FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche
Börse ist mit der EU-Kommission hart ins Gericht gegangen. Das Veto der Wettbewerbsbehörde zur Fusion mit der NYSE Euronext sei "mit Enttäuschung zur Kenntnis" genommen worden. "Dies ist ein schwarzer Tag für Europa und seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit auf den weltweiten Finanzmärkten. Die Entscheidung der EU-Kommission basiert auf einer realitätsfremden verengten Marktdefinition, die der globalen Natur des Wettbewerbs im Derivatemarkt nicht gerecht wird", hieß es seitens des Vorstandes am Mittwoch in Frankfurt.
Die Deutsche Börse kritisierte zudem, dass der außerbörsliche (OTC-) Derivatemarkt als der größte Teil des Marktes komplett ausgegrenzt worden sei. "Wir halten die Entscheidung daher für falsch. Sie ist inkonsistent und steht im Widerspruch zu dem gleichzeitig von der Kommission verfolgten Ziel zur Ausweitung der Finanzmarktregulierung auf den OTC-Derivatemarkt." Die Entscheidung der EU-Kommission stehe auch im Gegensatz zu der in den USA bereits im Jahr 2007 vorgenommenen Beurteilung des Derivatemarkts. Dort hatten sich die beiden Chicagoer Unternehmen CME und CBOT zur größten global agierenden Derivatebörse CME Group zusammengeschlossen./ck/wiz