Der Weise mit dem Löwenherz (EuramS)
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Seit 1965 erzielte Berkshire Hathaway eine Performance von durchschnittlich gut 21 Prozent pro Jahr. Nur in einigen wenigen Jahren war die Wertentwicklung schlechter als beim Börsenindex S & P 500. Knapp ein Drittel der Holding gehört Buffett, zwei Drittel werden von freien Aktionären gehalten.
Die Anteilseigner müssen freilich in Kauf nehmen, dass der große Meister jahrelang einfach stillhält. Von 2004 bis 2007, als an der Börse Hausse herrschte, investierte Buffett praktisch kaum. Die Folge: In der Kasse von Berkshire Hathaway hatte sich Ende 2007 ein Barschatz von 38 Milliarden Dollar angesammelt. "Es ist schmerzlich, auf so viel Geld zu sitzen. Aber noch schmerzlicher ist es, etwas Dummes damit anzustellen", pflegt Buffett zu sagen.
Jetzt jedoch, wo alle anderen der Mut verlässt, zeigt er, welches Löwenherz in ihm steckt. Seit Anfang 2008 hat Buffett rund 28 Milliarden Dollar investiert; er kaufte etwa den US-Energiehändler Constellation, eine Werkzeugfabrik in Japan und eine Batteriefirma in China. Buffett scheint den Erfolg gepachtet zu haben. Tausende von Investoren versuchen, seine Strategien zu kopieren. Doch einfach in die gleichen Aktien zu gehen wie der Kultinvestor, führt nicht weit – Buffett, der mit Milliarden jongliert, bekommt von den Zielunternehmen oft generöse Konditionen, auf die Kleinanleger nicht hoffen dürfen.
Sowohl General Electric als auch Goldman Sachs räumen Buffett eine Garantiedividende von zehn Prozent auf die erworbenen Vorzugsaktien ein. Zudem erhielt er von beiden Firmen das Recht, neue Stammaktien unter dem aktuellen Kurs zu beziehen. Davon können private Investoren nur träumen.


