Deutsche Börsen beenden schwarze Woche -- Wall Street: Hoffnung auf G7 stützt -- Prudential Financial in Not? -- GE erfüllt Erwartungen -- Berlin: Arbeit an Rettungsplan -- Krisengipfel am Sonntag
Heute anstehende Termine:
- Deutschland: DIW Konjunkturbarometer Oktober
- USA: Handelsbilanz August
- USA: Staatshaushalt September
- General Electric: Quartalszahlen
Deutsche Börsen schließen Handelswoche mit massivem Minus
Angesichts der Panikverkäufe der Anleger an den Börsen weltweit stürzten auch die deutschen Börsen am Freitag abermals massiv ab und verzeichneten zeitweise zweistellige Verluste. Die Flucht der Anleger aus Aktien zog sich dabei quer durch alle Branchen. Die Finanzkrise war das bestimmende Thema an den Parketts, die Sorge vor einer weltweiten Rezession hatte die Anleger weiter im Griff. Die Zahlen des US-Mischkonzerns General Electric, die im Rahmen der Erwartungen ausgefallen waren, konnten die Stimmung indes nicht bessern. Die deutsche Regierung arbeitet unterdessen Presseangaben zufolge an einem Notfallplan nach englischem Vorbild. Einzelheiten dazu sind wohl nicht vor dem Wochenende zu erwarten.
Der DAX gab am letzten Handelstag der Woche deutlich nach und beendete eine schwarze Börsenwoche mit massiven Verlusten. Der Leitindex rutschte zwischenzeitlich um mehr als zwölf Prozent ab, stabilsierte sich jedoch zum Handelsende marginal und ging mit einem Abschlag von 7,0 Prozent bei 4.544 Punkten ins Wochenende.
Auch im Technologiewerteindex ging es weiter abwärts. Der TecDAX konnte seine Tagestiefs zwar hinter sich lassen, gab aber dennoch um 4,8 Prozent auf 517 Zähler nach.
Sonntag, 12.10.08, 14:36 Uhr: GM und Chrysler vor Zusammenschluss?
Der US-Autobauer General Motors und sein angeschlagene Konkurrent Chrysler führen offenbar Gespräche über einen Zusammenschluss. Bereits vor einigen Wochen habe der Chrysler-Großanteilseigner, der Finanzinvestor Cerberus, Verhandlungen zwischen den beiden Konzernen angestoßen. Die Gespräche seien in letzter Zeit jedoch ins Stocken geraten, weil man sich über den Wert der defizitären Chrysler-Autosparte nicht einigen könne, hieß es aus Kreisen am Wochenende.
Sonntag, 12.10.08, 12:11 Uhr: SAP: Krise wird länger dauern
Der Softwarekonzern SAP erwartet kein schnelles Ende der Krise. Konzernchef Henning Kagermann erklärte gegenüber der Bild-Zeitung dass man die Auswirkungen wohl das ganze nächste Jahr zu spüren bekomme und verdauen müsse. Er warnte allerdings vor Panik angesichts der turbulenten Finanzmärkte und erklärte, Deutschland habe als Exportweltmeister alle Chancen, gestärkt aus der Krise hervor zu gehen.
Sonntag, 12.10.08, 11:06 Uhr: BMW hält an Zielen fest
Der deutsche Autobauer BMW will trotz des schwieriger gewordenen Marktumfeldes an seinen Zielen für das Gesamtjahr festhalten. "Wir haben eine Umsatzrendite von vier Prozent angekündigt. Daran halten wir fest. Darüber hinaus streben wir an, den Gesamtabsatz in diesem Jahr nochmals zu steigern", so Konzernchef Norbert Reithofer. Zeitgleich warnte der Vorstandsvorsitzender vor zu viel Pessimimus angesichts der Finanzkrise. Die schwarzen Wolken werden wieder abziehen, so der Manager gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
Samstag, 11.10.08, 15:09 Uhr: Bund bis zu 400 Milliarden für Banken?
