17.11.2012 18:26
Bewerten
(0)

Deutsche Bank warnt vor Debatte über Aufspaltung von Großbanken

   Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain hat vor den Folgen einer Aufspaltung von Großbanken und den damit verbundenen Nachteilen für den europäischen Bankensektor gewarnt. "Das ist eine politische Diskussion, die es nur in Europa gibt", sagte Jain bei einem Führungskräftetreffen der Süddeutschen Zeitung in Berlin. Eine Aufspaltung in einen Investment- und Privatkundenbereich werde Ungleichheiten schaffen. Jain bekannte sich stattdessen zur Umsetzung der neuen Eigenkapital- und Aufsichtsvorschriften Basel III. "Wir haben gute Bankenregelungen. Die größten Veränderungen bringt Basel III, und darauf sollten wir uns konzentrieren", sagte Jain.

   Jain und sein Co-Vorsitzender Jürgen Fitschen argumentierten, dass eine Aufspaltung von Universalbanken wie der Deutschen Bank große Probleme für die Kunden nach sich ziehe. In Europa würden anders als in den USA 70 Prozent der Kreditvergaben über Banken abgewickelt, sagte Jain. "Wenn man jetzt eine Mauer baut, die Ineffizienzen schafft, wäre es problematisch für die Kunden." Gleichzeitig kündigte Jain einen Umbau im Investmentgeschäft der Deutschen Bank an, ohne konkrete Angaben zu machen. "Wir haben das für 2013 angekündigt. Das wird zu gewaltigen Veränderungen führen", sagte er und fügte hinzu: "Es geht nicht um kosmetische Maßnahmen."

   Fitschen verwies auf eine notwendige starke Internationalisierung der Banken. Aufgabe der Deutschen Bank sei es, den Kunden Investitionskapital zu bieten, damit diese global agieren könnten. In der aktuellen Finanzkrise sei mangelndes Vertrauen in den Markt eines der Hauptprobleme, betonte Fitschen. Zudem wäre Europa gut beraten, mit einer einheitlichen Stimme zu sprechen und eine starke Meinung zu haben. "Das sehe ich noch nicht", unterstrich Fitschen und verlangte von der Politik gemeinsame europäische Entscheidungen.

   Auf die Frage, ob die Deutsche Bank sich auf einen möglichen Zusammenbruch des Euro einstelle, antworte Jain diplomatisch. "Wir haben keine Pläne A, B oder C", sagte er. "Aber wir haben Szenarien für alle Möglichkeiten wirtschaftlicher Entwicklung", fügte er hinzu und nannte als Beispiele ein niedrigeres Wirtschaftswachstum in China oder ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit in den USA. "Es gibt noch sehr viele schmerzhafte Anpassungsprozesse, die durchlaufen werden müssen", sagte Jain.

   Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück widersprach in seiner Rede bei der Veranstaltung, er wolle das Universalbankensystem nicht sprengen. Aber er wolle Infektionskanäle zwischen Eigenkapital- und Investmentgeschäft verhindern. "Risiko und Haftung werden bei demjenigen zusammengeführt, der auch die größten Risiken hat", sagte Steinbrück. Der ehemalige Finanzminister hatte in einem Positionspapier zur Regulierung der Finanzmärkte eine Aufspaltung von Großbanken in ein Investment- und Privatkundengeschäft vorgeschlagen. In Deutschland wäre davon vor allem die Deutsche Bank betroffen.

   Gleichzeitig bekannte sich Steinbrück zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer. "Nicht, weil ich glaube, dass 0,5 Prozent einen großen Effekt auf die Risikoignoranz hätte", sagte der SPD-Politiker. Steinbrück betonte, ihm gehe es darum, für die Staatshaushalte ein Aufkommen zu erzielen. Es sei sehr legitim zu fordern, dass der Bankensektor sich an den Folgekosten der Bankenrettung beteilige. In der Tat hätten auch "Missmanagement und Risikoignoranz der Banken" zu der Finanzkrise geführt. "Deshalb halte ich eine Beteiligung für richtig", unterstrich Steinbrück. Mit dem Aufkommen aus der Finanztransaktionssteuer könnten auch Disparitäten in der EU geglättet werden, "um Ländern wieder Anschluss zu geben, die erkennbar abgehängt sind".

   Kontakt zur Autorin: Susann.Kreutzmann@dowjones.com

   DJG/suk/smh

   (END) Dow Jones Newswires

   November 17, 2012 09:45 ET (14:45 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 45 AM EST 11-17-12

Anzeige

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    5
  • Alle
    +
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Ausland soll wachsen
Deutsche Asset Management will ETF-Geschäft ausbauen
Die Fondstochter der Deutschen Bank hübscht sich vor dem geplanten Teilbörsengang auf und stärkt hierfür den Vertrieb und ihr Auslandsgeschäft.
08:27 Uhr
26.06.17

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.06.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
23.06.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
13.06.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG
08.06.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
07.06.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
19.05.2017Deutsche Bank kaufenDZ BANK
28.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
27.04.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
27.04.2017Deutsche Bank buyequinet AG
24.04.2017Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
26.06.2017Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
08.06.2017Deutsche Bank Equal weightBarclays Capital
07.06.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
31.05.2017Deutsche Bank NeutralUBS AG
26.05.2017Deutsche Bank Sector PerformRobert W. Baird & Co. Incorporated
23.06.2017Deutsche Bank SellCitigroup Corp.
13.06.2017Deutsche Bank ReduceCommerzbank AG
19.05.2017Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
03.05.2017Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.04.2017Deutsche Bank VerkaufenDZ BANK

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones schwächer -- Vapiano-Aktie fällt unter Ausgabepreis -- Google muss Milliardenstrafe zahlen -- Schaeffler-Aktie tiefrot -- Neuer STADA-Deal?

Dämpfer für T-Mobile-US-Fusionshoffnung - Sprint verhandelt offenbar mit anderen. Bosch und Conti bestätigen Prognose nach Schaeffler-Warnung. Lufthansa-Aktie bleibt gefragt.

Top-Rankings

Die reichsten Länder der EU
Das sind die reichsten Länder der EU
KW 25: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 25: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Von wem lassen Sie sich bei Entscheidungen über Ihre Geldanlage beraten?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Fresenius SE & Co. KGaA (St.)578560
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
VapianoA0WMNK
Schaeffler AGSHA015
Daimler AG710000
Nordex AGA0D655
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
Deutsche Telekom AG555750
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Alphabet A (ex Google)A14Y6F
Amazon906866
EVOTEC AG566480