09.07.2012 17:25
Bewerten
(0)

Draghi zurückhaltend bei neuen Kompetenzen für seine Bank

   Von Christian Grimm

   EZB-Präsident Mario Draghi hat sich bei der geplanten Machtausweitung für das eigene Haus zurückhaltend gezeigt. In seiner vierteljährlichen Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments wurde der Zentralbankchef vom belgischen Abgeordneten Philippe Lamberts attackiert, der die EZB-Politik intransparent nannte und die geplante Bankenaufsicht durch die Frankfurter Währungshüter kritisch bewertete. Draghi verteidigte daraufhin die beim jüngsten EU-Gipfel getroffenen Beschlüsse gegen Lamberts' Abgriff. "Es war nicht die EZB, die nach mehr Macht verlangt hatte, es war der Europäische Rat, der der EZB mehr Macht geben wollte".

   Der oberste Notenbanker der Eurozone scheint über die einflussreichere Rolle seiner EZB aber noch unsicher zu sein. Er verlangte erneut, dass Bankaufsicht und Geldpolitik deutlich voneinander geschieden sein müssten. Außerdem will er die nationalen Aufseher nicht aus der Verantwortung entlassen. "Die neue europäische Aufsicht wird auf der nationalen Kontrolle aufsetzen", betonte Draghi vor den EU-Parlamentariern.

   Er warnte vor dem Glauben, dass die gemeinsame Überwachung der Großbanken in der Eurozone sofort reibungslos funktionieren werde. "Die Bankenunion wird nicht gleich perfekt funktionieren, sie kann aber jetzt erreicht werden." Die europäische Aufsicht sei aber der erste notwendige Schritt, bevor über eine gemeinsame Einlagensicherung gesprochen werden könne.

   Der EZB-Präsident versuchte im EU-Parlament die Regierungen der Eurozone rhetorisch weiter auf den Reformkurs festzunageln. Er lobte Spanien, Irland, Portugal und auch sein Heimatland Italien für die verabschiedeten Veränderungen bei den Arbeitsmarktgesetzen und ihre Sparpolitik. "Der zweite Schritt ist aber, dass die Reformen auch in die Tat umgesetzt werden". Nach Draghis Einschätzung brauchen derartige Strukturbeschlüsse aber Zeit, bis die Bürger von den Früchten dieser Politik profitieren könne.

   Darüber hinaus erklärte Draghi die Entscheidung des EZB-Rats vom vergangenen Donnerstag, den Leitzins auf das historische Tief von 0,75 Prozent zu senken. "Das Wachstum bleibt schwach und einige der zuvor festgestellten Abwärtsrisiken für den Wachstumsausblick für die Eurozone haben sich eingestellt." Die 17 Währungshüter hatten sich außerdem entschlossen, den Spitzenrefinanzierungssatz gleichfalls um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent herabzusetzen.

   Der Einlagensatz, zu dem die Banken ihr Geld bei der EZB "parken" können, sank ebenfalls um 25 Basispunkte und liegt jetzt bei Null. Die EZB steht damit in einer Reihe von Zentralbanken, die eine neue Lockerungsrunde eingeläutet haben, darunter die Bank of England und die chinesische Notenbank.

   Kontakt zum Autor:kchristian.grimm@dowjones.com

   DJG/chg/raz

   (END) Dow Jones Newswires

   July 09, 2012 10:55 ET (14:55 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 10 55 AM EDT 07-09-12

Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX etwas leichter -- US-Börsen im Minus -- Tesla-Marktwert wieder hinter BMW -- Lufthansa macht Angebot für Teile von Air Berlin -- Bayer, RWE, E.ON, Uniper, innogy, K+S im Fokus

Spotify-Börsengang: US-Börsenaufsicht prüft ungewöhnlichen Antrag des Börsenkandidaten. Bundesbank holt Goldbestände früher als geplant nach Frankfurt. ProSiebenSat.1-Aktie und RT-Aktie schwach: Zurückhaltung der Werbekunden belastet. WPP senkt wegen schwacher Nachfrage Prognose.

Top-Rankings

Das sind die bestbezahlten Schauspieler 2017
Wer verdiente am meisten?
KW 33: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Sorglos die Koffer packen
In diesen europäischen Ländern kommt man voll auf seine Kosten
Die ärmsten Länder der EU
Hier ist das BIP schlechter als im Durchschnitt
Vor diesen Berufen macht die Digitalisierung keinen Halt
Diese Jobs sind besonders stark bedroht
mehr Top Rankings

Umfrage

Donald Trump steht zunehmend in der Kritik. Was glauben Sie, wie lange wird er US-Präsident sein?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
K+S AGKSAG88
EVOTEC AG566480
BMW AG519000
BASFBASF11
Amazon906866
Allianz840400
AlibabaA117ME
Nordex AGA0D655