Der neue Gasliefervertrag mit der russischen
Gazprom entlastet die Taschen des Energiekonzerns
E.ON spürbar und sorgt für einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr. Da auch Einmalbelastungen aus dem Vorjahr im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus der Kernenergie wegfielen, erhöhte sich der nachhaltige Konzernüberschuss in den ersten sechs Monaten um satte 2,4 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro, wie E.ON überraschend mitteilte.
Eigentlich sollten die Zahlen erst am kommenden Montag vorgelegt werden. Der deutliche Anstieg machte jedoch eine frühere Veröffentlichung notwendig. Auch operativ legte E.ON zu: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wurde auf 6,7 von 4,3 Milliarden Euro gesteigert. Dies ist mehr als etwa die Analysten von Credit Suisse mit 6,2 Milliarden geschätzt hatten.
Im Juli hatte sich E.ON mit Gazprom über einen neuen langfristigen Liefervertrag geeinigt, der die Düsseldorfer nun um Milliarden entlastet. Rückwirkend konnten sich die beiden Konzerne nach längerem Ringen auf bessere Konditionen für E.ON einigen. Ein positiver Einmaleffekt von einer Milliarde Euro daraus wurde im ersten Halbjahr verbucht.
Die Gewinne des deutschen Energiekonzerns hatten in der Vergangenheit unter der alten, für E.ON ungünstigen Vereinbarung gelitten, die den Gaspreis an den stetig steigenden Ölpreis koppelten. Das hatte dazu geführt, dass E.ON für das Gas mehr bezahlen musste, als der Konzern selbst bei seinen Großkunden verlangen konnte.
Für die folgenden Quartale erwartet E.ON weitere positive Effekte. Die Jahresprognose hatte der Konzern bereits Anfang Juli erhöht: Ein Konzern-EBITDA zwischen 10,4 und 11 Milliarden Euro sowie einen nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro will das Unternehmen erreichen.
Der nachhaltige Konzernüberschuss ist dabei üblicherweise bereinigt um nicht wiederkehrende Effekte wie die Neubewertung von Energiederivaten, Buchgewinnen und -verlusten sowie bestimmte Steuereffekte. Diese Kennziffer bildet die Grundlage für eine spätere Dividendenzahlung. Die Aktie legte nach den Zahlen zu.
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Die Bilanzen der DAX-Konzerne im zweiten Quartal/1. Halbjahr 2012
Platz 30: Merck
Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat im zweiten Quartal wegen Millionenbelastungen aus seinem bis 2014 laufenden Sparprogramm erneut rote Zahlen geschrieben. Von April bis Juni fiel ein Verlust von 60,5 Millionen Euro an. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Minus gerechnet.
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