28.01.2013 09:36
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DAX: Ausbruch nach oben!

Nach dem starken Jahresauftakt konnte sich der DAX lange nicht entscheiden.
Gute und schlechte Einflüsse hielten sich die Waage und führten zu einer Seitwärtsbewegung – in Börsen-Fachkreisen gerne Konsolidierung genannt. Das heißt nichts anderes, als dass sich die Anleger – ob Profis oder Amateure – erst an das höhere Kursniveau gewöhnen müssen, bevor es weiter nach oben gehen kann. Und das scheint nun der Fall zu sein. Nachdem der MDAX, der mit seinen 50 Unternehmen die deutsche Wirtschaft besser repräsentiert als der DAX, schon längst auf ein neues Allzeithoch steigen konnte, hat zum Wochenschluss auch der DAX den seit dem 2. Januar gültigen Widerstand bei 7.800 Punkten überwunden.

Die deutsche Konjunktur zieht wieder an.

Verantwortlich dafür waren vor allem gute Konjunkturnachrichten aus Deutschland. Die vorauslaufenden Konjunkturindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima, der ZEW-Konjunkturindikator und die Einkaufsmanagerindizes steigen bereits seit einigen Monaten wieder an. Am Freitag gab die überraschend deutliche Zunahme des ifo-Indexes dem DAX den entscheidenden Impuls nach oben. Doch natürlich gibt es auch Enttäuschungen. So ging der Einkaufsmangerindex aus Frankreich überraschend klar zurück. Zwar ist dies nur ein Stimmungsbild, das allerdings die Befürchtung nährt, dass die konjunkturelle Trendwende in Frankreich noch länger auf sich warten lässt. Gute Nachrichten kamen auch aus China. Der dortige Einkaufsmanagerindex stieg auf 51,9 Punkte auf den höchsten Stand der letzten zwei Jahre und übertraf die Erwartungen leicht. Positiv wirken sich die Inlandsnachfrage aus und die inzwischen angeschobenen Infrastrukturprojekte. Auch für die Industrieproduktion gibt es positive Signale. Fazit: China ist dabei, seine Wachstumsdelle zu überwinden.

Apple enttäuscht trotz Rekord

Positive Impulse für den deutschen Aktienmarkt gab es auch von der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial Index seit vier Wochen jeweils höher schließt als in der Vorwoche und ernstlich das Allzeithoch aus dem Jahr 2007 in Angriff nimmt. Daran konnte auch der Absturz der Appleaktie, dem Schwergewicht am US-Aktienmarkt, nichts ändern. Ohne diesen Absturz stünden die US-Indizes noch deutlich höher. Allerdings muss man da auch nicht alles verstehen: Apple wächst langsamer, alle tun überrascht und die Aktie fällt um weitere zehn Prozent. Als hätte sich das exorbitante Wachstum immer fortsetzen lassen! Trotzdem bleibt Apple das erfolgreichste Unternehmen der Welt. Der Kursrutsch ist zwar übertrieben, kann sich aber noch bis zur Unterstützung bei 430 USD fortsetzen.

Mehr Licht als Schatten bei Quartalszahlen

Doch das war in dieser Woche nicht die einzige wichtige Nachricht aus dem Unternehmenssektor. Nokia veröffentlichte überraschend einen Quartalsgewinn und blamierte damit fast die gesamte Analystenzunft, die einen Verlust vorhergesagt hatte. Allerdings stürzte die Aktie trotzdem ab. Grund dafür: Der Vorstand erwartet für das laufende Quartal operativ wieder ein Minus im Handygeschäft. Auch die Dividende wurde gestrichen. Einen Gewinneinbruch gab es beim Biotechriesen Amgen, während Google und IBM mit starken Zahlen punkteten. In den USA gab es bislang mehr positive als negative Überraschungen. Zwar gibt es keinen neuen Wachstumstrend bei den Unternehmensgewinnen, eine weitere Verschlechterung, wie oftmals befürchtet, findet aber auch nicht statt. In Europa kommt die Berichtssaison erst allmählich in Fahrt. Auch hierzulande gibt es noch keinen eindeutigen Trend.

Fazit

Der DAX hat mit dem Anstieg über den Widerstand bei 7.800 Punkten das Tor zur 8.000er Marke aufgestoßen. Zwischenzeitliche Rückfälle sind weiterhin möglich, werden aber voraussichtlich wie bisher schnell wieder aufgeholt.

Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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