FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Perspektiven für die deutsche Chemieindustrie haben sich spürbar eingetrübt. Die globale Schwächephase, die Rezession in Südeuropa und die durch die Finanzmärkte ausgelöste Verunsicherung hinterließen 2012 deutliche Bremsspuren im Chemiegeschäft. Die chemische Industrie trete auf der Stelle, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mit. Während die Chemieproduktion im laufenden Jahr laut einer ersten Schätzung um drei Prozent zurückging, stagnierte der Umsatz mit 184,2 Milliarden Euro. Hier wirkte sich der Anstieg der Chemikalienpreise um 2,5 Prozent positiv aus. Die Kennzahlen deckten sich mit den bisherigen Prognosen.
?2012 war ein durchwachsenes Jahr für die deutsche Chemie?, sagte VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley. Einer rückläufigen Nachfrage aus Europa stand eine hohe Dynamik in den Schwellenländern gegenüber. Der Export blieb der Wachstumstreiber für Deutschlands drittgrößte Branche. Für 2013 müsse mit einem kaum wachsenden Inlandsgeschäft, schwachen Ausfuhren in die europäischen Nachbarländer und einer hohen, aber nachlassenden Chemienachfrage aus Übersee gerechnet werden, erklärte Kley. Die Dynamik bleibe insgesamt niedrig.
Für 2013 rechnet der Verband mit einem Produktionsanstieg um 1,5 Prozent. Bei einem erwarteten Anstieg der Erzeugerpreise um 0,5 Prozent dürfte der Umsatz 2013 um 2,0 Prozent zulegen. Dass die Branche auch langfristig zuversichtlich bleibe, unterstreiche der Zuwachs von zwei Prozent bei der Beschäftigung 2012 auf rund 437.000. Für das kommende Jahr sei aber nicht mit einem weiteren Beschäftigungsaufbau zu rechnen./jha/fbr