sieht Klingler dagegen weiter eine positive Entwicklung.
Das weitere Wachstum in China könnte auch mit neuen Investitionen untermauert werden, erläuterte VW-Chef Martin Winterkorn. "Wir überlegen, ob wir den Weg in den Westen mitgehen wollen." Die chinesische Regierung sei stark an einer Entwicklung des Hinterlandes interessiert. "Wir sind in Gesprächen, beschlossen ist noch nichts", sagte Winterkorn. Die neuen Investitionen des noch nicht spezifizierten Plans "Go West" kämen zu den bereits verabschiedeten 14 Milliarden Euro, die VW in China tätigen will, hinzu.
Audi will in diesem Jahr in China mindestens wie der Markt um acht Prozent zulegen. "Vielleicht haben wir die Chance, einen Tacken besser zu sein", sagte Audi-Chef Stadler. Er bekräftigte, ab 2015 würden die Ingolstädter ebenfalls in Nordamerika produzieren. Als Modell käme ein SUV oder ein Wagen wie die A4-Limousine in Betracht. Noch stehe die Entscheidung aber aus, ob sich Audi dem VW-Standort in Chattanooga anschließe oder ein Werk in Mexiko baue.
Auf welchem Weg Porsche unter das VW-Dach schlüpft, ließ Winterkorn offen. Er bekräftigte, "das Ziel ist der integrierte Konzern, so schnell wie möglich". Neben dem Optionsmodell, das den Kauf der zweiten Hälfte des Porsche-Sportwagengeschäfts durch Volkswagen ermöglichen würde, würden weitere Alternativen geprüft.
Zur Auseinandersetzung mit Suzuki wollte sich Winterkorn nicht äußern. Nach den Vorwürfen des gegenseitigen Vertragsbruchs haben die Japaner ein Schiedsgericht in London angerufen. Daher sei er zum Schweigen verpflichtet. "Wir betrachten das Ganze relativ gelassen", sagte Winterkorn. "Wir stehen bereit, wenn Suzuki die Zusammenarbeit will." An der Beteiligung werde festgehalten, bekräftigte der Konzern-Chef./dct/he