Telekomaktien gelten im Allgemeinen als relativ stabil und weniger von der Konjunktur abhängig. Hohe Dividendenrenditen und eine auch in Krisenzeiten stabile Ertragslage machen die Branche für Value-Investoren interessant. Die Gewinnwarnung der Deutschen Telekom vor einigen Tagen zeigt jedoch, dass die Telekom-Aktien auch nicht ohne Fehl und Tadel sind. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Branche.
France Telecom versprüht Optimismus
Im Gegensatz zum deutschen Mitbewerber sieht sich FT-Chef Didier Lombard durchaus in der Lage, die Ziele für 2009 zu bekräftigen und nicht, wie etwa die Konkurrenz aus Bonn, nach unten zu korrigieren. Zwar sank das EBITDA der Franzosen im ersten Quartal um sieben Prozent auf 4,3 Mrd. Euro und die Umsätze gingen von 13,0 auf 12,7 Mrd. Euro zurück, dennoch soll 2009 ein organischer Cash-Flow von acht Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Auch die meisten Aktienanalysten erwarten nach dem Gewinneinbruch im letzten Geschäftsjahr ab 2009 wieder steigende Gewinne. Das Umsatzhoch von 2008 dürfte allerdings so schnell nicht mehr erreicht werden. Als Reaktion auf das schlechtere Marktumfeld wird der Konzern unter anderem bei den Investitionen sparen. Neben dem französischen Heimatmarkt sind vor allem die Emerging Markets wichtige Bestandteile der Unternehmensstrategie. Damit wird aber auch eines der Unternehmensrisiken sichtbar: Sollte sich der Wirtschaftsabschwung in den Emerging Markets verschärfen, wäre wohl auch France Telecom zu einer Korrektur der Erwartungen gezwungen. Auch eine Personalie wurde nun bereits bekannt: Der Nachfolger von Vorstandschef Didier Lombard, der nach Ablauf seines Vertages aus Altersgründen ausscheidet, steht bereits fest. Der Sarkozy-Vertraute Stéphane Richard wird ab Mitte 2011 neuer Chef des FT-Konzerns mit seinen 220.000 Mitarbeitern. Trotz des offensichtlich politisch motivierten Wechsels gilt Richard als sehr konstruktiv und kompetent.
Fazit:
Auch die Aktie der France Telecom blieb im letzten Jahr nicht von Kursrückgängen verschont. Nachdem der Kurs am Widerstand bei 21 Euro scheiterte, folgte ein doch relativ deutlicher Rückgang bis an die 16-Euro-Marke, wo sich die Aktie nun zu stabilisieren scheint. Im DaxVestor zeigen wir Ihnen, wie Sie von der relativen Stärke der France-Telecom-Aktie am besten profitieren können.
Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.de
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