Die deutsche Regierung könnte einem Pressebericht zufolge ein Rettungspaket im Gesamtwert von 300 bis 400 Milliarden Euro aufgelegen. Dieses soll aus Staatsgarantien und dem Einstieg des Staates bei angeschlagenen Finanzhäusern bestehen. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Koalitionskreise. Bereits zuvor hatte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück einen vorübergehenden Einstieg des Bundes bei ins Trudeln geratenen Finanzinstituten nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Samstag, 11.10.08, 14:46 Uhr: TUI: Hapag Lloyd-Beratungen am Sonntag
Der Reisekonzern TUI will am Sonntag über den Verkauf der Tochter Hapag Lloyd beraten. Bei einem Treffen des Aufsichtsrates soll über die Trennung vom Containergeschäft nach dem Rückzug der Reederei Neptune Orient Lines aus dem Bieterkampf Thema sein. Letzter verbleibender Interessent ist ein Hamburger Bieterkonsortium, dem von Presseseite aufgrund der höheren Offerte bereits im Vorfeld die besseren Chancen auf einen Zuschlag eingeräumt worden waren.
Samstag, 11.10.08, 14:33 Uhr: G7 verabschieden Aktionsplan
Die sieben führenden Industieländer haben sich am Samstag für einen Aktionsplan ausgesprochen, mit dem man die aktuelle Finanzkrise in den Griff bekommen will. Die gegenwärtige Lage verlange "dringende und außergewöhnlichen Maßnahmen", so eine Erklärung von den G7-Finanzministern und -Notenbankchefs. Der Zusammenbruch großer Institute soll verhindert werden, notfalls auch durch staatliche Kapitalspritzen. Zudem ist es erklärtes Ziel, das Interbankengeschäft wieder in Gang zu bringen. Kritiker bezeichneten die Pläne jedoch als "vage", konkrete Details und Maßnahmen wurden nicht bekannt.
22:30 Uhr: Wall Street stoppt massive Talfahrt
Die US-Börsen haben am Freitag abermals einen stark volatilen Handelstag hinter sich gebracht. Nach einem massiven Kursrutsch zum Handelsstart, bei dem sich die Wall Street der Talfahrt an den weltweiten Handelsparketts zunächst anschloss, setzten schließlich leichte Stabilisierungstendenzen ein. Die US-Anleger schöpften Hoffnung vor dem Hintergrund des Treffens der G7-Finanzminister in Washington. Das verhalf den Börsen sogar zwischenzeitlich ins Plus, bevor die Verunsicherung wieder überhand nahm. Die Abschläge blieben im Vergleich zu den Kurseinbrüchen in Europa und Asien allerdings verhältnismäßig moderat. Finanzwerte standen einmal mehr im Anlegerfokus. Die Citigroup hat den Weg für eine Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo frei gemacht. General Electric gehörte dank Zahlen im Rahmen der Erwartungen sogar zu den Tagesgewinnern.
Der Dow Jones-Index, der am Vortag auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gestürzt war, ging mit einem Abschlag von 1,2 Prozent bei 8474 Punkten ins Wochenende. Die Technologiebörse Nasdaq Composite rettete sich sogar in die Gewinnzone und schloss 0,3 Prozent fester bei 1.650 Zählern.
21:55 Uhr: Berlin arbeitet an Rettungsplan
Nach erneuten massiven Abschlägen bei deutschen Finanzwerten zieht die Bundesregierung aktuell alle Optionen in Erwägung und arbeitet offenbar an einem Rettungsplan nach britischem Vorbild. Dabei sei unter anderem geplant, Interbankenkredite in dreistelliger Milliardenhöhe zu garantieren. So soll der Interbankenhandel angekurbelt und das Vertrauen der Institute untereinander wieder hergestellt werden. Zudem könnte man Eigenkapital in zweistelliger Milliardenhöhe zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug sollen Institute teilverstaatlicht werden. Eine konkrete Entscheidung ist bislang offenbar jedoch noch nicht gefallen, die Regierung will den Ausgang des Krisengipfels am Sonntag in Partis abwarten.
20:54 Uhr: HCI schockt mit Gewinnwarnung
Das Hamburger Emissionshaus HCI Capital wird seine Jahresziele für 2008 nicht erreichen. Aufgrund der Finanzmarktkrise habe man mit deutlicher Zurückhaltung der Anleger zu kämpfen, so der Konzern am Abend. Daher gehe man nunmehr davon aus, im Gesamtjahr nach Steuern rote Zahlen zu schreiben. Während man bislang von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen war, wird nun mit einem Wert zwischen minus neun und minus 13 Millionen Euro gerechnet, hieß es am Freitag nach Börsenschluss.
