02.01.2013 17:02
Bewerten
 (0)

Dekabank-Chefvolkswirt: Einigung im US-Haushaltsstreit stabilisiert Konjunktur

    FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Wirtschaft wird nach Einschätzung der Dekabank mit der vorläufigen Einigung im Haushaltsstreit im neuen Jahr um etwas über zwei Prozent wachsen. "Der negative Effekt auf die Konjunktur dürfte mit den getroffenen Entscheidungen etwas schwächer als von uns erwartet ausfallen", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Die zusätzlichen Belastungen dürften das Wirtschaftswachstum der USA 2013 um rund einen halben Prozentpunkte drücken." Ohne eine Einigung hätte den USA möglicherweise ein Rückfall in die Rezession gedroht.

 

    Auch bei der in zwei Monaten anstehenden Entscheidung zur Schuldenobergrenze und bei den vertagten Ausgabenkürzungen erwartet Kater eine Lösung: "Die jüngste Einigung hat gezeigt, dass auch die Republikaner die wirtschaftliche Erholung nicht gefährden wollen." Ein großer Wurf sei jedoch angesichts der weit auseinander liegenden Positionen zwischen Republikanern und Demokraten auch bei diesen Entscheidungen nicht zu erwarten.

 

    Trotzt der wirtschaftspolitischen Blockaden sieht Kater die USA nicht auch Abwegen: "Die wirtschaftliche Strategie der USA in den fünf Jahren seit der Finanzkrise war durchaus konsistent." Der private Sektor sei entlastet worden, um seine Schulden abbauen zu können. Der Staat hingegen habe die Wirtschaft durch eine expansive Haushaltspolitik gestützt und weiter Schulden aufgebaut. "Mit dieser Politik ist die USA stärker gewachsen als beispielsweise die Eurozone." Zudem habe die USA eine Bilanzbereinigung bei ihren Banken früher und entschlossener als andere Staaten vorangetrieben.

 

    Die positive Reaktion der Finanzmärkte auf die Einigung hält Kater allerdings für übertrieben: "Schließlich waren die meisten Beobachter bereits Anfang Dezember überzeugt, dass es rasch zu einer Lösung kommt." Die starken Aktienkursgewinne spiegelten vielmehr die generell hohe Präferenz für Aktien wieder. /jsl/jkr/she

 

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Anzeige

Heute im Fokus

DAX startet leicht fester -- Juncker will Italien und Frankreich nicht bestrafen -- Berlin und Paris für stärkere Regulierung von Internetfirmen -- Blackberry, E.ON im Fokus

Merck will bei Consumer Health Umsatzmilliarde knacken. Bahn vor Verhandlungen mit GDL kompromissbereit. Twitter-Finanzchef vertwittert sich erneut. Rosneft-Chef: Ölpreis von 60 Dollar möglich. Allianz vor Verkauf des Privatkundengeschäfts von Fireman's Fund?. Opec befeuert Ölpreisverfall.
20 Dinge, die man für 561 Milliarden Euro kaufen könnte

Diese Firmen investieren am meisten in Forschung und Entwicklung

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Der milliardenschwere "Soli" soll nach dem Willen von Rot-Grün ab dem Jahr 2020 auch den Ländern und Kommunen im Westen Deutschlands zugutekommen. Was halten Sie von diesem Vorhaben?