18.02.2013 11:20
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Dombret: Bundesbank beobachtet Immobilienkreditvergabe

   Von Hans Bentzien

   Die Deutsche Bundesbank wird die Vergabe von Immobilienkrediten nach den Worten von Vorstandsmitglied Andreas Dombret weiterhin beobachten. Bei einer Rede in Hamburg begründete Dombret die erhöhte Aufmerksamkeit der Bundesbank mit dem anhaltenden Anstieg der Immobilienpreise und dem Interesse der Banken am Immobiliensektor angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfelds.

   Die Wohnimmobilienpreise in 125 Städten Deutschlands sind im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent gestiegen und in den größten sieben Städten sogar um 8,2 Prozent. Dombret wollte dies einerseits nicht überbewertet wissen, andererseits kündigte er eine Beobachtung dieses Markts an.

   Laut vorab verbreitetem Redetext sagte er: "Zum einen haben sich die Preise deutscher Wohnimmobilien im internationalen Vergleich lange unterdurchschnittlich entwickelt. Die recht kräftige Aufwärtsbewegung in jüngster Zeit kann insofern auch als Aufholprozess gesehen werden. Zum anderen besteht je nach Region eine sehr unterschiedliche Entwicklung."

   Was die Bundesbank tatsächlich auf den Plan rufen würde, wäre eine Preisblase im Immobiliensektor. Denn was deren Zerplatzen bedeutet, ist derzeit in Großbritannien und Spanien zu besichtigen: eine schwere Rezession. Aber dazu, das machte Dombret klar, bedarf es noch anderer Zutaten: "Um die Stabilität des Finanzsystems zu bedrohen, muss ein Kreditwachstum hinzukommen, das nicht im Einklang mit der Risikotragfähigkeit der beteiligten Kreditnehmer und Gläubiger steht."

   Und das kann Dombret in Deutschland derzeit nicht erkennen, wie er erläuterte: Die Immobilienkredite seien 2011 und 2012 nur moderat gewachsen, die Deutschen verschuldeten sich nicht höher, sondern stockten das beim Immobilienerwerb eingesetzte Eigenkapital auf. Außerdem seien die Kreditvergabestandards der deutschen Banken traditionell konservativ und würden zudem derzeit restriktiver.

   "Das ist ein deutlicher Gegensatz zu den ehemaligen Boomländern, in denen die Standards im Aufbau der Blasen immer laxer wurden", sagte Dombret. Zudem sei die Risikotragfähigkeit der privaten Haushalte und der Banken mit der robusten Konjunktur- und Beschäftigungsentwicklung der vergangenen Jahre gestiegen.

   Gleichwohl warnte das Bundesbankvorstandsmitglied davor, das Thema zu unterschätzen. Internationale Erfahrungen zeigten, dass Anfangsphasen von Preisübertreibungen auch mit einem niedrigen Kreditwachstum einhergehen können. "Wir müssen also aufmerksam sein. Und wir müssen auch das Verhalten von Finanzinstituten und privaten Haushalten im Auge behalten", sagte Dombret.

   Das gilt vor allem deshalb, weil Banken zunehmend unter dem Niedrigzinsumfeld zu leiden beginnen, in dem Unternehmen sich ihre Finanzierungen direkt am Markt und nicht mehr über die Banken besorgen. "Wir werden aufmerksam beobachten, inwiefern Banken nicht Ausweichreaktionen zeigen und wieder auf vermeintlich renditestärkere, aber damit eben auch auf riskantere Engagements setzen. Es wird beispielsweise darauf zu achten sein, wie sich die Kreditvergabe im Bereich der Immobilien entwickelt", warnte Dombret.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/apo

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   February 18, 2013 05:00 ET (10:00 GMT)

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