14.12.2012 15:47
Bewerten
 (0)

Deutsche Bank will beim BGH gegen Kirch-Urteil klagen - Kreise

   Von Madeleine Nissen und Laura Stevens

   Auch nach dem lang erwarteten Urteil des Oberlandesgerichts München zeichnet sich kein Ende des Streits zwischen der Deutschen Bank und den Kirch-Erben ab. Das Institut werde aller Voraussicht nach beim Bundesgerichtshof gegen das Urteil vorgehen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen. Eine Revision hatte das Gericht zwar ausgeschlossen, die Bank kann aber eine so genannte Nicht-Zulassungsbeschwerde einlegen.

   In einer ersten Reaktion gab sich die Bank kämpferisch. Das Institut zeigte sich "weiter davon überzeugt, dass die von der Klägerseite geltend gemachten Ansprüche nicht bestehen". Das Interview des ehemaligen Vorstandschefs Rolf Breuer hat nach Ansicht der Bank die Schäden nicht verursacht.

   Das Oberlandesgericht München sieht indes eine Mitverantwortung für den finanziellen Untergang des Kirch-Konzerns. Damit muss die Bank den Kirch-Erben Schadensersatz zahlen. In einem Interview hatte der ehemalige Vorstandsvorsitzende Breuer die Kreditwürdigkeit des Medien-Imperiums in Frage gestellt. In einem Gutachten soll die Höhe des Schadens noch festgestellt werden.

   Schon am Vormittag hatte sich diese Entwicklung abgezeichnet: Der Richter zeigte sich auch nach Vorlage weiterer Schriftsätze durch die Bank nicht überzeugt. Das Gericht habe eine andere Einschätzung, sagte er.

   Die Aussage von Breuer war seiner Meinung nach kein Unfall. Vielmehr könnte sie ein Versuch gewesen sein, den Kirch-Konzern unter Druck zu setzen und so einen Sanierungsauftrag zu bekommen. Breuer selbst fehlte bei dem Gerichtstermin.

   Der Streit dauert schon zehn Jahre. Grund für den Streit ist die Frage, inwieweit eine Äußerung von Breuer den Untergang des Kirch-Imperiums beschleunigt hat. Breuer hatte in einem Interview die Kreditwürdigkeit von Kirch in Frage gestellt und sich dabei auf das berufen, was "man liest und hört". Zu der Zeit fungierte die Deutsche Bank auch als Kreditgeber für die Kirch-Tochter Print-Beteiligungs GmbH, so dass Breuers Indiskretion besonderes Gewicht zukam. Nach Auffassung des inzwischen verstorbenen Leo Kirch waren diese Worte der Todesstoß für das wankende Medienunternehmen.

   Der Richter hatte die Streithähne wiederholt aufgefordert, sich zu einigen. Als Untergrenze für eine Einigung setzte er 120 Millionen Euro fest, die Obergrenze bei 1,5 Milliarden Euro. Ein Vergleich der Bank mit den Kirch-Erben war allerdings schon einmal gescheitert. Damals sollten 800 Millionen Euro fließen. Doch den Investoren der Bank war diese Entscheidung schwer zu vermitteln. Sie fragten sich, warum sie für eine Indiskretion des ehemaligen Vorstandschefs so viel bezahlen sollten.

   Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@wsj.com

   DJG/maw/mgo

   (END) Dow Jones Newswires

   December 14, 2012 09:41 ET (14:41 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 41 AM EST 12-14-12

Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant+
  • Alle+
  • vom Unternehmen1
  • Peer Group
  • ?
Starkes Anleihengeschäft
Ein starkes Anleihengeschäft und deutlich gesunkene Rechtskosten haben der Deutschen Bank zu einem überraschenden Gewinn verholfen.
09:08 Uhr
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
09:21 UhrDeutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
26.01.2015Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
26.01.2015Deutsche Bank buyequinet AG
23.01.2015Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
23.01.2015Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
26.01.2015Deutsche Bank kaufenIndependent Research GmbH
26.01.2015Deutsche Bank buyequinet AG
23.01.2015Deutsche Bank buyCitigroup Corp.
22.01.2015Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
11.12.2014Deutsche Bank buyJefferies & Company Inc.
09:21 UhrDeutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
23.01.2015Deutsche Bank HoldCommerzbank AG
22.01.2015Deutsche Bank neutralWarburg Research
15.01.2015Deutsche Bank NeutralNomura
14.01.2015Deutsche Bank NeutralUBS AG
12.01.2015Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
14.10.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
12.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
11.09.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
21.07.2014Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Deutsche Bank AG Analysen
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX leicht schwächer gestartet -- Deutsche Bank schreibt Millionengewinne -- Infineon hebt Ausblick an -- Apple holt Samsung bei Smartphone-Verkäufen ein -- Wacker Chemie, Facebook im Fokus

Hedgefonds Elliott steigt wohl bei Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki ein. Axel Springer investiert in US-Wirtschaftsnachrichtenseite Business Insider. USA drohen Russland mit neuen Sanktionen im Ukraine-Konflikt. Nokia profitiert vom Boom des mobilen Internets. Gerry Weber verdient trotz Umsatzstagnation mehr. Samsung mit Gewinnrückgang.
Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Hier können Sie ihr Geld anlegen!

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?