08.12.2012 06:00
Bewerten
 (2)

ThyssenKrupp: Vorstände gehen, Milliarden fehlen

Debakel droht: ThyssenKrupp: Vorstände gehen, Milliarden fehlen | Nachricht | finanzen.net
ThyssenKrupp: Vorstände gehen, Milliarden fehlen
Debakel droht

ThyssenKrupp: Kommenden Dienstag legt der Stahlkonzern die Bilanz vor und wird wohl neue Abschreibungen bekannt geben. Die Dividende wackelt.

€uro am Sonntag

von S. Bauer und J. Spiering, Euro am Sonntag

Wenn ThyssenKrupp am Dienstag seine Zahlen für das im September abgelaufene Geschäftsjahr vorstellt, müssen sich Anleger auf das Schlimmste gefasst machen. „Die Zahlen werden ein Desaster. Es wird enorme Abschreibungen geben, die Verluste sind riesig“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Offenbar sind die Belastungen durch die Stahlwerke in Brasilien und den USA so groß, dass der Traditionskonzern in seinen Grundfesten erschüttert wird. „Die Substanz des Unternehmens wird enorm geschwächt, die Vermögenslage verschlechtert sich dramatisch“, so die Kreise.

Milliardengrab Amerika
Schätzungen zufolge haben die Amerika-Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro angehäuft. Seit Mai versucht Vorstandschef Heinrich Hiesinger, die defizitären Werke, die noch mit rund sieben Milliarden Euro in den Büchern stehen, zu verkaufen — bislang ohne Ergebnis.

Publik gewordene Gebote liegen weit unterhalb dieses Buchwerts. Die jüngste Bewertung stammt aus einer Offerte des brasilianischen Stahlkonzerns CSN, der rund 2,3 Milliarden Euro geboten haben soll. Bilanzierungsregeln könnten der Konzernspitze nahelegen, bereits jetzt milliardenschwere Abschreibungen vorzunehmen. „Mindestens drei Milliarden Euro, vielleicht auch mehr, müssen abgeschrieben werden“, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Demnach würde ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger kommenden Dienstag einen Nettoverlust von mindestens vier Milliarden Euro berichten. Eine Gewinnwarnung hat Hiesinger bislang nicht gegeben: Die Jahresprognose betrifft den operativen Gewinn. Das operative Geschäft scheint im vierten Quartal weitgehend nach Plan gelaufen zu sein.

Doch durch die Abschreibungen würde das Eigenkapital des Konzerns weiter stark reduziert. Bei einer Wertberichtigung in Höhe von drei Milliarden läge das Eigenkapital bei rund sechs Milliarden Euro und wäre damit in zwölf Monaten um über 40 Prozent geschrumpft.

Ausschüttung in Gefahr
Auch im laufenden Geschäftsjahr drohen hohe Belastungen. „Es wird weitere hohe Abschreibungen geben“, heißt es. Allein die operativen Verluste aus Amerika sollen Analysten zufolge abermals rund eine halbe Milliarde Euro betragen.

Wie aus den Unternehmenskreisen verlautet, bestehe überdies die Gefahr, dass der Konzern aufgrund der angespannten Finanzlage „auf Jahre hinaus keine zufriedenstellende Dividende“ mehr zahlen könne. Ein Novum für ThyssenKrupp. Schließlich wird die Stiftung Alfried Krupp von Bohlen und Halbach durch die Dividende finanziert. Die Krupp-Stiftung ist mit 25,3 Prozent größter Einzelaktionär.

Verärgerung besteht im Konzern über Stahlchef Edwin Eichler. Nach Informationen dieser Zeitung soll der 50-Jährige mit seinen Geschäftsprognosen für das abgelaufene Geschäftsjahr stark danebengelegen und den Aufsichtsrat nicht oder zu spät darüber informiert haben.

Eichler muss sein Vorstandsamt zum Ende des Jahres abgeben. Auch der durch eine Luxus­reiseaffäre belastete Kommunikationschef Jürgen Claassen und Technologievorstand Olaf Berlien müssen ihren Hut nehmen. Trotz des radikalen Kahlschlags im Vorstand, der in der Wirtschaftsgeschichte Deutschlands einmalig ist, gerät inzwischen auch Aufsichtsratschef Jürgen Cromme heftig unter Druck. „Für einen Neuanfang müsste auch der Chefaufseher gehen, der die Werke in Amerika mit abgenickt hat“, sagt ein Analyst.

Bildquellen: ThyssenKrupp AG

Nachrichten zu thyssenkrupp AG

  • Relevant
  • Alle2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Euro am Sonntag-Analyse
Die Essener verkaufen das Stahlwerk in Brasilien. thyssenkrupp-Vorstandschef Hiesinger kommt damit ein großes Stück voran. Das nächste Ziel ist schon angepeilt.
27.02.17
24.02.17

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu thyssenkrupp AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
28.02.2017thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
24.02.2017thyssenkrupp kaufenDZ BANK
23.02.2017thyssenkrupp kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
23.02.2017thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
23.02.2017thyssenkrupp buyDeutsche Bank AG
24.02.2017thyssenkrupp kaufenDZ BANK
23.02.2017thyssenkrupp kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
23.02.2017thyssenkrupp buyDeutsche Bank AG
23.02.2017thyssenkrupp buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.02.2017thyssenkrupp buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
28.02.2017thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
23.02.2017thyssenkrupp NeutralJP Morgan Chase & Co.
22.02.2017thyssenkrupp neutralIndependent Research GmbH
22.02.2017thyssenkrupp Equal weightBarclays Capital
22.02.2017thyssenkrupp HoldBaader Bank
09.02.2017thyssenkrupp SellS&P Capital IQ
09.02.2017thyssenkrupp ReduceKepler Cheuvreux
06.02.2017thyssenkrupp verkaufenKepler Cheuvreux
02.02.2017thyssenkrupp SellGoldman Sachs Group Inc.
17.01.2017thyssenkrupp SellUBS AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für thyssenkrupp AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt über 12.000-Punkte-Marke -- Dow Jones erstmals über 21.000 Zählern und aktuell fester -- Nordex mit Zuwächsen -- US-Autoabsatzzahlen -- Bayer, Covestro, Linde, Praxair im Fokus

McDonald's-Aktie vom Handel ausgesetzt. Opel und GM: Eine unendliche Geschichte? Fünf Szenarien für die Zukunft Europas nach dem Brexit. Mylan-Gewinn mehr als verdoppelt. Darum macht Buffetts Apple-Investment wirklich Sinn. Zalando will 2017 Wachstumstempo halten. US-Rohöllagerbestände gestiegen.
Welche Branchen man besser meiden sollte.
Jetzt durchklicken
Diese Autos hat Trump in seinem Fuhrpark
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Risikopräferenz haben Sie beim Kauf eines Zertifikats? Welcher der fünf folgenden Risikoklassen (RK) würden Sie sich persönlich zuordnen?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Nordex AGA0D655
Deutsche Bank AG514000
Siemens AG723610
Daimler AG710000
GAZPROM PJSC (spons. ADRs)903276
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
OSRAM Licht AGLED400
Apple Inc.865985
BASFBASF11
BayerBAY001
CommerzbankCBK100
Allianz840400
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Deutsche Telekom AG555750