Pharmaaktien gelten als defensiv. Gleichwohl sind sie keine Langeweiler und können gute Renditechancen bieten. Nachdem die
Schweinegrippe aufgrund des ersten Todesfalls in Europa wieder verstärkt in den Mittelpunkt gerückt ist, sind auch die
Aktien der Hersteller von Impfstoffen gefragt. Die Titel der beiden wichtigsten Player, die britische GlaxoSmithKline und die Schweizer Novartis, konnten bereits deutlich zulegen.
Impfstoffgenehmigung im Herbst 2009?
Während die Briten versuchen, den Impfstoff in Eiern anzusetzen, hat sich Novartis für einen zellbasierten Ansatz entschieden. Wie es aussieht, kommen die Schweizer damit schneller zum Ziel als gedacht. Schon im Juli sollen klinische Tests stattfinden, eine Impfstoffgenehmigung könnte bereits im Herbst 2009 erteilt werden, also noch vor dem Beginn der jahreszeitüblichen Grippesaison. Dies ist sehr wichtig, weil der bislang an sich eher milde Verlauf der meisten Schweinegrippeerkrankungen sich im Herbst verschärfen könnte, da das aktuelle Virus wieder vom Menschen auf Schweine zurückübertragen wurde und dort zu einer gefährlicheren Variante mutieren könnte. Zudem hat die Weltgesundheitsorganisation WHO aufgrund der weltweiten Verbreitung des Schweinegrippe-Virus A/H1N1 inzwischen die höchste Stufe ihres Pandemieplans ausgerufen. Nicht zuletzt deshalb beginnen Regierungen weltweit mit der Bestellung von Impfstoffen. Bei Novartis sind inzwischen Orders von 30 Regierungen eingegangen, darunter auch von den USA, die im Mai eine Bestellung im Volumen von 289 Mio. US-Dollar aufgegeben haben. Novartis-Chef Daniel Vasella rechnet damit, dass eine Impfung zwischen elf und 16 CHF, umgerechnet rund 7,30 bis 10,60 Euro, kostet.
Jenseits der Schweinegrippe
Natürlich ist die Schweinegrippe für einen Konzern wie Novartis nur einer der Umsatzträger. Medikamente wie z. B. das Krebspräparat Afinitor, für das im März die Zulassung für die USA erteilt wurde, sind weitere mögliche Blockbuster. Die Analysten von Independent Research schätzen das Potenzial von Afinitor auf 500 Mio. USD. In Europa steht die Genehmigung noch aus. Zudem gibt es bei Novartis nur relativ geringe Patentrisiken, also die Gefahr, dass Generikahersteller mit Billigmedikamenten auf den Markt drängen. Durch die Umstrukturierung der F&E-Abteilung und durch gezielte Zukäufe soll die Produktpipeline zudem immer gut gefüllt sein.
Fazit:
Die Novartis-Aktie bietet derzeit eine interessante Einstiegschance. Wir zeigen Ihnen im DaxVestor, wie Sie am besten von dem Kurspotenzial des Pharmatitels profitieren.
Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.de
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