20:44 Uhr: Krisengipfel zur Finanzkrise am Sonntag
Die Staatsoberhäupter der Euro-Länder wollen am kommenden Sonntag in Paris zu einem Krisengipfel zusammenkommen, um sich über potenzielle Strategien im Zusammenhang mit der aktuellen Finanzkrise zu beraten. Dabei soll ein gemeinsamer Aktionsplan der Euroländer sowie der EZB ausgearbeitet werden. Weitere Teilnehmer des Treffens seien daher die Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission.
20:24 Uhr: Viacom wird konkret
Der US-Medienkonzern Viacom hat Details zu seinen Zielen für das dritte Geschäftsquartal veröffentlicht. Demnach geht der Konzern bei einem Rückgang der Werbeumsätze um rund zwei Prozent von einem EPS zwischen 53 und 55 Cents aus. Unternehmen hatten sich indes im Vorfeld ein Ergebnis je Aktie von rund 60 Cents erwartet.
19:43 Uhr: NOL bestätigt Rückzug aus Bieterkampf
Die Reederei Neptune Orient Lines aus Singapur hat kein Interesse mehr an der Übernahme von Hapag Lloyd, der zum Verkauf stehenden Schifffahrtstochter des Reisekonzerns TUI. Damit bestätigte der Konzern am Abend entsprechende Medienberichte. Einziger verbleibender Bieter ist nun ein Hamburger Bieterkonsortium, dem Medien aufrund der höheren Offerte bereits im Vorfeld bessere Chancen auf den Zuschlag eingeräumt hatten.
17:47 Uhr: Euro rutscht unter 1,35 Dollar
Für die Europäische Gemeinschaftswährung Euro ging es auch am Freitag weiter bergab. Die Währung verlor im Vergleich zum Dollar weiter an Boden und rutschte unter die Marke von 1,35 Dollar. Hauptgrund ist die anhaltende Talfahrt an den internationalen Aktienmärkten und die Angst vor einer weltweiten Rezession. Zudem werde der Greenback im Vergleich von Investoren als sicherer Währungshafen betrachtet, so das Bankhaus Metzler.
17:20 Uhr: Bund: Notplan wie in Großbritannien?
Um die Folgen der Finanzmarktkrise abzumildern, soll die deutsche Regierung aktuell an einem Notfallplan arbeiten, der dem ähnelt, den die britische Regierung in dieser Woche verabschiedet hat. Wie die "Die Welt" unter Berufung auf Kreise berichtet, erwäge die Regierung, nicht nur Interbankenkredite in dreistelliger Milliardenhöhe zu garantieren oder direkt Kredite zu vergeben, sondern auch Eigenkapital in zweistelliger Milliardenhöhe zur Verfügung zu stellen. Über den Plan solle in den nächsten Tagen im Kabinett entschieden werden, hieß es weiter.
17:19 Uhr: HRE: Viermetz tritt zurück
Der Aufsichtsratsvorsitzende des angeschlagenen Hypothekenfinanzierers Hypo Real Estate, Kurt Viermetz, tritt zurück. Damit wurden entsprechende Medienberichte vom Vormittag bestätigt. Damit geht der Sesselwechsel beim DAX-Konzern in eine zweite Runde. Bereits zu Wochenbeginn hatte Konzernchef Funke sein Amt niedergelegt und wird ab kommenden Montag durch Axel Wieandt abgelöst. Das Amt von Viermetz soll unterdessen interimistisch von Klaus Pohle übernommen werden. Die Ablösung der Führungsebene war von zahlreichen Seiten gefordert worden, nachdem nur milliardenschwere Finanzspritzen von Bund und Banken den Konzern vor der Pleite retten konnten.
17:04 Uhr: Morgan Stanley: Einbruch nach Ratingabstufung
Der Anteilsschein der US-Bank Morgan Stanley gerät im Freitagshandel weiter massiv unter Druck. Neben den Sorgen um die Kapitalausstattung des Finanzhauses im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise drückt insbesondere eine neue Einstufung der Rating-Agentur Moody´s auf die Stimmung, welche das langfristige Emittenten-Rating der Bankgesellschaft von "A1" auf "Watch Negative" gesetzt hat. Zudem bleiben Spekulationen im Markt, nach denen sich die japanischen Großbank Mitsubishi UFJ Financial Group Inc. von ihrer möglichen Beteiligung an der US-Bank zurückziehen könnte.
16:57 Uhr: Gibt NOL Hapag Lloyd auf?
