06.06.2012 09:18
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BMW-Aktie: Kursrutsch als Chance zum Einstieg?

DaxVestor-Kolumne

Stefan Böhm
Eurokrise und Konjunkturangst drücken auf die Kurse am deutschen Aktienmarkt.
In den letzten Tagen ist es vor allem die Furcht vor einer „harten Landung“ der chinesischen Wirtschaft, die die Kurse der deutschen Exportwerte fallen lässt. Erfolgsverwöhnte Autobauer wie BMW erzielen inzwischen einen hohen Teil von Umsatz und Gewinn in China. Also stürzte mit dem Gesamtmarkt auch die BMW-Aktie ab. Doch ist das gerechtfertigt? Wir denken nicht. Für konservative Anleger ergeben sich durch das ermäßigte Kursniveau zwar Einstiegschancen, es sollte aber eine Bodenbildung abgewartet werden.

BMW hat die Konkurrenten abgehängt

Gerade BMW machte in den letzten Quartalen durch immer neue Rekordzahlen von sich reden. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Umsätze, sondern auch in Bezug auf die Profitabilität. Die Gewinnmarge ist vor allem dank der modularen Bauweise auf einem Rekordniveau. Damit – und mit attraktiven Modellen – haben die Münchener Konkurrenten wie Daimler abgehängt. Im ersten Geschäftsquartal wurden trotz hoher Kosten bei der Einführung neuer Modelle erneut die Erwartungen übertroffen und auch die Erreichung der Jahresziele ist nicht gefährdet. Im Gegenteil: Es dürfte sogar eine Anhebung der Jahresprognose geben.

Ist der Höhepunkt im Zyklus überschritten?

Das diese ausblieb, wurde von manchen Aktienanalysten schon bemängelt. Der Vorstand ist ihnen hier zu konservativ. Doch in München ist man sich wohl bewusst, dass der Höhepunkt des Autozyklus überschritten sein könnte. Die Umsatzzahlen werden zwar wohl weiter nach oben gehen, aber die hohe Gewinnmarge ist voraussichtlich nicht zu halten. Zudem kosten die Investitionen in neue Technologien wie Elektromobilität sowie der Aufbau neuer Werke, vor allem in China, Geld. Einige Aktienanalysten äußerten sich daher zuletzt skeptisch: Es kann eben nicht immer weiter nach oben gehen. Doch nach dem Rückgang erscheint das im Kurs bereits eingepreist.

BMW-Aktie ist fundamental gut unterstützt

Damit die BMW-Aktie aber wieder steigen kann, bräuchte es einen grundlegenden Stimmungswandel an den Börsen. Der ist derzeit nicht in Sicht. Aber es gibt gute Argumente dafür, dass die Aktie nach unten gut abgesichert ist: So ist die Bewertung mit einem KGV12e von 7,0 inzwischen sehr niedrig. Auch die Dividendenrendite von 4,0 Prozent kann sich sehen lassen. Besonders spektakulär ist aber die Free-Cashflow-Rendite von 9 Prozent. Und nicht zu vergessen: Das Unternehmen verfügt über Netto-Cash von 14 Mrd. Euro, was alleine schon einem Drittel der aktuellen Marktkapitalisierung entspricht! Zudem weckt der Barbestand die Begehrlichkeiten der Aktionäre, wie sich auch auf der letzten HV zeigte. Es wird daher über eine Sonderdividende im kommenden Jahr spekuliert. Jedenfalls dürfte der hohe Netto-Cash Profianleger anlocken, die über kurz oder lang mit einer Ausschüttung rechnen.

Fazit

Charttechnisch steht die Aktie kurz vor einem Test der starken Unterstützung bei 55 Euro. Hier verläuft auch in etwa die seit Mitte 2009 bestehende Aufwärtstrendlinie. Sie sollten zwar abwarten, wie dieser Test ausgeht, aber die BMW-Aktie unbedingt im Auge behalten!

Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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