11.02.2013 15:00
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Procter & Gamble: Meister Proper räumt auf

Dow-Jones-Wert mit Potenzial: Procter & Gamble: Meister Proper räumt auf | Nachricht | finanzen.net
Procter & Gamble: Meister Proper räumt auf
Dow-Jones-Wert mit Potenzial
Ein aggressiver Aktionär mischt den angeschlagenen amerikanischen Konsumgüterriesen Procter & Gamble auf. Vorstandschef Bob McDonald gibt daher Gas - gut für Aktionäre.
€uro am Sonntag
von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Wer kauft schon Aktien, die Superinvestor Warren Buffett verkauft? Bill Ackman! Der für seine rüden Methoden bekannte Chef des US-Hedgefonds Pershing Capital, griff just im Sommer 2012 bei Procter & Gamble zu, als Buffett erklärte, bei dem Konsumgüterhersteller sei wohl nicht viel zu erwarten, und sich von einem Teil seines Anteil trennte. Ackmans Einstieg zeigte Wirkung: Seit er knapp ein Prozent der P & G-Aktien hält, hat der Kurs um gut 20 Prozent zugelegt.

Dabei hatte Ackman noch vor Wochen geätzt: „Es ist unwahrscheinlich, dass P & G-Chef Bob McDonald der richtige Mann ist.“ Seit der gescholtene Chef des Herstellers von Markenprodukten wie Pampers, Meister Proper oder Ariel Ende Januar aber gute Zahlen für das ab­gelaufene Quartal vorlegte, gibt sich Aggressor Ackman versöhnlicher: „Das jüngste Quartal war ein Hinweis, dass es vorangehen kann. Wenn Bob zu ­radikalen Schritten fähig ist, kann er hoffentlich auch erfolgreich sein.“

Tatsächlich hatte McDonald schon im Frühjahr vergangenen Jahres ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, um den einstigen Vorzeigekonzern der Konsumgüterbranche zurück auf die Erfolgsspur zu führen. Als er bei der Vorstellung der Zahlen gefragt wurde, ob die Lästerei Ackmans sein Selbstbewusstsein ankratze, fragte der ehemalige Hauptmann der US-Armee nur kurz zurück: „Sollte sie das?“

McDonalds Sturmtrupp
Um den US-Konzern wieder erstrahlen zu lassen, hat der Ex-Militär einen Sechs-Mann-Trupp rekrutiert. Das Team soll verbessern, wofür P & G lange als Referenz in der Branche galt: Organisation und Profi­tabilität. Laut den Ergebnissen der jüngsten Quartalsbilanz hat McDonalds Stoßtrupp erste Erfolge. Zwar verlor P & G in den Produktsparten, die etwa die Hälfte des Jahresumsatzes von gut 84 Mil­liarden Dollar ausmachen, weitere Marktanteile an die Konkurrenz von Unilever oder Colgate. Doch dieser Trend wurde abgeschwächt. McDonald hat nun sogar die Prognose für das laufende Geschäftsjahr erhöht.

Und es gibt gute Gründe für einen weiteren Aufschwung, denn McDonalds Pläne sind ehrgeizig: Während der nächsten vier Jahre sollen zehn Milliarden Dollar Kosten gespart werden. Bisher habe man bloß das verbessert, „was ganz offensichtlich nicht mehr passte“, so McDonald. So wurden bereits 5.500 von geplanten 5.700 Jobs gestrichen. In einem zweiten Schritt will McDonald nun an Stellschrauben im Konzern drehen, die nicht gleich ins Auge fallen.

Konkret ist bisher allerdings lediglich, dass P & G sich künftig in jedem Absatzmarkt auf jene 40 Marken konzentrieren will, die die stärkste Kombination aus Umsatzgröße und Markenpräsenz vorweisen. Zum Beispiel bei Waschmitteln: Was Ariel für Verbraucher in Deutschland ist, wird in den USA als Tide und in China als Olay geschätzt. Zudem bringt der gleiche Inhalt in den verschiedenen Verpackungen mehr Rendite.

Köpfe aus dem Silicon Valley
P & G fehlt inzwischen offenbar die Fähigkeit, revolutionäre neue Produkte zu entwickeln. Bestseller vom Start weg, wie das 1999 eingeführte Wischmoppsystem Swiffer, das schon im ersten Jahr zu einem Gewinnsprung von fünf Prozent beitrug, sind rar. Eine Kooperation mit dem Unternehmensfinanzierer Circle Up soll die Innovationsrate nun bessern. Im Portfolio der Kalifornier sind junge Firmen, die sich etwa auf ökologisch her­gestellte Haushaltsreiniger, Kosmetik oder Haustierprodukte spezialisiert haben.
Gut möglich, dass Ackmans Druck auf McDonald den P & G-Aktionären weiterhin hilft. Damit könnte auch Warren Buffett leben — hält er doch immer noch doppelt so viele Anteile wie der Hedgefonds. 

Investor-Info

Procter & Gamble
Der Ackman-Effekt

Nach guten Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (Ende Juni) zog die Aktie an. Mit 1,22 Dollar pro Aktie lag der Gewinn deutlich über der höchsten Schätzung von 1,14 Dollar. Auch das Umsatzwachstum fiel mit drei Prozent höher aus als erwartet. Mittelfristiges Ziel ist es, das Unternehmen wieder auf Wachstumsraten zwischen vier fünf Prozent zu bringen. Einfach wird das nicht. Investor Ackman wird aber nicht lockerlassen. Spekulativ.

Bildquellen: Procter & Gamble

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