30.12.2012 18:09
Bewerten
 (1)

DGB-Vize: Mehr Lehrstellen-Chancen für Hauptschüler nötig

    BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Unternehmen aufgefordert, leistungsschwächere Jugendliche bei der Lehrstellen-Vergabe nicht auszuschließen. In vielen Ausbildungsberufen hätten junge Leute mit niedrigen Schulabschlüssen - etwa einer Hauptschule - kaum noch Chancen, sagte die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock der Nachrichtenagentur dpa. Viele Lehrberufe seien schon beim Zugang von vornherein für lernschwächere Jugendliche "faktisch abgeschottet". Aber auch diese Jugendlichen müssten die Möglichkeit erhalten, eine qualifizierte Berufsausbildung zu machen.

 

    Nach der offiziellen Lehrstellenbilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung ist 2012 die Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt ins Stocken geraten. Es wurden 551.300 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen - 18.100 oder 3,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit wurde nach 2005 der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung erzielt. Das Lehrstellenangebot ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent zurück. 76.000 Jugendliche fanden keinen Ausbildungsplatz - 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

    Nach Aussage des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) liegt der Rückgang bei den Neuverträgen nicht an der mangelnden Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, sondern an der geringen Anzahl von Bewerbern. Der DIHK-Vize-Hauptgeschäftsführers Achim Dercks sagte, bei den Nachvermittlungsaktionen der Kammern und der Arbeitsagenturen könnten den erschienenen Jugendlichen im Schnitt sechs betriebliche Lehrstellen angeboten werden. Aufgrund des demografischen Wandels habe der DIHK bereits im Frühjahr einen Rückgang bei den Vertragsabschlüssen prognostiziert.

 

    DGB-Vize Sehrbrock bezeichnete dagegen den von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel als "hausgemacht". "Während Arbeitgeber über fehlende Fachkräfte lamentieren, fahren gleichzeitig viele Betriebe ihre Ausbildungsplätze zurück." Ein Teil der 76.000 unversorgten Jugendlichen halte sich derzeit mit Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Bewerbungstrainings über Wasser - bei nur 33.000 offenen Angeboten, sagte Sehrbrock. Die Zahl der unversorgten Bewerber übersteige damit in diesem Jahr die Zahl der offenen Plätze um mehr als das Doppelte.

 

    Gleichzeitig verfügten 2,2 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren über keine abgeschlossene Ausbildung, sagte Sehrbrock. "Diese abgehängte Generation wird kaum ihren eigenen Lebensunterhalt selbst verdienen können."/th/DP/he

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich fester -- Bank of America muss Rekordstrafe zahlen -- US-Börsen leicht bergauf -- Air Berlin-Aktie hebt ab -- RTL, HP, GEA, Infineon im Fokus

Neue Gerüchte um Ebay. Deutschland verklagt Schweizer Bank wegen verschwundenem DDR-Geld. Family Dollar schlägt im Bieterkampf höheres Angebot aus. Bundeskartellamt erlaubt Karstadt-Verkauf an Benko. Ein Drittel der Playstation 4-Nutzer kommen wohl von Xbox. Fed: Zinserhöhungen früher als erwartet?.
Diese Models verdienten 2014 am meisten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?

Welcher Nationaltrainer verdient am meisten?

In welchen Disziplinen ist Deutschland Weltspitze?

Wer ist die reichste erfundene Gestalt?

Wer kickt am besten?

mehr Top Rankings
Laut Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig wirken befristete Jobs wie die Anti-Baby-Pille. Sind Sie auch dieser Meinung?
Abstimmen
Direkt zu den Ergebnissen