10.12.2012 20:35
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Deutsche Bank plant keine neue Untersuchung in Bilanz-Affäre - Kreise

   Von Madeleine Nissen

   Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank plant unter der neuen Führung von Paul Achleitner offenbar keine neuen Untersuchungen wegen des Vorwurfs der Verschleierung von Milliardenverlusten. Die Vorwürfe seien schon unter der Leitung des früheren Aufsichtsratschefs Clemens Börsig umfänglich geprüft worden, sagte eine informierte Person zum Wall Street Journal Deutschland. Achleitner sehe angesichts der klaren Ergebnisse keinen Grund, das Paket noch einmal aufzuschnüren und neue Fragen zu stellen.

   Bei dem nächsten regulären Treffen des Risikoausschuss des Aufsichtsrats soll aber die Frage geklärt werden, wie es dazu kommen konnte, dass das schon mehr als zweieinhalb Jahre alte Thema in den Medien so hohe Wellen schlagen konnte. Vor allem der ehemalige Risikoanalyst der Bank, Eric Ben-Artzi, fährt in aktuellen Interviews schwere Geschütze auf. Er wirft seinem ehemaligen Arbeitgeber vor, Wertpapiere nicht den realen Marktpreisen entsprechend bewertet zu haben. Der Bank wird ferner von ehemaligen Mitarbeitern vorgeworfen, während der Finanzkrise Papierverluste in Milliardenhöhe verschleiert zu haben.

   Die Deutsche Bank hatte das dementiert: "Die Vorwürfe waren Gegenstand einer sorgfältigen und umfangreichen Untersuchung und haben sich als vollkommen unbegründet erwiesen". Das Institut betonte, dass ihre "Bewertungen und Finanzberichte korrekt waren" und ein bedeutender Teil der viele Milliarden US-Dollar schweren Handelsgeschäfte, die im Fokus der Ermittlungen stehen, bereits abgewickelt wurden, ohne dass irgendwelche nicht berichteten Verluste eingetreten seien.

   Die ehemaligen Banker hatten der US-Wertpapieraufsicht SEC gegenüber erklärt, Händler der Deutschen Bank hätten ein Derivate-Portfolio mit zu hohen Werten ausgewiesen, um rasant anwachsende Verluste im Zuge des Kollaps der Märkte im Jahr 2008 zu verstecken, sagten Insider. Die Ermittlungen der SEC laufen nach Auskunft der informierten Personen bereits seit Mai 2010. Sie sind offiziell noch nicht abgeschlossen, allerdings ist unklar, wie intensiv die Aufsicht der Sache noch nachgeht.

   Die Deutsche Bank war als eine der wenigen Großbanken in der Finanzkrise ohne staatliche Hilfen ausgekommen. Im Krisenjahr 2008 erlitt sie einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro, 2009 kehrte sie aber bereits wieder in die Gewinnzone zurück.

   Kontakt zur Autorin: madeleine.nissen@wsj.com

   DJG/WSJ/mgo

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   December 10, 2012 13:34 ET (18:34 GMT)

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