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07.09.2008 09:00

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Die eigenen Morgen-Gaben (EuramS)


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Bei der Fondsvariante werden die Beiträge in Aktien-, Renten-, Immobilien- oder sonstige Fonds investiert. Wie bei den Zielsparfonds ist es auch hier möglich, Fonds nach eigenem Gusto auszuwählen oder während der Laufzeit in andere Risikoklassen umzuschichten. "Bei einem Zeithorizont von etwa 30 Jahren konnten aktiengebundene Anlageformen bisher stets deutlich mehr Rendite erwirtschaften als alle anderen Anlagen", sagt Ralf Bocken, Bereichsleiter Vertriebsstrategie und Vermögensberatung der Citibank Privatkunden. Der Nachteil fondsbasierter Rentenpolicen: Das Anlagerisiko trägt der Versicherte, eine bestimmte Rentenhöhe kann nicht mehr garantiert werden. Als Gegenmittel kamen Fondspolicen mit Höchststands­garantien und sogenannte Hybridtarife auf den Markt, bei denen ein Anteil in den Deckungsstock fließt und der andere in Fonds. Das wirkt sich jedoch besonders bei kurzen Laufzeiten negativ aus: Wegen der Garantie muss der Löwenanteil der Beiträge in den weniger renditeträchtigen Deckungsstock fließen, und die Aktienquote ist sehr gering. Mit den neuen dynamischen Hyb­ridprodukten glauben die Versicherer nun eine Lösung gefunden zu haben. Das Konzept kommt aus den USA, läuft unter der Bezeichnung "valuable annuities" und verspricht dem Kunden eine bestimmte Leistung zum Ende der Laufzeit: Das kann eine festgelegte Rente sein, eine definierte Kapitalauszahlung oder auch das Versprechen auf den Erhalt der gezahlten Beiträge – vo­rausgesetzt, die Police wird nicht vorzeitig gekündigt. Die Garantie wird nicht über das Investment dargestellt, sondern läuft gesondert über Derivate. Das erlaubt einen hohen Aktienanteil. Für die Garantie wird eine Gebühr von drei bis fünf Prozent von den Beiträgen abgezogen.

In Deutschland sind solche Konzepte wegen der geltenden Bilanzierungsvorschriften derzeit noch nicht realisierbar. Erste Angebote gibt es hierzulande trotzdem – die Policen wurden über Tochtergesellschaften in Irland oder Luxemburg aufgelegt. Den Vorreiter machte die AXA mit ihrem Produkt TwinStar. Je nach gewählter Variante ist zum Laufzeit­ende eine feste Rente zugesagt, die einer Verzinsung des Sparanteils zwischen 3,0 und 3,25 Prozent entspricht. Der Kunde kann selbst bestimmen, ob seine Beiträge in einen Dachfonds oder in bis zu drei Einzelfonds fließen, dabei ist auch ein Aktieninvestment von 100 Prozent möglich. In der Klassik-Variante managen die AXA-Experten das Depot, der Aktienanteil liegt in der Regel zwischen 50 und 60 Prozent. Die Kosten für die Garantie: fünf Prozent des Beitrags plus 0,5 bis 1,75 Prozent pro Jahr vom Fondsguthaben. Der Mindestbeitrag: 25 Euro pro Monat. Möglich sind auch Zuzahlungen sowie Einmalbeiträge ab 5000 Euro.

In die gleiche Kategorie fällt der Global topReturn der Vorsorge Luxemburg Leben, einer Tochter­gesellschaft der zu Ergo gehörenden Vorsorge Leben. Hier beträgt die Mindestverzinsung der Sparanteile drei Prozent, und der Anleger kann sich zwischen einem Aktien-, ­In­- dex-, Renten- oder Mischdepot entscheiden. Am Laufzeitende besteht die Wahl zwischen einer Rente oder einer Auszahlung. Sparbeiträge sind ab 25 Euro pro Monat möglich, einmalige Zuzahlungen ab 1000 Euro. Die Garantie kostet 2,5 Prozent pro Beitrag, dazu kommen je nach Depot zwischen 0,8 und zwei Prozent vom Fondsguthaben – plus Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren.

Der britische Versicherer Friends Provident ist mit seinem Friends Plan angetreten. Hier wird keine Rente oder Ablaufleistung garantiert, sondern die Option auf eine Beitragsgarantie am Laufzeitende. Die Gebühr beträgt fünf Prozent, der Mindestbeitrag liegt bei 40 Euro monatlich oder 400 Euro im Jahr. Für weniger aktive Anleger bietet der Versicherer drei Portfolios an, die von ausgewählten Managern betreut werden. Auch kann der Kunde sein Depot selbst zusammenstellen.

Vergleichbare Produkte bieten unter anderem HDI-Gerling mit Two Trust, Nürnberger mit Doppel Invest, Gothaer, LV 1871, Moneymaxx, Victoria, Signal Iduna, Volksfürsorge oder die Bayerische Beamtenversicherung an. Der Vertrieb läuft dabei nicht unbedingt nur über das eigene Haus: Die Commerzbank beispielsweise hat das Produkt der Volksfürsorge übernommen und bietet dieses seit 1. September als Commerzbank Investment Police an.

Die Allianz bedient den Markt der Generation 55 plus mit ihrem Produkt Invest4life – allerdings nur gegen einen Einmalbetrag ab 50 000 Euro aufwärts. Anleger bekommen eine garantierte monatliche Rente, die sich je nach Wertentwicklung der Fonds erhöhen kann. Investiert wird in zwei Fonds mit einer Aktienquote von 75 beziehungsweise 50 Prozent, der jeweils andere Teil entfällt auf Anleihen. Die Kosten belaufen sich auf fünf Prozent der Anlagesumme bei Vertragsabschluss, dazu kommen eine Verwaltungsgebühr von 1,2 Prozent für das konservative beziehungsweise 1,35 Prozent für das aktienlastigere Depot sowie weitere 0,5 Prozent der angelegten Summe plus 15 Euro Pauschale. Die Risikoabsicherung kostet 1,25 beziehungsweise 1,65 Prozent. Die schönen neuen Möglichkei­ten sind trotzdem kein Grund, sich überstürzt zu entscheiden. Rentenexperte Albers empfiehlt: "Am besten, man lässt sich ver­schiedene ­Angebote mit Modellrechnungen machen."

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