DGAP-News: ARQUES stellt sich nach umfassender Portfoliobereinigung neu auf
ARQUES Industries AG / Jahresergebnis
30.04.2009
Veröffentlichung einer Corporate News, übermittelt durch die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.
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ARQUES stellt sich nach umfassender Portfoliobereinigung neu auf
- Finanzmarktkrise und Aufarbeiten der Vergangenheit sorgen für
Einmalbelastungen von rund 134 Mio. EUR, Vor- und Nachsteuergewinn deutlich
negativ
- Ziele 2008 erreicht: Umsatz springt auf 5,5 Mrd. EUR, EBITDA bei 116 Mio.
EUR
- Finanzverbindlichkeiten deutlich reduziert, liquide Mittel erhöht
- Geschäftsjahr 2009 geprägt von globaler Rezession: Rückkehr zu
ursprünglicher Unternehmensstrategie, Kosten- und Liquiditätsmanagement im
Fokus
Starnberg, 30. April 2009. Das Geschäftsjahr 2008 war für die ARQUES
Industries AG (ISIN DE0005156004) das bislang schwierigste der
Unternehmensgeschichte. Geprägt wurde der Jahresverlauf vor allem in der
zweiten Jahreshälfte von den massiven Auswirkungen der Finanzkrise auf das
operative Geschäft und die Beteiligungswerte. Eingegangene Risiken in der
Akquisitionspolitik der letzten Jahre führten zu deutlichen
Einmalbelastungen. Dennoch hat das Unternehmen die im November angepassten
Jahresziele für Umsatz und EBITDA erreicht. So lag der Konzernumsatz mit
5,5 Mrd. EUR sowohl über der Zielvorgabe von über 5 Mrd. EUR als auch
signifikant über dem Vorjahresniveau von 2,1 Mrd. EUR. Gleiches gilt für
das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), das mit 115,6
Mio. EUR zwar über der Vorgabe von 105 Mio. EUR, aber signifikant unterhalb
des Vorjahreswertes 202,7 Mio. EUR ausfiel. Auf Grund des anhaltend
schwierigen wirtschaftlichen Umfelds wurden im Berichtsjahr
Wertberichtigungen auf das Beteiligungsportfolio in Höhe von 133,7 Mio. EUR
vorgenommen, die die Ergebnisentwicklung unterhalb des EBITDA belasten. Die
Gesellschaft weist somit für das Geschäftsjahr 2008 ein EBIT von -111,4
Mio. EUR sowie einen Nachsteuerverlust von 141,6 Mio. EUR aus. Die
Fokussierung auf das Liquiditäts- und Cashflow-Management führte dagegen zu
positiven Entwicklungen. So konnten die Finanzverbindlichkeiten um 127,5
Mio. EUR auf 212,0 Mio. EUR reduziert werden. Beim Free Cashflow wurde eine
Verbesserung um 205,7 Mio. EUR auf 180,9 Mio. EUR gezeigt, die liquiden
Mittel stiegen im Jahresvergleich von 84,5 Mio. EUR auf 142,4 Mio. EUR.
Das Geschäftsjahr 2009 wird von den Folgen der globalen Rezession geprägt
sein. Neben der weiteren aktiven Restrukturierung und konsequenten
operativen Weiterentwicklung des Beteiligungsportfolios wird ARQUES auch
Opportunitäten bei Akquisitionen nutzen. Hierbei steht die Rückkehr zur
ursprünglichen Unternehmensstrategie mit symbolischen Kaufpreisen und einer
größtmöglichen Risikominimierung im Vordergrund. Unverändert bleibt der
Fokus auf Übernahmen von Konzernabspaltungen.
