Deutsche Börse nach Paniktag deutlich schwächer -- HRE erneut gerettet - Chef vor dem Aus? -- BNP übernimmt Fortis -- Citigroup+Wells Fargo: Zerschlagung von Wachovia? -- SAP unter Erwartungen
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Massive Kursabschläge an deutschen Parketts
Auch die deutschen Anleger zeigten sich am Montag stark verunsichert, an den Börsen setzte ein massiver Kursrutsch ein. Zwar ist das milliardenschwere US-Rettungspaket verabschiedet worden, die Zweifel an der Wirksamkeit blieben jedoch weiterhin. Zudem hatten am Wochenende eine Reihe von Hiobsbotschaften aus der Finanzwelt geschockt. Die Hypo Real Estate konnte ein zweites Mal in letzter Minute vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Obwohl eine Reihe von deutschen Insituten daraufhin eine solide Kapitalausstattung bekräftigt hatten, gerieten Finanztitel zum Wochenstart deutlich unter Druck. Auch die Nachricht, dass die Bundesregierung erstmals Komplettgarantien für private Spareinlagen gibt, sorgte nicht für Entspannung an den Parketts. Die Anleger reagierten mit Panikverkäufen und trennten sich durch die Bank weg von ihren Investments.
Der DAX sackte auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren ab und rutschte unter die Marke von 5.400 Punkten. Am Ende verzeichnete der deutsche Leitindex ein Minus von 7,1 Prozent auf 5.387 Punkte.
Im TecDAX war das Minus nochmals deutlich größer. Alle Branchen waren von den Verkäufen betroffen, das Börsenbarometer fiel um 11,3 Prozent auf 604 Punkte.
17:40 Uhr: SAP bleibt unter eigenen Erwartungen
Der Softwarekonzern SAP wird seine selbst gesteckten Geschäftsziele im dritten Quartal nicht erreichen. Wie der Walldorfer Konzern mitteilte, wird der Umsatz mit Software- und softwarebezogenen Dienstleistungen voraussichtlich zwischen 1,97 und 1,98 Milliarden Euro liegen - ein Plus von 13 bis 14 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Man sei im Berichtsquartal zunächst zuversichtlich gewesen, die Erwartungen erfüllen zu können, konnte sich aber den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise schließlich doch nicht entziehen, erklärte Konzern-Chef Henning Kagermann.
17:39 Uhr: Euro auf Jahrestief
Die europäische Gemeinschaftswährung Euro hat am Montag im Vergleich zum Dollar weiter deutlich an Boden verloren und hat bei 1,3471 US-Dollar ein neues Jahrestief erreicht. Dabei drückten insbesondere Konjunktursorgen und die aktuellen Hiobsbotschaften aus der europäischen Bankenlandschaft auf die Stimmung an den Devisenmärkten. Aktuell kann der Euro die 1,35-er Marke zurück erobern.
17:15 Uhr: Kein "Plan B" für Finanzbranche
Entgegen Meldungen vom Vormittag ist Finanzminister Peer Steinbrück nicht auf der Suche nach einem "Plan B", wie etwa der Einrichtung eines europäischen Sicherheitsfonds. Es werde lediglich nach einer Lösung für ein besseres Krisenmanagement gesucht, hieß es von Ministeriumsseite am Montag. Unterdessen wurde bestätigt, dass die Komplettgarantien für private Spareinlagen zeitlich unbegrenzt und auch für ausländische Sparer - aber nicht für Kapitalgesellschaften und Banken selbst gelte.
17:15 Uhr: Dow Jones unter 10.000 Punkten
Die Talfahrt an den US-Parketts geht weiter. Der US-Leitindex Dow Jones verliert die 10.000-Punkte-Marke aus dem Auge. Konjunktursorgen sorgen für eine Flucht der Anleger aus ihren Investments. Auch das am Freitag verabschiedete milliardenschwere Rettungspaket der US-Regierung kann nicht für die erhoffte Entspannung sorgen.
15:30 Uhr: Konjunktursorgen an der Wall Street
Die US-Börsen knüpfen an ihre schwache Entwicklung vom Freitag an und starten auch zu Beginn der neuen Handelswoche schwach. Die Verabschiedung des milliardenschweren US-Rettungspakets kann die Sorgen der US-Anleger vor negativen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft nicht kompensieren. Im Anlegerfokus stehen weiter die Beteiligten im Übernahmekampf um Wachovia. Offenbar ziehen die Citigroup und Wells Fargo, die das Institut beide übernehmen wollen, nun eine Zerschlagung des Konzerns in Betracht. Auch Eli Lilly steht nach der Übernahme von ImClone im Anlegerfokus.
