
US-Konjunktur erholt sich
Aus makroökonomischer Sicht ist die Erholung am US-Immobilienmarkt ein entscheidender Faktor für die US-Konjunktur. Seit einiger Zeit gibt es belastbare Signale, die ein Ende der Krise am Immobilienmarkt anzeigen. US-Aktien-Expertin Joanna Shatney vom Vermögensverwalter Schroders sieht dadurch positive Multiplikatoreffekte für die Wirtschaft, die von den Investoren bislang unterschätzt würden. Für eine durchgreifende Erholung muss allerdings auch der Arbeitsmarkt wieder Fahrt aufnehmen. Hier gibt es bislang nur zaghafte Signale, die zudem vom Parteienstreit belastet werden, denn sollte es zu starken Ausgabenkürzungen kommen, wird sich dies negativ auf die Beschäftigung auswirken. Durch die Anhebung der US-Schuldengrenze für drei Monate – ein neuer Vorschlag der Republikaner – ist zumindest etwas Zeit gewonnen. Das Durchwursteln im Washingtoner Politikbetrieb geht damit weiter. Für Aktien ist das zwar nicht optimal, aber man kann damit leben.
Gewinne steigen wieder!
Damit zum zweiten wichtigen Thema, den Unternehmensgewinnen. Schon die Zahlen zum dritten Quartal 2012 zeigten eine deutliche Verlangsamung des Gewinnwachstums. Die aktuelle Berichtssaison zum Schlussquartal 2012 dürfte ebenso durchwachsen werden. Die bislang veröffentlichten Zahlen belegen diese These, wenngleich die positiven News leicht überwiegen. Von den etwa 70 S&P-500 Unternehmen, die bislang Zahlen vorlegten, konnten rund 60 Prozent die Erwartungen übertreffen – im Schnitt um 2,3 Prozent beim Gewinn und 5,8 Prozent beim Umsatz. Die Gewinne dieser Unternehmen stiegen im Schnitt um 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der Blick richtet sich auf 2013
Nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass 2012 ein Übergangsjahr war. Allerdings sind die Erwartungen auch nicht allzu hoch. Für die noch ausstehenden rund 430 Unternehmen des S&P-500 wird im Schnitt ein Gewinnrückgang von 2,5 Prozent für das 4. Quartal vorhergesagt. Im Gesamtjahr 2012 dürften die Unternehmensgewinne damit um magere 2,7 Prozent steigen. Die Prognose für 2013 liegt mit +8,3 Prozent wieder deutlich darüber und mit +11,3 Prozent für 2014 sowieso. Treffen die Prognosen zu, so würde durchaus Potenzial für eine höhere Bewertung der Aktien vorliegen. Das 2012er KGV des S&P-500 ist mit 17,5 allerdings schon recht hoch. Auf Basis der 2013er Gewinnschätzungen sieht diese Kennzahl mit 13,3 schon wieder viel freundlicher aus. Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, rückt verstärkt die 2013er Prognose ins Blickfeld – und die lässt weiteren Bewertungsspielraum nach oben zu.
Fazit Trotz Unsicherheitsfaktoren wie den Parteienstreit sind US-Aktien derzeit attraktiv. Der marktbreite S&P-500 hat kürzlich den wichtigen Widerstand bei 1.467 Punkten überwunden und so auch charttechnisch ein Kaufsignal generiert.
Stefan Böhm (Diplom-Volkswirt) ist Chef-Redakteur des DaxVestor Börsenbriefs. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dax-vestor.deDer obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
Hamtaro schrieb: 23.01.2013 14:41:02 ...und der DAX ist wieder zu feige die 8000er Hürde zu nehmen. Na, dann schon mal die Ski anschnallen für die nächste Abfahrt ins Tal der Hoffnungslosen. |
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