'Für die ARQUES Industries AG war das Geschäftsjahr 2008 das schwierigste
der Unternehmensgeschichte. Die Auswirkungen der Finanzkrise, aber auch
hausgemachte Themen belasteten die Ergebnisentwicklung unterhalb des EBITDA
massiv. Wir haben umgehend Maßnahmen zur Portfolio-, Kosten- und
Liquiditätsoptimierung eingeleitet, die bereits zu ersten Erfolgen geführt
haben. Es ist uns gelungen, die Verbindlichkeiten zu reduzieren, die
Liquiditätslage zu verbessern und die kurzfristigen Kreditlinien zu
verlängern. 2009 stehen die Konsolidierung des ARQUES Konzerns und die
Neuaufstellung im Fokus', so der Finanzvorstand der ARQUES Industries AG,
Hans Gisbert Ulmke.
Deutliche Veränderungen des Beteiligungsportfolios
Im Geschäftsjahr 2008 hat ARQUES insgesamt 8 Akquisitionen und 7
Veräußerungs-Transaktionen getätigt. Dabei stand vor allem im zweiten
Halbjahr die Optimierung des Beteiligungsportfolios im Vordergrund. Im
Geschäftsjahr 2009 wurde dieser Kurs konsequent weiterverfolgt. Bis Ende
April veräußerte bzw. trennte sich ARQUES von weiteren 7 Beteiligungen und
erwarb ein Unternehmen hinzu. Seit Mitte 2008 wurden bis zum heutigen Tag
Beteiligungen mit einem Gesamtumsatzvolumen von 671,4 Mio. EUR abgegeben,
die einen EBITDA-Beitrag von 0,7 Mio. EUR leisteten und beim EBIT zu
Wertberichtigungen im letztjährigen Jahresabschluss von 114,5 Mio. EUR
geführt hatten. Aktuell umfasst das Beteiligungsportfolio von ARQUES 14
Gesellschaften, von denen Actebis und Gigaset mit einem Umsatzvolumen von
insgesamt mehr als 4,2 Mrd. EUR (annualisiert) am bedeutendsten sind.
Bargain Purchase-Erlöse deutlich unter Vorjahr
Die operative Ergebnisqualität hat sich im Geschäftsjahr 2008 weiter
verbessert. Zwar wurde - wie für das ARQUES Geschäftsmodell üblich - für
die durchgeführten Akquisitionen insgesamt ein negativer Unterschiedsbetrag
aus der Kapitalkonsolidierung (Bargain Purchase) von 112,5 Mio. EUR
realisiert, davon ein großer Teil (81,7 Mio. EUR) für Gigaset. Dieser Wert
lag jedoch deutlich unter dem Vorjahreswert von 214,7 Mio. EUR. Bedingt
durch die Finanzkrise und die Tatsache, dass neu erworbene Gesellschaften
bei ARQUES in der Regel zu Beginn ihrer Konsolidierung Verluste ausweisen,
lag das operative Ergebnis der Beteiligungen im Jahr 2008 in Summe deutlich
im Minus. Exit-Erlöse fielen in 2008 insgesamt in Höhe von 50,6 Mio. EUR
an.
Die Wertberichtigungen auf die Beteiligungen verteilen sich auf mehrere
Gesellschaften; auf Eurostyle (53 Mio. EUR) und Schöps (17,6 Mio. EUR)
entfielen die größten Einzelpositionen. Das verwässerte Ergebnis je Aktie
verschlechterte sich bei einer unveränderten Aktienzahl von 26,45 Mio.
Stück von 4,43 EUR auf -4,93 EUR.
Cashflow zieht deutlich an
Angesichts schwieriger Rahmenbedingungen hat sich ARQUES in 2008 vor allem
auf die Optimierung der Bilanzstruktur und des Liquiditätsmanagements
konzentriert. So konnte der operative Cashflow von 42,2 Mio. EUR auf 119,0
Mio. EUR und der Free Cashflow von -24,8 Mio. EUR auf 180,9 Mio. EUR
deutlich gesteigert werden. Entsprechend legten auch die liquiden Mittel
von 84,5 Mio. EUR auf 142,4 Mio. EUR zu. Trotz eines ebenfalls
signifikanten Abbaus der Finanzverbindlichkeiten um 127,5 Mio. EUR auf
212,0 Mio. EUR liegt die Eigenkapitalquote im Berichtsjahr mit 15,3%
(Vorjahr 21,9%) weiter auf einem unbefriedigenden Niveau.
