aktualisiert: 02.11.2012 14:35
Bewerten
 (0)

Neue Perspektiven in der Geldhaus-Oberliga

Die Deutsche Bank gilt als besonders systemrelevant
Deutsche Bank & Co
Systemrelevanz: Die Deutsche Bank gehört laut Finanzaufsicht zu den weltweit vier gefährlichsten Instituten. Das hat Folgen. Die Commerzbank verlässt die Spitzenklasse — was auch etwas Druck von ihr nimmt.
€uro am Sonntag

von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Der sogenannte Finanz­stabilitätsrat (FSB) hat im Auftrag der G 20-Staaten die Deutsche Bank als eines der vier gefährlichsten Geldhäuser der Welt eingestuft — und deshalb zusätzliche Eigenkapitalpuffer verlangt. Nach Einschätzung von Experten erhöht das jedoch nicht den Druck auf das Geldhaus zu weiteren Kapitalmaßnahmen, über die seit Monaten spekuliert wird. „Laut FSB müsste die Deutsche Bank von 2016 an einen zusätzlichen Kernkapitalpuffer von 2,5 Prozent aufbauen, um bis 2019 auf eine Mindestausstattung von 9,5 Prozent zu kommen“, erläutert Konrad Becker von Merck Finck. „Nach eigener Planung will die ­Deutsche Bank jedoch bis März 2015 auf eine Kernkapitalquote nach Basel III von über zehn Prozent kommen; sie liegt also bereits zwei Jahre früher über den neuen Anforderungen.“

Munition für Kritiker
Gravierendere Auswirkungen könnten sich laut Becker jedoch im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung des Instituts ergeben: „Die Bank darf also auf keinen Fall in Konkurs gehen, das heißt, sie wird auch mit allen Mitteln — auch staatlichen — gerettet werden. Die Einstufung könnte auch Kritikern der Bank neue Munition liefern, nach dem Motto: Da sieht man mal wieder, dass die Bank mit ihrem Investmentbanking ein sehr riskantes Geschäft betreibt.“

Der FSB hatte am Donnerstagabend eine Liste der weltweit system­relevanten Banken veröffentlicht. In der höchsten Kategorie tauchen vier Häuser auf: Neben der Deutschen Bank sind das noch die US-Institute Citigroup und JP Morgan Chase sowie die britische HSBC. Diese Banken stellen demnach bei einem Zusammenbruch eine Gefahr für das weltweite Finanzsystem dar.

Für die Einstufung spielte nicht nur Größe eine Rolle, sondern auch internationale Vernetzung. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet ­Universalbanken mit Privatkundensparte in diese Kategorie fielen, reine Investmentbanken aber nicht.

Diskussion über Geschäftsmodell
Nach Einschätzung von Bankenprofessor Hans-Peter Burghof wird die Deutsche Bank nun selbst verstärkt darauf achten, ob sie einige kapitalintensive Geschäfte lieber zurückfährt oder aufgibt. Für Wirbel haben diese Woche Äußerungen des Bankanalysten Dieter Hein gesorgt, der der Deutschen Bank Schönrechnerei ihres Investmentbankings vorwarf und eine Aufgabe dieses Geschäftsfelds forderte. Analyst Becker dazu: „Ich halte nichts davon, wenn jetzt Forderungen aufkommen, die Bank solle sich vom Investmentbanking trennen, weil damit kein Geld mehr verdient werden kann. Der Universalbankansatz ist bei allen Mängeln grundsätzlich ein sinnvolles Geschäftsmodell. Und die Deutsche Bank kann vom gerade angekündigten Rückzug der UBS aus dem Investmentbanking profitieren und selbst in einem schrumpfenden Markt Marktanteile gewinnen.“

Wohin treibt die Commerzbank? In der Rangliste der 28 global systemrelevanten Institute taucht die längst auf Deutschland fokussierte Commerzbank nicht mehr auf. Nach Einschätzung von Beobachtern nimmt die Herabstufung Druck von der Bank, was deren Kapitalausstattung angeht. Dennoch gilt sie weiterhin als „national systemrelevant“ und dürfte deshalb von den deutschen und europäischen Aufsehern genau beobachtet werden.

Am Donnerstag will das Haus nicht nur die Zahlen zum dritten Quartal 2012 veröffentlichen, sondern seine seit Monaten erwartete neue Strategie vorstellen. Experten vermissen insbesondere eine Strategie, wie das Geldhaus im Privatkundengeschäft mit seinen schwachen Margen Geld verdienen will.

Bildquellen: iStock/Henrik5000

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant3
  • Alle4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Praktiken "illegitim"
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die als "Cum-Cum"-Geschäfte bekanntgewordenen umstrittenen Steuertricks bei der Commerzbank näher beleuchten.
11:12 Uhr
03.05.16

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13:56 UhrCommerzbank NeutralBNP PARIBAS
12:26 UhrCommerzbank buyequinet AG
09:51 UhrCommerzbank buyDeutsche Bank AG
03.05.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
03.05.2016Commerzbank buySociété Générale Group S.A. (SG)
12:26 UhrCommerzbank buyequinet AG
09:51 UhrCommerzbank buyDeutsche Bank AG
03.05.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
03.05.2016Commerzbank buySociété Générale Group S.A. (SG)
03.05.2016Commerzbank kaufenDZ-Bank AG
13:56 UhrCommerzbank NeutralBNP PARIBAS
03.05.2016Commerzbank HaltenIndependent Research GmbH
03.05.2016Commerzbank HoldWarburg Research
03.05.2016Commerzbank NeutralCitigroup Corp.
02.05.2016Commerzbank HoldWarburg Research
03.05.2016Commerzbank verkaufenDeutsche Bank AG
15.02.2016Commerzbank UnderweightBarclays Capital
09.02.2016Commerzbank SellGoldman Sachs Group Inc.
25.01.2016Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
20.01.2016Commerzbank SellGoldman Sachs Group Inc.
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX im Minus -- Dow schwächer erwartet -- Dialog Semiconductor schwächelt -- Deutsche Telekom legt dank USA zu -- Siemens glänzt mit guten Ergebnissen -- adidas, HeidelbergCement, Beiersdorf im Fokus

Allianz-Aktionäre besorgt über künftiges Geschäftsmodell. Apple darf keine überholten iPhones in Indien verkaufen. Auftragsflut und Vorstandsrücktritt belasten ElringKlingers Ergebnis. Deutsche Bank zahlt 50 Millionen Dollar wegen Vorwurf der Zinsmanipulation. Continental steigert Nettogewinn stärker als erwartet. XING legt weiter kräftig zu.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Indizes als Basiswert sind sowohl bei Anlage- als auch bei Hebelprodukten sehr beliebt. Welchen der folgenden Indizes berücksichtigen Sie primär bei Ihrer Auswahl?