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14.11.2011 10:26

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DAXVESTOR-KOLUMNE

Gute Quartalszahlen stützen den DAX – trotz Eurokrise

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Am Donnerstag gab es eine spektakuläre Wende am Aktienmarkt:

Zuerst startete der DAX aufgrund sehr negativer Vorgaben aus den USA und aus Asien mit 5.720 Punkten in den Handel. Doch dann gab es eine Erholung auf mehr als 5.900 Punkte, vor allem weil die größte Sorge der Anleger, nämlich eine Eskalation der Eurokrise, etwas nachließ. Die Renditen italienischer Staatsanleihen, die noch am Mittwoch kräftig zugelegt hatten, bildeten sich wieder zurück. Aus unserer Sicht zu Recht, denn der Pessimismus ist derzeit zu groß: Italien ist nicht Griechenland, weder ökonomisch noch politisch. Italien als Reizthema wird uns dennoch in den nächsten Wochen erhalten bleiben.

Post und Telekom mit positiven Überraschungen

Immerhin: Die Quartalszahlen der DAX-Unternehmen fielen überwiegend erfreulich aus. Echte positive Überraschungen brachten vor allem die Deutsche Post und die Deutsche Telekom. Beide Aktien legten deutlich zu. Vor allem Post-Chef Frank Appel verströmte einiges an Zuversicht: Er hob die Prognosen für 2011 an und erwartet auch 2012 keine Rezession, sondern rechnet mit einem steigenden Gewinn. Einige Aktienanalysten hoben daraufhin ihre Prognosen gleich an. Die Aktie konnte zulegen, scheiterte aber bislang in einem schwachen Marktumfeld am Widerstand bei 11,30 Euro. Was uns an der Post allerdings nicht gefällt, ist die aufgrund der hohen Goodwill-Position von 11,5 Mrd. Euro schwache Bilanzstruktur. Kurzfristig könnte die Aktie aber weiter zulegen, falls, ja falls sich die allgemeine Stimmung an den Börsen wieder bessert.

Versorger RWE und E.ON wieder gefragt

Die Zahlen der Versorger E.ON und RWE waren mehr oder weniger erwartet schwach und wurden von Analysten skeptisch kommentiert. Dennoch konnten beide Titel deutlich zulegen und das dürfte vor allem daran liegen, dass die Unsicherheit über die kommenden Jahre etwas nachgelassen hat. Während nämlich die Zahlen für das letzte Quartal schlecht ausfielen, bestätigte z.B. RWE die Planung für 2013. Und wenn kein weiterer massiver Gewinneinbruch zu erwarten ist, dann lockt die hohe Dividendenrendite von deutlich mehr als fünf Prozent viele Anleger wieder in beide Aktien. Wir sehen E.ON und RWE für Dividendenjäger als interessant an.

Siemens und K+S enttäuschen den Markt

Siemens traf mit seinen Zahlen für das am 30. September endende Geschäftsjahr die Markterwartungen. Allerdings enttäuschte die Gewinnmarge etwas. Noch schlimmer: Auch das erwartete Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent im kommenden Geschäftsjahr dürfte keinen höheren Gewinn bringen. Das liegt nicht zuletzt an den Kostenbelastungen durch Umstrukturierungen. So sollen das Joint-Venture mit Nokia in der Netzwerkausrüstung und auch der Medizinbereich auf Vordermann gebracht werden. Die Aktie gab nach der Vorlage des Berichts nach. Doch eine echte Überraschung ist der eher skeptische Ausblick des Vorstands nicht: Die von uns ermittelte Konsensus-Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2011/12 geht bereits von einem leichten Gewinnrückgang aus. Der Siemenstanker spürt die konjunkturelle Gegenströmung, bleibt aber auf Kurs. Und das gilt dank niedriger Bewertung und attraktiver Dividendenrendite auch für die Aktie. Wie Siemens lieferte der Düngemittelhersteller K+S eigentlich die erwarteten Zahlen, reduzierte aber die unternehmenseigenen Prognosen leicht. Und da viele Analysten bisher eher optimistischer waren als der Vorstand selbst, ging es mit der Aktie kräftig nach unten. Der Titel dürfte vorerst schwach bleiben und mittelfristig in einem Intervall zwischen 36 und 48 Euro gefangen sein.

DAX bleibt volatil

Die Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise in Italien hat den DAX wieder unter die 6.000er Marke gedrückt. Doch die Stimmung hat sich weltweit an den Börsen zum Wochenschluss wieder gebessert und das gab auch dem DAX Auftrieb. Ein erneuter Anstieg über die wichtige Marke von 6.000 Punkten wäre charttechnisch gesehen sehr positiv und würde dem Index weiteren Auftrieb geben. Doch sicher scheint in diesen Zeiten nur eines: Große Kursschwankungen bleiben auf der Tagesordnung.

Fazit:

Die Lage am Aktienmarkt bleibt angespannt. Die Unternehmen reduzieren zwar ihre Prognosen, verdienen jedoch immer noch gutes Geld. Entscheidender wird für die nächsten Tage jedoch sein, ob es Italien gelingt, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Sollte dies glücken, dann wird es beim DAX wieder über 6.000 Zähler nach oben gehen.

Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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