12.11.2012 08:26
Bewerten
(0)

DAX: Die Woche der Entscheidungen endet schwach

DaxVestor-Kolumne: DAX: Die Woche der Entscheidungen endet schwach | Nachricht | finanzen.net
DaxVestor-Kolumne
Stefan Böhm
DRUCKEN
Die Ernüchterung nach der Wahl in den USA kam schnell. Der Dow Jones Industrial verzeichnete starke Verluste und auch beim DAX ging es nach unten.
Doch wenn die letzten Monate und Jahre eines gezeigt haben: Starke Kursbewegungen haben nicht mehr dieselbe Aussagekraft wie früher, denn die Volatilität an den Börsen hat wegen der geringen Umsätze zugenommen.

Fiskal-Klippe rückt in den Fokus

Für die negative Stimmung gibt es mehrere Gründe: So richten die Anleger ihr Augenmerk wieder mehr auf die Fiskal-Klippe, die weiterhin die konjunkturelle Erholung in den USA gefährdet. Allerdings hat sich nach der Wahl die Ausgangslage nicht grundlegend verändert. Im Gegenteil: Durch den klaren Wahlsieg Obamas könnten unseres Erachtens die Chancen auf einen Kompromiss gestiegen sein. Den Republikanern dürfte es schwer fallen, ihre Blockadehaltung beizubehalten. Klar ist aber auch, dass dieses Thema die Börsen in den nächsten Wochen schwer in Atem halten wird.

Europas Wirtschaft taumelt

Dazu kamen wieder sehr schwache Konjunkturdaten aus Europa, die die Sorgen um die Eurokrise verstärkten. Auch in Deutschland enttäuschten die Zahlen zur Industrieproduktion und den Auftragseingängen im September. Das könnte bedeuten, dass die deutsche Wirtschaft nach einem guten dritten Quartal im letzten Vierteljahr ins Minus rutscht. Auch aus Spanien kamen schlechte Zahlen. Immerhin laufen aber die Anleiheauktionen gut. Spanien kann wohl seinen Kapitalbedarf in diesem Jahr ohne die Hilfe der EZB decken. Ministerpräsident Rajoy freut dies, will er doch unbedingt Auflagen von außen vermeiden. An den Börsen sorgt dies aber für Unsicherheit. Apropos Unsicherheit: Die Entscheidung über Griechenland wird immer weiter nach hinten verschoben. Nach EU-Angaben sollen neue Kredite erst Ende November freigegeben werden.

DAX-Quartalszahlen gemischt

Bei den Quartalszahlen der DAX-Unternehmen gab es sowohl Licht (Siemens, Münchener Rück, HeidelbergCement) als auch Schatten (adidas, Deutsche Post). Insgesamt sind aber die deutschen Unternehmen von einer Krise immer noch weit entfernt. Und das wird sich auch nicht ändern. Gegenwind ja, Geschäftseinbruch nein. So hat Siemens in seinem vierten Geschäftsquartal trotz der schwierigen Konjunktur ein leichtes Umsatzplus erzielt. Noch mehr freut aber die Anleger, dass ein milliardenschweres Sparprogramm angekündigt wurde. Der lange Zeit hartnäckige charttechnische Widerstand bei 80,00 Euro wurde zeitweise überwunden. Die Aktie kann mittelfristig weiter steigen. Im Grunde läuft es bei der Deutschen Post nicht schlecht: Die Logistiksparte DHL und das Paketgeschäft verzeichnen starke Umsatzzuwächse. Ergebnisseitig konnten die Quartalszahlen die hohen Erwartungen aber nicht bestätigen. Die Aktie fiel unter den seit Ende 2011 bestehenden Abwärtstrend zurück und dürfte nun erst einmal seitwärts tendieren. Die Commerzbank dagegen kündigte anlässlich der Vorlage des Quartalsberichts weitere deutliche Einsparungen und eine Umkrempelung des Filialgeschäfts an. Viele hatten sich aber mehr erhofft, vor allem bessere Zahlen. Es kam bei der volatilen Aktie daher zu Gewinnmitnahmen. Trotzdem: Die Aktie bleibt unterbewertet und kann mittelfristig wieder zulegen.

Fazit

Der DAX ist nach einem kurzen Abstecher über die Marke von 7.400 Punkten am Mittwoch wieder unter die Marke von 7.200 Punkten zurückgefallen. Für einen Ausbruch nach oben scheint derzeit die Unsicherheit einfach zu groß. Nach unten ist weiterhin die Unterstützungszone bei 7.100/7.000 Punkten maßgeblich. Allerdings hat die seit Juni bestehende Aufwärtstrendlinie keine Gültigkeit mehr. Der Index bleibt in einer Seitwärtsbewegung, wobei die Abwärtsrisiken derzeit überwiegen.

Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

The rise of Tiger and Dragon: Die besten Aktien aus China!

China ist das Bevölkerungsreichste Land der Erde. Mit einem zuletzt gemeldeten Wirtschaftswachstum von fast 7 % im 1. Halbjahr 2017 ist das Land auf bestem Wege, das eigene Wachstumsziel zu übertreffen. Erfahren Sie im neuen Anlegermagazin, bei welchen chinesischen Aktien vielversprechende Zukunftsaussichten bestehen und warum.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX geht kaum bewegt ins Wochenende -- US-Börsen kaum verändert -- Bundestagswahl und DAX: Darauf hoffen Börsianer -- Lufthansa mit guten Chancen bei Air Berlin -- Apple, Siltronic, Airbus im Fokus

Siemens und Alstom ringen um Bahntechnik-Bündnis. L'Oreal-Aktie profitiert von Spekulationen über Nestlé-Anteil. Liliane Bettencourt: Reichste Frau der Welt ist tot. China kritisiert Herabstufung durch Ratingagentur S&P. Personalvermittler Adecco setzt Erlöswachstum im dritten Quartal fort.

Top-Rankings

KW 38: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 38: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 37: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Der CEO von Allianz, BMW oder doch Daimler?
Diese Manager lieben die Deutschen
Das sind 2017 bislang die größten Verlierer in Buffetts Depot
Welche Aktie enttäuschte bisher am meisten?
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Banken wurden für die Finanzkrise am härtesten bestraft
Welche Bank zahlte am meisten?
mehr Top Rankings

Umfrage

Der Dieselskandal hat die Reputation der deutschen Wirtschaft beschädigt. Unterstützen Sie deshalb die Forderung der Anti-Korruptions-Organisation nach einem Unternehmensstrafrecht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Scout24 AGA12DM8
Apple Inc.865985
BYD Co. Ltd.A0M4W9
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Allianz840400
CommerzbankCBK100
BMW AG519000
TeslaA1CX3T
Deutsche Telekom AG555750
Bitcoin Group SEA1TNV9
adidas AGA1EWWW