FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Automobilkonzern Daimler will mit seinen Bussen alte Marktanteile zurückerobern. In diesem Jahr wolle der Bushersteller wieder den Anteil am Weltmarkt erreichen, den er vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 hatte. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ/Montag) nach einem Gespräch mit dem Spartenchef Hartmut Schick. Vor zwei Jahren entfielen 15 Prozent weltweit auf die Daimler-Busmarken wie Mercedes-Benz, Setra und Orion. Im Krisenjahr 2009 büßte der Hersteller rund zwei Prozentpunkte ein.
Eine starke Marktposition hat Daimler neben dem Heimatmarkt Deutschland in Brasilien. In beiden Ländern stammt mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Busse aus Fabriken der Daimler-Marken. Künftiges Zuwachspotenzial hat Schick in Indien ausgemacht. "Die Experten errechnen, dass bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent des Bus-Weltmarktgeschäftes dort abgewickelt werden", sagte Schick. Daimler baue zunächst das Servicenetz in Indien aus. Zudem bestehe bei den Reisebussen eine Zusammenarbeit mit Sutlej.
Den Wettbewerb aus den Schwellenländern fürchtet Schick laut dem Zeitungsbericht nicht: "Hersteller aus China und Indien exportieren ihre Busse bislang kaum ins Ausland." Dort fehle ihnen auch das notwendige Servicenetz. Weitere Wachstumschancen sieht der Spartenchef bei alternativen Antrieben. "Ich erwarte, dass im Jahr 2015 zehn bis 20 Prozent der Neubestellungen bei den Stadtbussen solche mit Hybrid-Antrieb sein werden", sagte der Manager.
Für die zweite Jahreshälfte 2010 erwartet Schick weitere Neubestellungen bei den Stadtbussen. "Um die absoluten Spitzen zum Jahresende abzudecken, werden bei Bedarf Zeitarbeitskräfte eingestellt. Dann müssen wir nahezu alle Samstage in Deutschland arbeiten." Im vergangenen Jahr verkaufte Daimler mit knapp 32.500 Bussen und Fahrgestellen ein Fünftel weniger als im Vorjahr. "Unser Ziel im Jahr 2010 ist es, deutlich zu wachsen. Das hat sich bisher bestätigt", sagte Schick dem Blatt./dct/wag/tw