Presseangaben zufolge will sich die Reederei Neptune Orient Lines aus dem Bieterkampf um Hapag Lloyd, die zum Verkauf stehende Schifffahrtstochter des Reisekonzerns TUI, zurückziehen. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, verbleibe damit das Hamburger Konsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne als letzter verbleibender Interessent im Rennen. Offizielle Bestätigungen von Seiten der Beteiligten bleiben bislang aus.
16:41 Uhr: Gewinnwarnung bei Compuware
Der US-Konzern Compuware wird seine Gewinnziele im Gesamtjahr nicht erreichen können. Gesunkene Umsätze im zweiten Quartal lassen das Unternehmen seine Gewinnprognose für das lettze Quartal nach unten anpassen. Der Konzern geht nun davon aus, einen Gewinn je Aktie von acht Cents erzielen zu können. Dabei sollen die Erlöse bei 268 Millionen Dollar liegen, hieß es von Konzernseite weiter.
16:40 Uhr: Kurszielsenkung erhöht Druck auf Versicherungstitel
Die Erwartung deutlicher Belastungen beim US-Versicherer Prudential Financial sorgt auch bei europäischen Versichereren für einen deutlichen Abwärtstrend. Infolge zu erwartender hoher Abschreibungen auf Investitionsportfolien senkten Analysten ihre Kursziele für Titel der europäischen Branchenvertreter. Von der Abstufung durch Morgan Stanley ist auch der deutsche Branchenprimus Allianz betroffen, der zweistellig einbricht.
15:30 Uhr: Wall Steet: Talfahrt geht weiter
Die US-Börsen knüpfen am Freitag an ihre Talfahrt vom Vortag an und starten erneut mit Verlusten in den Handelstag. Finanzwerte stehen nach der Erwartung deutlicher Belastungen beim US-Versicherer Prudential Financial erneut im Anlegerfokus. Zudem stehen die Beteiligten im Übernahmekampf um Wachovia, die die Citigroup und Wells Fargo an den Parketts unter Beobachtung. General Electric-Zahlen sind indes im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.
Der Dow Jones-Index, der am Vortag auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gestürzt war, steigt erneut mit Verlusten in den Handel ein. An der Nasdaq Composite dürften ebenfalls rote Vorzeichen das Bild prägen.
15:27 Uhr: US-Außenhandelspreise rückläufig
Das US-Arbeitsministerium in Washington ermittelte für September 2008 einen Rückgang der Außenhandelspreise. So reduzierten sich die Exportpreise im Vormonatsvergleich um 1,0 Prozent. Bereinigt um Agrargüter lagen sie auch um 1,0 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während sie im vorangegangenen Monat um 0,7 Prozent geschrumpft waren.
14:53 Uhr: US-Handelsbilanzdefizit geht zurück
Das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen hat sich im August 2008 verringert. Dies teilte das US-Handelsministerium am Freitag mit. So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 3,5 Prozent auf 59,1 Mrd. Dollar reduziert, während Volkswirte einen Passivsaldo von 59,0 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Für Juli wurde das Minus von ursprünglich 62,2 Mrd. auf 61,3 Mrd. Dollar nach unten revidiert.
14:52 Uhr: Prognosesenkung bei IDS Scheer
Der Softwarekonzern IDS Scheer hat seine Ziele für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Demnach erwartet das Unternehmen nun eine operative Marge zwischen drei und vier Prozent - fünf Prozent weniger, als bislang angepeilt. Die Erlöse sollen in etwa auf Vorjahresniveau liegen. Damit zog IDS Scheer die Konsequenzen aus einer schwachen Geschäftsentwicklung im dritten Quartal. Vorläufigen Zahlen zufolge lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 95 bis 98 Millionen Euro zwischen drei und sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITA) war indes von 8,3 Millionen Euro rund vier Millionen Euro gefallen. Der Konzern rief infolge ein Sparprogramm aus.
13:27 Uhr Öl auf neuem Jahrestief
Der Ölpreis ist im Handelsverlauf am Freitag weiter deutlich eingebrochen und sank auf ein neues Jahrestief. Als Grund nannten Experten die Tatsache, dass die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Wachstumsprognose für die Ölnachfrage am Vormittag auf das niedrigste Niveau seit 1993 gesenkt hat. Demnach geht die IEA davon aus, dass die Nachfrage im Gesamtjahr nur um 250.000 Barrel pro Tag steigen werde. Im Vormonat hatte die Agentur noch einen Anstieg von 440.000 Barrel pro Tag erwartet.