2009 - Jahr der Konsolidierung
Wie schon 2008 wird auch im neuen Geschäftsjahr das Augenmerk des ARQUES
Managements auf einem weiteren Abbau der Verschuldung und einer Aufstockung
der liquiden Mittel liegen. Der Konzernumsatz wird auf Grund der
Verkleinerung des Beteiligungsportfolios in den vergangenen 15 Monaten
deutlich unterhalb des Niveaus aus 2008 liegen. Die Höhe des Ergebnisses
hängt stark von möglichen weiteren Wertberichtigungen ab. Diese werden
jedoch - sofern notwendig - deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus liegen.
Neben den bereits getätigten Transaktionen in 2009 sind weitere Exits, aber
auch Akquisitionen, in der Planung. Hierbei wird sich ARQUES auf klare
Restrukturierungfälle konzentrieren mit entsprechenden Kaufpreisen. Die
Übernahme von Bankverbindlichkeiten und -krediten sowie Garantien und
anderer Risiken soll vermieden werden. Die Zielgröße bei Akquisitionen soll
zwischen einem Umsatzvolumen von 30 Mio. und 1 Mrd. EUR liegen. Die Größe
des Gesamtportfolios soll bei 15 bis 20 Beteiligungen liegen.
Zudem wird ARQUES in 2009 die Kosteneffizienz verbessern. Die Holding wurde
inzwischen deutlich verschlankt, die Holdingkosten sollen von 22 Mio. EUR
in 2008 auf unter 10 Mio. EUR reduziert und teilweise über Umlagen
refinanziert werden. Darüber hinaus wird das Risikomanagementsystem des
Konzerns deutlich verstärkt.
Gemäß dem ARQUES Geschäftsmodell und wie schon in den Vorjahren ist davon
auszugehen, dass auch im Jahr 2009 ein nennenswerter Ergebnisbeitrag aus
den so genannten Bargain Purchases der noch zu tätigenden Akquisitionen
erzielt wird. Die Akquisitions-Pipeline ist gut gefüllt. Dabei wird ARQUES
die Stellung als bewährter Partner von Großkonzernen bei Spin-offs zu Gute
kommen.
All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den ARQUES Konzern in den Jahren
2009 und 2010 zu konsolidieren und auf solide wirtschaftliche und
finanzielle Basis zu stellen. Die Ergebnisqualität wird entsprechend
verbessert.
Weitere Informationen zum Unternehmen und den Geschäftsbericht der ARQUES
Industries AG finden Sie auf der Internetseite www.arques.de.
Über ARQUES
Die ARQUES Industries AG, Starnberg, (www.arques.de) ist Partner von
Großkonzernen bei Konzernabspaltungen und ein Turnaround-Spezialist, der
sich auf den Erwerb und die aktive Restrukturierung von Unternehmen in
Umbruchsituationen konzentriert, um sie mit einem eigenen Team und aus
eigener Kraft zu wettbewerbsfähigen und ertragsstarken Unternehmen zu
entwickeln. ARQUES revitalisiert das Wertschöpfungspotenzial seiner
Beteiligungsunternehmen zum Nutzen aller ihrer Stakeholder unter
Wahrnehmung der damit verbundenen sozialen Verantwortung. Die Aktien der
ARQUES Industries AG werden im Geregelten Markt (Prime Standard) der
Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Symbol 'AQU' (ISIN: DE0005156004)
gehandelt und notieren im SDAX.
Kontakt:
ARQUES Industries AG
Unternehmenskommunikation
Christian Schneider
Tel.: +49 (0) 8151/ 651 0
Email: schneider@arques.de
30.04.2009 Finanznachrichten übermittelt durch die DGAP
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Sprache: Deutsch
Emittent: ARQUES Industries AG
Münchner Str. 15a
82319 Starnberg
Deutschland
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Fax: +49 (0)8151 651- 500
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Internet: www.arques.de
ISIN: DE0005156004
WKN: 515600
Indizes: SDAX
Börsen: Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr
in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München, Stuttgart
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