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14.10.2008 08:47

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KOLUMNE

Devisen-Trader-Kolumne: Dreht sich der Trend bei EUR/USD bald um?


Angesichts des Kursrückgangs von EUR/USD von 1,60 auf unter 1,35 USD glauben manche an das Ende der langjährigen Dollarschwäche (Dollarkurs). Fundamentaler Hintergrund für die Wiedererstarkung des Dollars war das Ende der Zinssenkungspolitik der US-Notenbank und die trotz der Hypothekenkrise lange Zeit überraschende Stärke der US-Konjunktur. Ganz anders in der Eurozone: Hier zeigen die Konjunkturdaten schon länger geradezu dramatisch nach unten.

Carry-Trades schaden dem Euro

Anfang Oktober verstärkte sich der Verkaufsdruck auf den Euro sogar noch, vor allem weil die Finanzkrise mit voller Wucht Europa traf. Doch der Kursrückgang von EUR/USD ist nicht nur fundamental zu erklären, er hat auch finanzmarkttechnische Gründe, nämlich die Auflösung von Carry Trades. Anleger haben über Jahre hinweg den Yen als Leihewährung benutzt und das Geld in höher verzinsten Währungen angelegt. Investiert wurde nicht nur in riskante Hochzinswährungen, sondern auch in den als relativ sicher geltenden Euro. Der Einbruch an den Märkten und der starke Anstieg der Volatilität zwingen aber zu einer Auflösung dieser Short-Positionen auf den Yen.

EUR/JPY zieht EUR/USD mit nach unten

Die daraus resultierende Aufwertung des Yens geht zu einem nicht geringen Umfang auf Kosten des Euros. EUR/JPY stürzte seit seinem Hoch Anfang August um über 20 Prozent ab, USD/JPY fiel nur um etwa zehn Prozent. Der Wechselkurs des Euros zum Dollar wird daher auch durch den Absturz von EUR/JPY mit nach unten gezogen. Es handelt sich nicht um eine allgemeine Euroschwäche, was sich daran zeigt, dass der Euro nicht nur gegenüber den Währungen der Emerging Markets, sondern auch gegenüber Währungen, wie der Schwedischen und der Norwegischen Krone sowie dem Austral- und dem Neuseeland-Dollar, teils massiv zulegen konnte.

Wende bei EUR/USD

Der Abwärtsdruck auf EUR/USD wird sich nicht ewig fortsetzen, denn die dramatische Verschärfung der Finanzkrise hat die Strukturprobleme der US-Wirtschaft in den Vordergrund gerückt. Die Überschuldung in den USA droht nicht nur den Staat, sondern vor allem auch die privaten Haushalte zu lähmen. Das dürfte den US-Dollar über kurz oder lang unter Verkaufsdruck setzen, zumal der Zinsvorteil des Euros gegenüber dem US-Dollar bestehen bleibt.



Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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