25.09.2012 13:04
Bewerten
 (7)

Berlusconi: Hegemoniales Deutschland diktiert Sparpolitik

Deutschland kritisiert
Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat Deutschland vorgeworfen, seinen EU-Partnern die Regeln diktieren zu wollen.
"Im Vergleich zu (Ministerpräsident Mario) Monti wäre ich weniger loyal zu Deutschland", sagte Berlusconi der ersten italienischen Ausgabe der Online-Zeitung Huffington Post. Deutschland sei ein "hegemoniales Land, das den anderen europäischen Ländern die Regeln der Sparpolitik mit der Behauptung diktiert, dass das Defizit mit Sparen verringert werden könne."

     Die ausschließliche Sparpolitik führe aber in die Rezession, sagte Berluscini. Das Defizit könne nur über Wirtschaftswachstum reduziert werden. "Der Professor Monti hat lieber die Steuern erhöht, als Produktion und Konsum wieder in Gang zu bringen." Monti brauche mehr Mut.

   Zur Zukunft Italiens im Euro-Gebiet sagte Berlusconi, es gebe drei Möglichkeiten. "Die erste: Deutschland überzeugen, dass wir nicht nur mit Sparen weitermachen können. Die zweite: dass Deutschland aus dem Euro austritt", und als dritte Möglichkeit der Austritt aller anderen Länder und das Ende der Einheitswährung und das Auseinanderbrechen Europas. Er bevorzuge die erste Lösung, sagte Berlusconi.

 Außerdem müsse die Europäische Zentralbank "eine echte Zentralbank" werden und auch die Staatstitel garantieren. "Ich erinnere daran, dass Japan mit 238 Prozent des BIP verschuldet ist, aber alle seine Titel (Staatsanleihen) zu einem Prozent unterbringen kann, weil es eine echte Zentralbank hat, die Geld druckt." Wenn man bei der Bewertung des italienischen Defizits auch die Schattenwirtschaft berücksichtige, sinke das Defizit unter 100 Prozent.

    ROM (dpa-AFX)

Bildquellen: MIMMO FERRARO / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX schließt unter 9.000 Punkten -- 25 Banken sollen Stresstest nicht bestanden haben -- US-Börsen leicht im Plus -- Ford, BASF, Amazon, Microsoft im Fokus

Apple will Beats-Musik-App in iTunes aufgehen lassen. Deutsche Bank leidet unter Rückstellungen. S&P hebt Bonitätsnote von Zypern an. Ryanair-Chef unterschreibt für fünf weitere Jahre. FMC besorgt sich 900 Millionen US-Dollar am Bondmarkt. Chiquita lässt Fyffes-Fusion platzen. Cameron: Werden Milliarden-Rechnung aus Brüssel nicht bezahlen.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

So platzieren sich die Deutschen

Die öffentliche Verschwendung

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Facebook & Co: Welche Börsengänge waren ein Desaster?

Welches Unternehmen erzielte bislang das größte Emissions- volumen?

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

mehr Top Rankings

Umfrage

Verkehrsminister Dobrindt erwägt scheinbar, die Pkw-Maut vorerst nur auf Autobahnen einzuführen. Was halten Sie von diesem Rückzieher?