Der Dow Jones-Index gibt zum Handelsstart am Montag 2,6 Prozent nach. An der Nasdaq Composite geht es deutlich abwärts.
14:26 Uhr: eBay kauft zu und baut Stellen ab
Das Internetauktionshaus eBay hat am Montag die Übernahme des Bezahldienstleisters Bill Me Later bekannt gegeben. 820 Millionen Euro in bar legt der US-Konzern dafür auf den Tisch, zudem wendet das Unternehmen 125 Millionen Dollar in Aktienoptionen auf. Darüber hinaus wurde der Kauf von zwei dänischen Anbietern bekannt gegeben. Für 390 Millionen Dollar erwirbt eBay Den Bla Avis und BilBasen. Zeitgleich wurde bekannt, dass der Konzern Stellen abbauen will. Bis zu zehn Prozent der weltweiten Belegschaft seien betroffen, hieß es in einer Pressemitteilung. Dafür werde ein Restrukturierungsaufwand von 70 bis 80 Millionen Dollar fällig.
14:04: ImClone-Übernahme: Eli Lilly setzt sich durch
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly kauft den Biotechnologiekonzern ImClone und legt dafür 6,5 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Anteilseigner des Übernahmekandidaten erhalten 70 Dollar in bar für jede ihrer Aktien. Zwischen beiden Parteien sei ein definitives Übernahmeabkommen geschlossen worden. Damit ist der Mitbieter Bristol-Myers Squibb aus dem Rennen, dessen Offerten von ImClone zwei Mal als zu niedrig abgelehnt worden waren.
13:57 Uhr: Allianz kauft sich bei Hartford ein
Der deutsche Versicherungsriese Allianz legt 2,5 Milliarden Dollar für eine Beteiligung am dem US-Konzern Hardford Financial Services auf den Tisch. Demnach erwerben die Münchener Vorzugsaktien für 31 Dollar je Titel mit einem Gesamtwert von 750 Millionen Dollar. Darüber hinaus investieren die Deutschen weitere 1,75 Milliarden US-Dollar in nachrangige Schuldtitel und erhalten Optionen, für 1,75 Milliarden Stamaktien zu erwerben. Der US-Konzern gab infolge einen zu erwartenden Quartalsverlust von 8,50 bis 8,80 Dollar je Anteilsschein bekannt.
13:27 Uhr: Ölpreis verliert 90-Dollar-Marke aus dem Blick
Der Ölpreis setzt seine Talfahrt zu Wochenbeginn weiter fort und rutscht am Montag unter die Marke von 90 Dollar je Barrel. Die Anleger an den Rohstoffmärkten zeigen sich besorgt, dass die Finanzmarktkrise weiter anhält, was trotz globaler Gegenmaßnahmen zu einer Abschwächung der Nachfrage nach dem schwarzen Gold führen könnte. Auch die Sorge um die Zukunft der aufstrebenden Volkswirtschafte wie China sorgen für weiteren Abwärtsdruck.
12:40 Uhr: Ausverkauf in Asien
Die Märkte in Fernost haben zu Wochenbeginn eine deutliche Talfahrt hingelegt. Neben den Sorgen um die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise verstärkten auch schwache US-Vorgaben den Abwärtstrend. Die Wall Street hatte am Freitag mit massiven Kursabschlägen geschlossen, obwohl das milliardenschwere Rettungspaket zuvor im Repräsentantenhaus abgesegnet worden war.
In Japan rückten Konjunktursorgen in den Mittelpunkt. Der Nikkei225 rutschte zeitweise auf den tiefsten Stand seit Anfang 2004 und schloss mit einem Abschlag von 4,25 Prozent bei 10.473,09 Punkten.
Ein ähnliches Bild zeigte sich in Südkorea, wo der KOSPI deutlich um 4,29 Prozent auf 1.358,75 Punkte einbüßte.
Auch in Hongkong waren die Märkte zu Wochenbeginn deutlich unter Druck. Der Hang Seng verlor 4,97 Prozent auf 16.803,76 Indexpunkte.
Nachdem die Börse auf dem chinesischen Festland in der Vorwoche feiertagsbedingt geschlossen blieb, holten die Marktteilnehmer die Entwicklung heute nach. Der Shanghai Composite gab um 5,23 Prozent auf 2.173,74 Zähler nach.



