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03.01.2013 11:59

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Die Hoffnungen ruhen auf dem US-Automarkt

Daimler zu myNews hinzufügen Was ist das?


   Von Jeff Bennett und David Pearson

   Während die europäische Autoindustrie darniederliegt, blicken die Fahrzeughersteller hoffnungsvoll Richtung USA. Und das zurecht: Nach der Krise 2009 erstrahlt der wichtigste Automarkt der Welt in neuem Glanz und für das neue Jahr rechnen Branchenkenner damit, dass die Neuwagenverkäufe inklusive Nutzfahrzeuge die Marke von 15 Millionen überspringt und somit - langsamer zwar - aber trotzdem weiter wächst. Die Automobilexperten von R.L. Polk & Co sagen für 2013 in den Vereinigten Staaten ein Plus von 6,6 Prozent auf 15,3 Millionen Fahrzeuge bei den Neuzulassungen, einer wichtigen Kennziffer beim Automobilabsatz, voraus. Da die Neuzulassungen traditionell etwas hinter den tatsächlichen Verkäufen hinterher hinken, dürften im laufenden Jahr 15,4 Millionen Fahrzeuge auf dem Markt abgesetzt werden.

   Hintergrund der hohen Nachfrage ist unter anderem eine alternde Wagenflotte, die viele Amerikaner zum Kauf eines neuen Autos bewegt. Zudem haben wieder mehr Verbraucher Zugang zu Krediten und Leasingverträgen. Aber auch wenn die Lust der US-Amerikaner auf ein neues Auto ungebrochen scheint, warnen Branchenkenner vor Risiken, die das Wachstum dämpfen könnten. Zwar wurde die Fiskalklippe nach langem politischen Hin und Her umschifft, allerdings bleibt die Frage nach Budgetkürzungen und weiteren Regierungsprogrammen bestehen. Entscheidend ist, ob die Verbraucher und Unternehmen letztlich höhere Steuern zahlen müssen.

   Automobilmanager glauben, dass vor allem ein kontinuierlicher Rückgang bei der Arbeitslosigkeit und eine stärkere Erholung des Immobilienmarktes für ein anhaltendes Nachfragewachstum wichtig sind. Auch müssten die Verkäufe von Pickups wieder anziehen. Einige Baukonzerne und kleinere Mittelständler haben die Entscheidung für Ersatzbeschaffungen älterer Fahrzeuge bislang noch aufgeschoben.

   Automobilanalyst Anthony Pratt betont denn auch, dass in diesem Jahr dem Pickup-Segment besondere Aufmerksamkeit zukomme. Nach einigen rückläufigen Jahren dürfte es hier 2013 wieder aufwärts gehen. Der Experte verweist darauf, dass General Motors, Ford und Toyota in den kommenden 18 bis 24 Monaten entweder neue Modelle einführen oder alte Modelle aufhübschen werden. Für das vergangene 2012 schätzt Pratt den Autoabsatz auf 14,4 Millionen Fahrzeuge. Am Donnerstag werden die US-Autoverkäufe für Dezember veröffentlicht.

   Im Rezessionsjahr 2009 war der US-Autoabsatz nach Daten des Marktforschers Autodata auf ein 27-Jahres-Tief eingebrochen. Lediglich 10,4 Millionen Fahrzeuge wurden seinerzeit verkauft. 2010 zog der Absatz wieder an und erhöhte sich 2011 nochmals um 10 Prozent auf 12,8 Millionen Fahrzeuge.

   Der europäische Automobilmarkt steckt derweil noch immer mitten in der Krise und schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Nach einem erwarteten Rückgang bei den Neuzulassungen 2012 dürfte es auch 2013 weiter abwärts gehen. In Frankreich wurden im vergangenen Jahr so wenig Autos neu zugelassen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Wie der französische Automobilherstellerverband mitteilte, gingen die Pkw-Neuzulassungen 2012 in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone um 14 Prozent zurück. Gründe sind die schleppende Wirtschaftsentwicklung und die Schuldenkrise. Beide sorgen für Kaufzurückhaltung bei den Verbrauchern. Viele Verbraucher stellen große Anschaffungen wie Autos in Angst vor Arbeitslosigkeit und wegen der schwindenden Kaufkraft zunächst zurück.

   Der Branchenverband ACEA wird zwar erst am 16. Januar über die Pkw-Neuzulassungen im Dezember 2012 berichten, die Zahlen für die zurückliegenden Monate verheißen aber nichts Gutes. In der Europäischen Union sank die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im November 2012 den 14. Monat in Folge - um 10,3 Prozent. In den ersten elf Monaten 2012 sanken die Zulassungen um 7,6 Prozent auf europaweit 11,26 Millionen Autos - so wenig wie zuletzt im Jahr 1993. Dabei zeigte sich, dass die internationalen Automärkte zweigeteilt sind. Drastische Rückgänge zeigte Südeuropa mit Spanien, Italien und Frankreich. Deutschland schnitt mit einem Rückgang von 3,5 Prozent im November noch relativ gut ab. Eine Ausnahme bildete Großbritannien, wo die Zulassungen um 11,3 Prozent stiegen.

   Francois Roudier vom französischen Automobilherstellerverband zeigt sich angesichts dieser Entwicklung besorgt. "Wir machen uns für 2013 große Sorgen", erklärte er und sagt für den französischen Markt einen weiteren Rückgang voraus. Ein Analyst von Morgan Stanley ist ebenfalls pessimistisch und geht davon aus, dass an Europa in den nächsten zehn Jahren eine Konjunkturerholung am Automarkt vorbeigehen könnte. Selbst bei einem Anziehen der Wirtschaft könnte ein Nachfrageboom ausbleiben und die Verkäufe könnten stagnieren.

   Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

   DJG/DJN/cbr/gos

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen

   Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen

   Online-Angebot des Wall Street Journal.)

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   January 03, 2013 05:29 ET (10:29 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 05 29 AM EST 01-03-13

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