Deutsche Börsen dank US-Arbeitsmarktdaten im Plus -- Wall Street mit freundlichem Schluss -- Reilly bleibt GM-Europa-Chef -- HOCHTIEF sagt Tochter-IPO ab -- VW/Porsche, ThyssenKrupp, Cisco im Fokus
- USA: Arbeitslosenquote November
- USA: Beschäftigte ex Agrar November
- USA: Stundenlöhne November
- USA: Industrieaufträge Oktober
- Big Lots: Quartalszahlen
- Novell: Quartalszahlen
- Royal Bank of Scotland: Quartalszahlen
Frankfurt dank US-Arbeitsmarkt im PlusVerluste prägten zunächst den Freitagshandel in Frankfurt. Nach schwachem Start waren die deutschen Börsen auf niedrigem Niveau in eine Seitwärtsbewegung übergegangen, das Handelsvolumen blieb weiter dünn. Die Anleger verhielten sich vor anstehenden wichtigen US-Konjunkturdaten abwartend und wollten sich nicht klar positionieren. Am Nachmittag hievten besser als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt die Indizes in die Gewinnzone.
Darüber hinaus war die Nachrichtenlage hierzulande eher dünn. Die Tatsache, dass die Bundesbank ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum angehoben hat, brachte keine entscheidenden Impulse. Unter Beobachtung stand auf Unternehmensseite der Baukonzern HOCHTIEF, der den Börsengang seiner Tochter Concessions trotz zahlreicher Dementi im Vorfeld nun doch abgesagt hat. Das IPO wäre das größte in Deutschland seit rund zwei Jahren gewesen. Die aktuellen Verwerfungen an den Aktienmärkten im Zusammenhang mit der Dubai-Krise wurden als Grund genannt.
Der DAX stieg mit einem Abschlag von rund einem halben Prozent in den Handel ein und entfernte sich damit weiter von der 5.800-er Marke, an der der Leitindex bereits am Vortag abermals gescheitert war. Auch im weiteren Verlauf zeigten sich die Standardwerte bei dünnem Handelsvolumen zunächst schwächer, gingen allerdings früh in eine Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau über. Am Nachmittag konnte der DAX in wenigen Minuten jedoch deutlich zulegen und die 5.800er-Marke knacken - die US-Arbeitsmarktdaten waren besser ausgefallen als befürchtet. Die Aktie von Siemens gab weiter nach und lastete auf dem Gesamtmarkt - die am Vortag veröffentlichte schwache Bilanz und insbesondere der pessimistische Ausblick drückten den Titel. Der DAX verblieb im weiteren Verlauf auf höherem Niveau und schloss mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 5.818 Zählern die Handelswoche in Frankfurt.
Der TecDAX gab am Freitag zuerst nach und konnte am Nachmittag ebenfalls von der gedrehten Stimmung an den Parketts profitieren. Der Techwerteindex stieß mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent auf 809 Punkte in die Gewinnzone vor.
22:20 Uhr: US-Börsen schließen freundlichUnerwartet gute Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt hatten die Börsenbarometer an der Wall Street am Freitag zunächst deutlich steigen lassen. Im Verlauf kamen die Kurse der wichtigsten Indizes jedoch aufgrund des erstarkten Dollars wieder von ihren Tageshochs zurück und verblieben letztlich auf grünem Terrain. Die US-Arbeitslosenquote ist im November gegenüber dem Vormonat von 10,2 Prozent auf zehn Prozent gefallen. Erwartet wurde ein Zuwachs auf 10,3 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft ist lediglich um 11.000 zurückgegangen, während ein Rückgang um bis zu 150.000 Stellen erwartet worden war. Auch die Vormonatswerte wurden nach unten revidiert, was die Stimmung unter den Anlegern zusätzlich hob. Ferner ist der Auftragseingang für langlebige Güter im Oktober gegenüber September um 0,6 Prozent zurückgegangen.
Auf Unternehmensseite könnten unterdessen dem angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG Presseangaben zufolge aus dem geplanten Börsengang seiner asiatischen Lebensversicherungssparte AIA bis zu zehn Milliarden Dollar winken.
Der Dow Jones ging um 0,2 Prozent fester bei 10.388 Punkten ins Wochenende. Die Nasdaq Composite konnte mit einem Zugewinn von 1,0 Prozent auf 2.194 Zähler stärker zulegen.
21:27 Uhr: Euro fällt nach US-Arbeitsmarktadaten Überraschend besser als erwartet ausgefallene Daten zur US-Arbeitsmarktsituation haben dem Euro am Freitag zugesetzt. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel infolge deutlich unter die Marke von 1,49 Dollar zurück und notierte zuletzt bei 1,4833 Dollar.
17:09 Uhr: GM: Reilly bleibt Europa-Chef Der eigentlich nur vorübergehend auf seinen Posten berufene GM-Europa-Chef Nick Reilly bleibt im Amt. Reilly werde seine eigentliche Funktion als Leiter des internationalen Geschäfts aufgeben, teilte das Unternehmen mit. Die Ernennung erfolgt im Rahmen eines Management-Umbaus, den der neue GM-Chef Edward Whitacre angestoßen hat.
16:18 Uhr: US-Auftragseingang für Industriegüter geht zurück Der Auftragseingang für langlebige Güter ist im Oktober zurückgegangen. Bei den Gütern mit einer Nutzungsdauer von über drei Jahren lag die Zahl der Bestellungen um revidiert 0,6 Prozent unter dem Vormonatsniveau. Für September war ein Plus von 2,2 Prozent vermeldet worden.
15:50 Uhr: Kraft legt zunächst kein weiteres Cadbury-Angebot vor Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods hat wie erwartet erst einmal kein neues Angebot für den britischen Cadbury-Konzern vorgelegt. Die aktuelle Offerte der Amerikaner liegt gemessen an aktuellen Aktien- und Wechselkursen bei 10,1 Milliarden Pfund oder 713 Pence je Aktie und damit etwa zehn Prozent unter dem aktuellen Cadbury-Kurs.



