11.12.2012 16:59
Bewerten
(0)

DGB: Der Norden ist der 'Lohnkeller der Nation'

    KIEL (dpa-AFX) - Immer mehr Vollzeitbeschäftigte in Schleswig-Holstein müssen laut DGB mit miserablen Löhnen auskommen. Einer Studie des DGB Nord zufolge erhalten 26,97 Prozent nur Niedriglohn. Frauen seien mit 41,1 Prozent mehr als doppelt so stark betroffen wie Männer (18,8 Prozent), teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Kiel mit. Der Norden Deutschlands gelte bundesweit längst "als Lohnkeller der Nation", kritisierte DGB-Nord-Vorsitzender Uwe Polkaehn.

 

    Als Geringverdiener betrachtet die Gewerkschaft alle, die weniger als zwei Drittel des durchschnittlichen Lohns bekommen. Diese Definition lege auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zugrunde, betonte der DGB. Die Niedriglohnschwelle lag 2010 in den alten Ländern bei 1890 Euro brutto und in den neuen Ländern bei 1379 Euro monatlich. In Deutschland zählten 22,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten zu den Geringverdienern.

 

    Im nördlichsten Bundesland zeigten sich erhebliche regionale Unterschiede: Im Kreis Pinneberg betrug demnach die Niedriglohn-Quote 23,5 Prozent, in Nordfriesland 31,8 Prozent, in Ostholstein sogar 34,6 Prozent. Auch unterstreiche die Studie, wie wichtig eine gute Ausbildung ist. Die Quote derjenigen, die keinen Abschluss haben und Niedriglohn bekommen, ist der Gewerkschaft zufolge vielfach etwa doppelt so hoch wie die der Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung.

 

    Wer behaupte, Niedriglöhne seien Einstiegslöhne, liege falsch: Die Chancen, in besser bezahlte Jobs aufzusteigen, seien relativ gering. Die Billiglöhne würden auch die Altersarmut verstärken: "Niedriglohnbeziehern drohen auch Niedrigrenten", warnte der DGB.

 

    "Es müssen endlich faire Arbeitsverträge und Maßnahmen her, die prekäre Beschäftigung unterbinden und für bessere Entlohnung sorgen", forderte Polkaehn. Dazu seien solide Flächentarifverträge nötig, aber auch der gesetzliche Mindestlohn, Auftragsvergaben der Kommunen oberhalb von 8,50 Euro Stundenlohn, die Sozialversicherungspflicht vom ersten Euro Verdienst an, ein besserer Kündigungsschutz und das Verbot sachgrundloser Befristung von Arbeitsverträgen.

 

    Die Studie basiert auf einer Auswertung der Arbeitgeber-Meldungen für die Sozialversicherung. Stichtag: 31.12.2010./mho/DP/she

 

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones am Ende nahezu unverändert -- Amazon mit guten Zahlen -- GOOGLE-Mutter Alphabet überzeugt -- Microsoft enttäuscht -- RWE, AIXTRON, Wirecard im Fokus

BASF mit Gewinnsprung. Bayer hebt Prognose an. Deutsche Bank verdient mehr. Renault verkauft deutlich mehr Autos im ersten Quartal. EZB bleibt in Deckung. Samsung holt sich Spitzenplatz bei Smartphones von Apple zurück. Tesla-Aktie mit Gegenwind: Analyst erwartet Kurshalbierung.

Top-Rankings

KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
EU-Vergleich der Arbeitskosten 2016
So viel kostet eine Stunde Arbeit in Europa
KW 16: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
CommerzbankCBK100
Munich Re SE (ex Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG)843002
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BASFBASF11
BayerBAY001
AURELIUSA0JK2A
AIXTRON SEA0WMPJ
Lufthansa AG823212
Allianz840400
Apple Inc.865985
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750
Nordex AGA0D655