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20.09.2010 15:33

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Deutschland kauft kaum 'faire' Produkte

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    DÜSSELDORF (dpa-AFX) - In Deutschland haben fair gehandelte Produkten einen deutlich geringeren Marktanteil als in anderen europäischen Ländern. Nur wenige Einzelhandelsketten seien derzeit bereit, fair gehandelte Produkte breiter in ihr Angebot aufzunehmen, berichtete der Handelsverband TransFair am Montag in Düsseldorf. TransFair, die Kindernothilfe und Landesregierung von Nordrhein- Westfalen riefen am Weltkindertag zum Kauf von fair gehandelten Produkten auf. Unter dem Motto "Fair schmeckt mir" startete die bundesweite "Faire Woche".

    Bei den bekanntesten "fairen" Produkten Kaffee, Bananen und Schokolade habe der Umsatz in Deutschland seit Beginn des Verkaufs von Fairtrade-Produkten vor 20 Jahren nur wenig zugenommen. "Während in der Schweiz rund die Hälfte der verkauften Bananen aus Fairtrade- zertifiziertem Anbau stammen, sind es in Deutschland unter einem Prozent", sagte Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair der dpa.

    In England hätten führende Einzelhandelsketten wie "Marks & Spencer " bereits ihr gesamtes Kaffeeangebot auf fairen Handel umgestellt. Fair gehandelter Kaffee erzielt laut Angaben von TransFair in England derzeit einen Umsatzanteil von 20 Prozent, in Deutschland knapp 1,5 Prozent. Erst langsam würden deutsche Handelsketten auf den "fairen" Geschmack kommen: Rewe verkaufe allein 60 Millionen "Fairtrade-Rosen" jährlich. Rosen seien derzeit mit 4 Prozent Marktanteil das stärkste Fairtrade-Produkt in Deutschland.

    "Fair gehandelte Produkte sind ein wichtiges Werkzeug um Kinderarmut und Kinderarbeit weltweit zu bekämpfen", sagte Jürgen Thiesbonenkamp, Vorsitzender der Kindernothilfe in Düsseldorf. "Verbote von Kinderarbeit sind nutzlos, wenn die Eltern durch Armut auf die Arbeit der Kinder angewiesen bleiben." Die Duisburger Kindernothilfe unterstützt jährlich rund 600 000 Kinder in weltweit 985 Projekten.

    Als Kooperationspartner will die Regierung von Nordrhein-Westfalen künftig in Landeseinrichtungen mehr fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Blumen und auch Dienstbekleidung verwenden. Bis 2011 solle dies geregelt werden, kündigte NRW- Europaministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) an./hs/DP/edh

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