07.02.2013 09:44
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Durchwachsene Zahlen: Daimler rechnet mit stagnierendem Gewinn

Dividende bleibt stabil: Durchwachsene Zahlen: Daimler rechnet mit stagnierendem Gewinn | Nachricht | finanzen.net
Dividende bleibt stabil

Daimler hat das Übergangsjahr 2012 mit gemischtem Erfolg hinter sich gebracht. Die Anleger honorieren die Zahlen aber dennoch - die Aktie legt zu, auch dank der weiterhin stabilen Dividende.

Zwar verkaufte der Traditionskonzern im vergangenen Jahr so viele Pkw und Lkw wie nie zuvor und steigerte den Umsatz, der operative Gewinn konnte jedoch nicht Schritt halten und gab nach. Auch in diesem Jahr rechnen die Stuttgarter mit einem stagnierenden Ertrag. Daimler -Chef Dieter Zetsche zeigte sich entsprechend nur bedingt zufrieden: "Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Daimler insgesamt ein starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial", sagte er in Stuttgart. Das Unternehmen sei dem eigenen Anspruch bei Ergebnis und Rentabilität nicht gerecht geworden.

   Insgesamt erwirtschaftete der im DAX notierte Konzern 2012 dank um 4 Prozent gestiegener Verkäufe einen Umsatz von 114,3 Milliarden Euro - ein Plus von 7 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um 2 Prozent auf gut 8,6 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis legte hingegen um 8 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zu. Das lag vor allem an einem positiven Sondereffekt: der Trennung von einem Teil der Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der kurz vor dem Jahreswechsel nach langem Hin und Her festgezurrte Verkauf spülte einen Sonderertrag von 709 Millionen Euro in die Kassen der Schwaben. Das reine operative Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft sank auf rund 8,1 Milliarden von zuvor knapp 9 Milliarden Euro.

   Wie die ganze Branche hat auch Daimler mit hohen Investitionen in Produkte, Werke und Technologien zu kämpfen. Deshalb, und weil der zunehmend härtere Wettbewerb auf dem Gewinn lastet, hatten sich die Stuttgarter im Herbst von ihrer Ertragsprognose verabschiedet und peilten seither nur noch ein rein operatives Ergebnis von rund 8 Milliarden Euro an. Mit den nun vorgelegten Jahreszahlen schnitt Daimler im Rahmen der Erwartungen von Analysten ab.

   Schwach lief es vor allem in der Pkw-Sparte: Mercedes-Benz verkaufte mit 1,42 Millionen Autos 4,5 Prozent mehr als im Jahr davor und so viele wie nie, blieb damit aber vor deutlich hinter der Konkurrenz zurück. BMW und Audi verbuchten zweistellige Zuwachsraten. Die Umsatzrendite sank wegen der hohen Investitionen und des schärferen Wettbewerbs auf 7,1 Prozent von 9 Prozent im Vorjahr. Auch damit hinkt Daimler wohl hinter den Rivalen zurück, die in den kommenden Wochen ihre Jahreszahlen veröffentlichen werden.

   Der Grund dafür, dass die Schwaben momentan nur die Rücklichter von BMW und Audi sehen, ist vor allem die Schwäche von Mercedes-Benz auf dem immens wichtigen chinesischen Markt. Wegen Lieferschwierigkeiten und ineffizienten Vertriebsstrukturen steigerte der Konzern den Absatz im Reich der Mitte nur leicht, während die Konkurrenten deutlich zweistellige Zuwächse verbuchten. In den vergangenen Wochen unternahm Daimler aber Einiges, um der Probleme auf dem mittlerweile wichtigsten Markt der Welt Herr zu werden: Im Vorstand wurde ein China-Ressort geschaffen, die Vertriebsstruktur wurde vereinheitlicht und man kaufte sich beim chinesischen Joint-Venture-Partner BAIC ein.

   Im Branchenvergleich sind das aber eher Luxusprobleme. Denn auch wenn Daimler wohl hinter den Konkurrenten zurückbleiben wird, hebt sich das gesamte Premiumsegment deutlich von vielen im Massensegment tätigen Autobauern ab. Vor allem vorrangig in Europa aktive Hersteller wie Peugeot und Opel schreiben tiefrote Zahlen. Stellenstreichungen und sogar Werksschließungen sind geplant. Der europäische Markt steckt mittlerweile seit vielen Jahren in einer tiefen Krise, die sich durch die überbordende Schuldenlast einiger Staaten zuletzt zusätzlich verschärfte. In diesem Jahr dürften die Neuzulassungen auf das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er Jahre zurückfallen.

   Etwas besser lief es für Daimler 2012 dagegen in der Nutzfahrzeugsparte: Bereits im November wurde der Vorjahresabsatz eingefahren. Auf Gesamtjahressicht legten die Verkäufe um 9 Prozent auf 462.000 Fahrzeuge zu und mit ihnen der Umsatz auf 31,4 Milliarden nach 28,75 Milliarden Euro. Die starke Nachfrage aus Nordamerika hatte das schwache Geschäft in Europa und den Absatzeinbruch auf dem wichtigen brasilianischen Markt, wo Subventionen gestrichen worden waren, kompensiert. Weil Daimler jedoch auch hier massiv in neue Produkte investiert hat und wegen der schwachen Entwicklung auf einigen wichtigen Märkten fiel die Umsatzrendite auf 5,5 von 6,5 Prozent im Vorjahr.

   Auch bei den Konkurrenten Scania und Volvo war 2012 allerdings von jedem erlösten Euro deutlich weniger übrig geblieben. Der deutsche Nutzfahrzeugrivale MAN wird sich am Freitag in die Jahresbilanz schauen lassen. Die Daimler-Aktionäre sollen das schwache operative Geschäft aber nicht zu spüren bekommen: Die Dividende soll wie auch im Vorjahr bei 2,20 Euro je Anteilsschein liegen.

   Für dieses Jahr und das Jahr 2014 erwartet Daimler einen kontinuierlich zunehmenden Umsatz. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll sich ab der zweiten Jahreshälfte erholen und am Jahresende in etwa auf dem Niveau von 2012 liegen. Für 2014 und die Jahre danach soll der Gewinn dank effizienterer Strukturen und der gestarteten Produktoffensive bei Mercedes-Benz dann wieder zulegen.

Die Daimler-Zahlen wurden vorbörslich noch mit Enttäuschung aufgenommen, im Handelsverlauf überwiegt aber offenbar der Optimismus der Anleger. Aktuell gehören die Titel zu den größten Gewinnern unter den Standardwerten.

Mit Material von dpa und Dow Jones Newswires

Weltgrößte Autobauer im dritten Quartal:

 

Platz 17: Mitsubishi

Auch im 3. Quartal 2012 eröffnet Mitsubishi das Ranking der absatzstärksten Autobauer. Das Unternehmen setzte von Juli bis September 2012 239.000 Fahrzeuge ab. Verglichen mit dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von 5 %.

Bildquellen: Frank Gartner / Shutterstock.com, ben bryant / Shutterstock.com

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