14.11.2012 16:14
Bewerten
 (0)

Deutsche Bank bleibt kurz vor Showdown im Kirch-Prozess hart

   Von Madeleine Nissen

   Die Deutsche Bank zeigt sich kurz vor Ende des Kirch-Prozesses kämpferisch. Weder will sie die Kirch-Erben mit einer Milliardensumme besänftigen, noch gibt es Pläne für einen Vergleich. Ein entsprechender Bericht des Manager Magazins sei "völlig aus der Luft gegriffen", erklärte die Bank zwei Tage vor der Verhandlung in München. Ein Sprecher der Kirch-Partei formulierte etwas zurückhaltender, er habe "keine Informationen" über einen Vergleich.

   Am Freitag sollte ursprünglich Vorstandschef Jürgen Fitschen vor Gericht erscheinen. Er wird sich jedoch, wie es das Gericht in der Einladung erlaubt hatte, von einem bevollmächtigten Mitarbeiter der Bank vertreten lassen. Ein Urteil gilt als sehr unwahrscheinlich, wenn es auch nicht komplett auszuschließen ist. Klar ist nur, dass der inzwischen mehr als zehn Jahre andauernde Prozess zwischen der Deutschen Bank und den Erben des inzwischen verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch in die letzten Runden geht.

   Beide Seiten streiten darüber, inwieweit eine Äußerung des ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstandschefs Rolf Breuer den Untergang des Kirch-Imperiums beschleunigt hat. Breuer hatte in einem Interview die Kreditwürdigkeit von Kirch in Frage gestellt und sich dabei auf das berufen, was "man liest und hört". Zu der Zeit fungierte die Deutsche Bank auch als Kreditgeber für die Kirch-Tochter Print-Beteiligungs GmbH, so dass Breuers Indiskretion besonderes Gewicht zukam. Nach Auffassung von Kirch waren diese Worte der Todesstoß für das wankende Medienunternehmen.

   Ein Vergleich der Bank mit den Kirch-Erben ist bereits schon einmal gescheitert. Fließen sollten 800 Millionen Euro. Doch den Investoren der Bank war diese Entscheidung schwer zu vermitteln. Sie fragten sich, warum sie für Breuers Indiskretion so viel bezahlen sollten. Vielmehr sollte Breuer in Regress genommen werden. Die Verhandlungen sollen auch daran gescheitert sein, dass sich die Vorstände der Deutschen Bank unter der Führung von Josef Ackermann damals nicht einigen konnten. Was genau der Grund war, bleibt letztlich das Geheimnis der Beteiligten. Mit dem heute erschienen Magazinbericht über neue Vergleichspläne wollen Spin-Doktoren offenbar Druck für einen Vergleich aufbauen.

   Doch die Deutsche Bank will nicht mitspielen. Ganz im Sinne der neuen Spar-Politik, die Fitschen und sein Vorstands-Kollege Anshu Jain ausgerufen haben, sieht sich die Bank nicht unter Druck, ohne Not viel Geld zu zahlen. Die Bank befindet sich mitten in der Umstrukturierung und dreht jeden Cent zweimal um, bevor sie ihn ausgibt.

   Auf der anderen Seite haben sowohl Jain als auch Fitschen ein dringendes Interesse daran, einen Schlussstrich unter das Kapital Kirch zu ziehen. Sie arbeiten hart an dem, wegen der Vielzahl von Klagen angekratzten Image der Bank. Gerade der Kirch-Prozess wirbelt in Deutschland viel Luft auf und dürfte für den Geschmack der Doppelspitze zu viele negative Schlagzeilen bringen.

   Ein Vergleich ist auch deswegen nicht ganz auszuschließen, da mit Jain und Fitschen frische Akteure die Fäden in der Hand halten und nicht der alte Vorstandschef Josef Ackermann. Dessen Verhältnis zu der Kirch-Seite gilt als nachhaltig zerrüttet.

   Die entscheidende Frage für einen Vergleich wird letztlich das "Wieviel" sein. Sollten die Kirch-Erben, die noch die Insolvenzverwalter auszahlen müssen, für den Geschmack von Jain und Fitschen zu hohe Ansprüche stellen, wird die Bank aller Voraussicht nach auf einen Vergleich endgültig verzichten und gegen ein nachteiliges Urteil in Revision gehen. Das erscheint zum jetzigen Stand das wahrscheinlichste Szenario zu sein.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/maw/jhe

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   November 14, 2012 09:43 ET (14:43 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 43 AM EST 11-14-12

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
23.02.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
16.02.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
15.02.2017Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.02.2017Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
06.02.2017Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
03.02.2017Deutsche Bank buyequinet AG
04.01.2017Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
29.11.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
03.11.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
28.10.2016Deutsche Bank buyKepler Cheuvreux
23.02.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
16.02.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.02.2017Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
03.02.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
03.02.2017Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
15.02.2017Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.02.2017Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
06.02.2017Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
06.02.2017Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
03.02.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones zum Schluss leicht im Plus -- Rocket Internet: Großaktionär reduziert Beteiligung -- STADA erhält verbindliche Offerte von Advent -- Apple, Tesla im Fokus

Nordex senkt Umsatzprognose. US-Finanzminister: Steuerreform kommt noch vor der Sommerpause. GERRY WEBER rechnet erneut mit Umsatz-Minus. Analysten glauben: Diese Firma könnte Warren Buffett als nächstes übernehmen. Glencore schafft den Sprung in die Gewinnzone. RWE: Abstufung durch Merrill Lynch belastet.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Wertpapiere besitzen Sie?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
TeslaA1CX3T
Nordex AGA0D655
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Apple Inc.865985
BayerBAY001
Kohl`s Corp.884195
Rocket Internet SEA12UKK
BASFBASF11
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750
CommerzbankCBK100
Wirecard AG747206
E.ON SEENAG99