26.03.2013 09:49
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Deutsche-Bank-Chefvolkswirt lobt Einbeziehung von Gläubigern bei Zypern-Rettung

    DÜSSELDORF (DPA-AFX) - Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, hat das Vorgehen der Euro-Retter im Fall Zypern als Vorbild gelobt. "Man sollte jede sich bietende Gelegenheit nutzen, um Marktdisziplin wieder herzustellen", sagte David Folkerts-Landau dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). "Die Gläubiger von Banken und Staaten müssen herangezogen werden, bevor der europäische Steuerzahler zu Hilfe gerufen wird."

    Folkerts-Landau kritisierte, dass die Eurogruppe zunächst auch Kleinsparer an der Bankensanierung beteiligen wollte. "Sparer mit Einlagen unter 100.000 Euro hätte man von Anfang an schonen sollen", sagte er. "Das war ein gravierender Fehler, entstanden im Nebel der nächtlichen Verhandlungen."

    Ausdrücklich lobte Folkerts-Landau hingegen die Rolle von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in der Euro-Schuldenkrise. Weidmann sei "eine Stimme der Vernunft" in einer Zeit, die durch eine noch nie dagewesene monetäre Expansion der Notenbanken der USA, Englands und nun auch Japans geprägt werde. "Wir befinden uns inmitten eines historisch einmaligen geldpolitischen Experiments - und jetzt kommen auch noch stetig lauter werdende Rufe nach fiskalischer Expansion dazu", sagte Folkerts-Landau. Das sei ein "riskantes Spiel mit dem Wohlstand zukünftiger Generationen".

    Die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), der Sicherung des Euros Vorrang vor der Preisstabilität zu geben, sei "eine legitime politische Entscheidung von demokratisch gewählten Regierungen", sagte Folkerts-Landau. "Dies respektiere ich zwar, stimme dem aber nicht zu." Diese Entscheidung habe die Anreize für die politischen Entscheidungsträger in den südlichen Krisenländern, die für ein erfolgreiches Bestehen in einer globalisierten Weltwirtschaft notwendigen Reformen durchzusetzen, "entscheidend geschwächt". "Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone wird daher weit unter seinem Potenzial bleiben."/jkr/hbr

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