22.01.2013 17:34
Bewerten
 (1)

Deutsche Banken kritisieren grünes Licht für Finanzsteuer

   Von Angelika Busch-Steinfort und Christian Grimm

   Die deutschen Banken haben die am Dienstag in Brüssel auf den Weg gebrachte Finanztransaktionssteuer kritisiert. Sie befürchten Wettbewerbsnachteile, weil Großbritannien mit dem Finanzplatz London außen vor bleiben wird. Am Vormittag hatten die EU-Finanzminister den Vorstoß mehrheitlich gebilligt, eine Abgabe auf Börsengeschäfte in elf EU-Staaten einzuführen. Daran beteiligt sind unter anderem die Schwergewichte Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

   "Im Gegensatz zum Gedanken der verstärkten Zusammenarbeit, einheitliche Wettbewerbsbedingungen zu befördern, wird eine derartige Finanztransaktionssteuer zu Verzerrungen des Wettbewerbs und zu einer Destabilisierung der Finanzmärkte in Europa beitragen", beschweren sich die Geldhäuser in einer Erklärung. Leidtragende der Steuer sind laut Bankenvereinigung Unternehmen, die sich gegen Kursrisiken absichern müssen, und Bürger, die fürs Alter sparen.

   Das Europäische Parlament hatte im Dezember zugestimmt, die Steuer im Rahmen einer so genannten verstärkten Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. Irlands Finanzminister und amtierender Ratspräsident Michael Noonan betonte, damit sei den elf Staaten aber "kein Blankoscheck" ausgestellt. Diese müssten sich an die Binnenmarktregeln halten.

   Steuerkommissar Algirdas Semeta ist jetzt aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag zur inhaltlichen Gestaltung der Finanztransaktionssteuer vorzulegen. Das wolle er bereits "in den nächsten Wochen" tun, sagte Semeta nach dem Ratstreffen vor der Presse. "Große Überraschungen" seien dabei nicht zu erwarten, da er auf seinem Richtlinienvorschlag von September 2011 basieren werde, der ursprünglich zum Ziel hatte, die Steuer in allen 27 EU-Staaten einzuführen.

   Nach Einschätzung der Kommission könnten jährlich 57 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen, wenn auf rund 85 Prozent der zwischen Finanzinstituten abgewickelten Transaktionen in der EU Steuern erhoben würden. Auf den Handel mit Anteilen und Anleihen müsste dafür ein Steuersatz von 0,1 Prozent und auf den Handel mit Derivaten ein Satz von 0,01 Prozent fällig werden.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/ang/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   January 22, 2013 11:16 ET (16:16 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 16 AM EST 01-22-13

Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Familienunternehmen: Rendite und Sicherheit!

Zwischen Eigentümern und Managern eines Unternehmens besteht häufig ein Interessenskonflikt hinsichtlich kurz- und langfristiger Ziele. Familien- und eigentümergeführte Unternehmen haben solche Konflikte meist nicht. Für Aktionäre sind solche Unternehmen daher meist eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche drei Familienunternehmen einen näheren Blick wert sind.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX schließt im Minus -- Dow Jones zum Schluss leicht im Plus -- Rocket Internet: Großaktionär reduziert Beteiligung -- STADA erhält verbindliche Offerte von Advent -- Apple, Tesla im Fokus

Nordex senkt Umsatzprognose. US-Finanzminister: Steuerreform kommt noch vor der Sommerpause. GERRY WEBER rechnet erneut mit Umsatz-Minus. Analysten glauben: Diese Firma könnte Warren Buffett als nächstes übernehmen. Glencore schafft den Sprung in die Gewinnzone. RWE: Abstufung durch Merrill Lynch belastet.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Top-Positionen von Warren Buffett
Jetzt durchklicken
Jetzt durchklicken
Welche Airline schneidet am besten ab?
Jetzt durchklicken
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Welche Wertpapiere besitzen Sie?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
TeslaA1CX3T
Nordex AGA0D655
Volkswagen AG Vz. (VW AG)766403
Apple Inc.865985
BayerBAY001
Kohl`s Corp.884195
Rocket Internet SEA12UKK
BASFBASF11
Allianz840400
Deutsche Telekom AG555750
CommerzbankCBK100
Wirecard AG747206
E.ON SEENAG99