03.12.2012 09:51
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Geht dem DAX bald die Puste aus?

DaxVestor-Kolumne

Stefan Böhm
Wie eine Fieberkurve geben die Börsen derzeit den Stand der Verhandlungen um den Staatshaushalt der USA wider.
Am Mittwoch äußerte sich der Mehrheitsführers der Demokraten im Senat, Harry Reid, noch frustriert über den mangelnden Fortschritt in den Gesprächen. Das schickte die Kurse nach unten. Aber nicht lange: Noch am gleichen Tag sagte John Boehner, der Sprecher der Republikaner, er sei zuversichtlich, dass eine Einigung erzielt werden kann. Die Kurse legten wieder zu und stiegen an der Wall Street auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Auch der DAX kletterte erstmals seit Anfang November wieder über 7.400 Punkte.

Die Fiskal-Verhandlungen in den USA bleiben zäh

Das alles sind natürlich nur Momentaufnahmen im Fiskalstreit. Da spielen kurzfristig orientierte Trader mit den Markterwartungen. Tatsache ist, dass die Verhandlungen zäh bleiben und eine Einigung vermutlich erst in letzter Minute erfolgen wird. Aber sie wird kommen, denn vor allem die Republikaner können sich kein Scheitern erlauben. Ein echtes Aufatmen an den Märkten wird aber ebenso wie eine Einigung der beiden Parteien noch auf sich warten lassen, vermutlich bis kurz vor Weihnachten.

Konjunkturdaten meist besser als erwartet

Die in den letzten Tagen veröffentlichten zahlreichen US-Konjunkturdaten fielen überwiegend gut aus. Das gab den Börsen ebenfalls Auftrieb. Aber es ist natürlich nicht alles Gold, was glänzt. Die Daten zeigten auch, dass es nach wie vor eine Konsumschwäche gibt und der Arbeitsmarkt gedrückt bleibt. Die US-Notenbank wird daher an ihrer Politik der Anleihekäufe noch lange festhalten, wie sie im Beige Book bestätigte. Das wiederum ist gut für den Aktienmarkt, denn die Liquidität wird auf absehbare Zeit nicht knapp werden! Wie die US-Zahlen so legten auch andere Wirtschaftsdaten nahe, dass die Weltkonjunktur nicht in eine Abwärtsspirale gerät: Das BIP stieg sowohl in der Schweiz als auch in Schweden im dritten Quartal stärker als erwartet an. Beide Länder sind stark vom Außenhandel abhängig. Insgesamt passen die Konjunkturzahlen zu einem Aktienmarkt, der sich seit Monaten in einer breiten Seitwärtsbewegung befindet.

Fazit

In einer raschen Aufwärtsbewegung ist der DAX nach dem Absacker unter die 7.000 Punkte wieder an das obere Ende des Seitwärtstrendkanals bei 7.400/7.450 Punkten gestoßen. Fundamentaler Hintergrund: Die weltweiten Krisenherde scheinen sich zu entschärfen. Ob der DAX die Kraft hat, nach oben auszubrechen, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich kommt erst mal eine Verschnaufpause. Die richtig guten Argumente für einen weiteren Kursanstieg fehlen noch. Charttechnisch ist die Widerstandszone bei 7.450/7.480 Punkten entscheidend.

Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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