25.10.2012 16:44
Bewerten
 (7)

Commerzbank sieht schlummernden Boom

Deutsche Konjunktur: Commerzbank sieht schlummernden Boom | Nachricht | finanzen.net
Deutsche Konjunktur

Das gesunkene Risiko eines Zerfalls der Währungsunion wird nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer die deutsche Wirtschaft ab dem kommenden Jahr beflügeln.

"Die für Deutschland zu niedrigen EZB-Leitzinsen werden die Konjunktur anfachen", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Donnerstag in Frankfurt. "Die von der EZB beschlossenen Anleihekäufe werden das Risiko eines Auseinanderfallens der Währungsunion möglicherweise auf Jahre bannen."

    Im vierten Quartal 2012 sollte die Wirtschaftsleistung laut Commerzbank aber zunächst noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal schrumpfen. Wichtige Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima und die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone hatten sich zuletzt weiter eingetrübt. Im Jahr 2013 sollte das Wachstum aber wieder zurückkehren und sich in den kommenden Jahren beschleunigen. Neben der Geldpolitik dürfte auch das Auslaufen der Wachstumsschwäche in China und den USA die deutsche Wirtschaft stützten. Krämer sieht einen "schlummernden Boom" in Deutschland.

   Das von der EZB im September offiziell beschlossene Anleihekaufprogramm der EZB führt laut Krämer die Währungsunion aber auf Abwege, da sie die Reformanstrengungen in den Krisenländern mindern wird. "Ein Reformdurchbruch ist in den Krisenländern bisher noch nicht in Sicht", sagte Krämer. Länder wie Irland, Portugal und Spanien hätten zwar merkliche Fortschritte bei Arbeitsmarkt- und Strukturreformen gemacht. "In Italien hingegen sind vor allem die Arbeitsmarktreformen stecken geblieben." Die Investitionsbedingungen für Unternehmer seien insgesamt auf dem Niveau eines Entwicklungslandes. Große Hoffnung macht sich Krämer nicht: "Eine künftige gewählte Regierung dürfte es noch schwerer fallen, Reformen umzusetzen, als der Technokratenregierung von Premierminister Mario Monti."

   Die Auflagen des Rettungsfonds ESM sind laut Krämer nicht strikt genug und dürften daher nicht den Reformdurchbruch bringen. Er geht zudem davon aus, dass die EZB massiv Anleihen kaufen muss. "Die Märkte werden die EZB testen", sagte Krämer. Selbst die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe massiv am Markt intervenieren müssen, um den Kurs des Schweizer Frankens vor einer Aufwertung zu bewahren, obwohl die SNB im Gegensatz zur EZB geschlossen aufgetreten ist.

   Das Anleihekaufprogramm der EZB wird die Währungsunion laut Krämer in eine verdeckte Haftungsunion führen. "Die wirtschaftlichen Probleme der hochverschuldeten Länder werden schrittweise überdeckt durch eine lockere Geldpolitik, eine hohe Inflation und einen schwachen Euro-Wechselkurs." Stärker steigende Lohnkosten in den Kernländern würden dann innerhalb der Währungsunion den Wettbewerbsdruck auf die Peripherieländer senken.

    Krämer spricht von einer "italienischen Währungsunion", die einige Jahre stabil sein kann und "sich gut anfühlen dürfte". Langfristig würden aber die Schwächen einer solchen Währungsunion sichtbar werden, nämlich eine steigende Inflation, der Einbruch der zuvor künstlich angefachten Konjunktur und eine steigende Arbeitslosigkeit. Deutlich Anziehen dürfte die Inflation in der Eurozone aber erst im Jahr 2015 und dann in den weiteren Jahren zwischen drei bis vier Prozent liegen./jsl/jkr

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Commerzbank AG

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
  • Alle2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.01.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
13.01.2017Commerzbank Neutralequinet AG
11.01.2017Commerzbank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
10.01.2017Commerzbank SellUBS AG
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
30.12.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
16.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
04.11.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
16.01.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
13.01.2017Commerzbank Neutralequinet AG
11.01.2017Commerzbank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
20.12.2016Commerzbank HoldHSBC
14.12.2016Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
10.01.2017Commerzbank SellUBS AG
29.11.2016Commerzbank VerkaufenDZ BANK
07.11.2016Commerzbank UnderweightBarclays Capital
30.09.2016Commerzbank UnderweightBarclays Capital
30.09.2016Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

Asiens Börsen mehrheitlich schwächer -- Netflix: Umsatzsprung erfreut Anleger -- Antrag auf Haftbefehl gegen Samsungs De-facto-Chef abgelehnt -- Goldman Sachs im Fokus

Ölpreise steigen - Rückgang der US-Ölreserven stützt. Russischer Staatsfonds hofft auf bessere Geschäfte unter Trump. Allianz gewinnt britische Bank Standard Chartered als Vertriebspartner in Asien. Fed-Chefin Yellen erwartet mehrere Zinsanhebungen pro Jahr.
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Millionen-Dollar-URLs
Jetzt durchklicken
Welche Commodities entwickelten sich 2016 am stärksten?
Jetzt durchklicken
Mit diesem Studium wird man CEO im Dow Jones
Jetzt durchklicken
Das verdienen YouTube-Stars mit Videos
Jetzt durchklicken
So reich sind die Minister aus Donald Trumps Kabinett
Jetzt durchklicken
mehr Top Rankings

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
E.ON SE ENAG99
BASF BASF11
Commerzbank CBK100
Apple Inc. 865985
Bayer BAY001
Allianz 840400
Deutsche Telekom AG 555750
Deutsche Lufthansa AG 823212
Nordex AG A0D655
K+S AG KSAG88
BMW AG 519000
Siemens AG 723610