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09.10.2012 11:22

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DEUTSCHE AUTOBAUER IM GLÜCK

Deutsche Autos gehen weiter weg wie warme Semmeln

Daimler zu myNews hinzufügen Was ist das?


Trotz aller Konjunktursorgen brummt das Geschäft der deutschen Autobauer weiter. Die Wirtschaftsflaute hat offenbar noch nicht auf deren Segment durchgeschlagen.

Sowohl die Premiumhersteller BMW, Audi und Mercedes-Benz als auch Europas Branchenprimus Volkswagen steigerten die Verkäufe im September deutlich und verbuchten im dritten Quartal neue Rekorde. Für die vor der Tür stehende Berichtssaison zum dritten Vierteljahr 2012 dürfte das wohl Gutes verheißen.

   Die größten Zuwächse im Vormonat verbuchten BMW und Audi, die sich weiter ein heißes Rennen um die Spitze im Oberklassesegemnt liefern. BMW steigerte die Verkäufe auf Konzernebene um gut 11,5 Prozent auf weltweit fast 178.000 Stück, der Absatz der Kernmarke mit dem blau-weißen Emblem legte sogar um mehr als 14 Prozent auf etwa 147.000 zu. Die Marke mit den vier Ringen verkaufte sich im September weltweit gut 136.500 Mal, ein Plus von gut 13,5 Prozent.

   Etwas hinterher hinkt weiter Mercedes-Benz: Die Stuttgarter brachten mit weltweit rund 132.500 Stück knapp 2,5 Prozent mehr Wagen an die Kunden in aller Welt, davon trugen etwa 123.500 den Stern auf der Kühlerhaube. Die Daimler-Tochter musste vor wenigen Wochen das eigentliche Jahresziel eines konstanten operativen Gewinns aufgeben und hatte damit Ängste geschürt, die Krise der auf Europa konzentrierten Volumenhersteller könnte auch auf das bis dahin stabile Premiumsegment übergreifen.

   Auch Europas größter Autobauer Volkswagen, der von seiner global breiten Aufstellung profitiert, legte im September weiter deutlich zu: Auf Konzernebene verkauften die Wolfsburger in den ersten neun Monaten des Jahres rund 6,8 Millionen Fahrzeuge - ein Plus von gut einem Zehntel. VWs wurden im September weltweit 472.100 losgeschlagen, gut 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit schwächte sich der Aufwärtstrend zwar ab, die Ampeln stehen für die Niedersachsen aber weiter auf grün.

   Erfolgsgaranten waren für die gesamte Branche zuletzt einmal mehr vor allem die üblichen verdächtigen Märkte: China, die USA, Indien und Russland. "Volkswagen Pkw hat im September vor allem außerhalb von Europa weiter kräftig zugelegt", sagte stellvertretend Christian Klingler, Vertriebschef der Niedersachsen. In Westeuropa bleibe das Marktumfeld schwierig, erklärte er, weshalb VW weiter "sehr aufmerksam" sei. Der neue Golf VII mit schon 15.000 Vorbestellungen stimme aber optimistisch.

   "Wir konnten im September unsere Auslieferungen deutlich steigern und einen neuen Höchstwert beim Absatz erzielen, auch wenn das Marktumfeld in einigen europäischen Ländern weiterhin schwierig ist", sagte auch BMW-Vertriebschef Ian Robertson. "Unsere Fahrzeuge sind bei den Kunden in aller Welt sehr gefragt, weshalb wir auch im vierten Quartal mit einer positiven Absatzentwicklung bei volatilem Marktumfeld rechnen". BMW liege voll auf Kurs, im Gesamtjahr bei den Auslieferungen eine neue Bestmarke zu erreichen. Gleiches erwarten auch Audi, Mercedes-Benz und Volkswagen.

   Und das, obwohl der westeuropäische Automobilmarkt seit Monaten schwer von der Schuldenkrise gebeutelt wird. Wegen der Unsicherheit machen Autokäufer vor allem im Süden des alten Kontinents einen großen Bogen um die Verkaufsläden. Der sowieso als weitgehend gesättigt geltende weltweit drittgrößte Automobilmarkt dürfte in diesem Jahr deshalb zum fünften Mal in Folge schrumpfen, die Neuzulassungen auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er Jahre sinken. Zuletzt hatte sich die Talfahrt sogar beschleunigt, einige Experten schließen sogar einen fast prozentual zweistelligen Rückgang der Zulassungen nicht mehr aus.

   Wachstum gibt es vor allem außerhalb Westeuropas, was für Hersteller wie Renault, Peugeot und Opel mehr als schwierig ist, da sie vor allem auf dem alten Kontinent aktiv sind. Während VW und Co. trotz der sich insgesamt abschwächenden Dynamik nach wie vor einen Rekordwert nach dem nächsten feiern, gehen in Rüsselsheim und Frankreich die Schreckgespenster Stellenabbau und Werksschließungen um.

   Auch wenn Europas Branchenprimus Volkswagen angesichts des schwierigen Umfelds unlängst die internen Absatzziele ebenso leicht nach unten anpasste wie Porsche und Daimlers Gewinnwarnung den Markt aufschreckte, dürfte das dritte Quartal trotzdem gute Ergebnisse für die deutschen Autobauer bringen. Das zeigt ein Blick auf die Quartalsabsätze: Zwischen Juli und September legten BMWs Verkäufe beispielsweise um 9 Prozent zu, die von Audi sogar fast um 14 Prozent und auch Mercedes-Benz wuchs, wenngleich das Plus mit gut einem Prozent vergleichsweise mager ausfällt.

   In wenigen Wochen wird man schon mehr wissen: Als erster deutscher Autobauer wird sich VW am 24. Oktober in die Zwischenbilanz für die ersten neun Monate schauen lassen. Einen Tag später folgt Daimler. Audi wird dann Ende Oktober nachlegen.

Dow Jones Newswires, Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 13 AM EDT 10-09-12

Bildquellen: BMW AG

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