10.09.2012 17:24
Bewerten
(41)

Commerzbank: EZB bringt Deutschland zum Absturz

Düstere Prognose: Commerzbank: EZB bringt Deutschland zum Absturz | Nachricht | finanzen.net
Düstere Prognose
Die lockere Politik der Europäischen Zentralbank wird die deutsche Wirtschaft nach Aussage von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer innerhalb von fünf bis zehn Jahren "zum Absturz bringen".
Krämer warnte in einer aktuellen Veröffentlichung, dass sich die EZB-Politik für Deutschland zunächst gut anfühlen, später aber als nachteilig erweisen werde.

   Der Ökonom geht in seiner Analyse davon aus, dass die lockere Politik der EZB zu höherer Inflation und Euro-Abwertung führen wird, was in den kommenden Jahren Wettbewerbsdruck von den Peripherieländern nehmen und die Währungsunion stabilisieren werde.

   Deutschlands Wirtschaft ist im zweiten Quartal noch um 0,3 Prozent gewachsen, während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des gesamten Euroraums um 0,2 Prozent schrumpfte. Länder wie Italien und Spanien befinden sich schon länger in einer Rezession und leiden wegen ihrer hohen Verschuldung unter hohen Refinanzierungskosten. Die EZB sieht hierin eine Störung ihres geldpolitischen Ziels, überall im Euroraum für niedrige Zinsen zu sorgen und hat deshalb Staatsanleihekäufe in Aussicht gestellt. Zudem dürfte sie noch in diesem Jahr ihre Zinsen weiter senken.

   Viele Ökonomen bezweifeln den politischen Willen der EZB, ihre Zinsen schnell genug wieder anzuheben, um die inflationären Folgen ihrer expansiven Geldpolitik unter Kontrolle zu halten. Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer erwartet, dass sich diese "italienische Währungsunion" zunächst auch für Deutschland sehr gut anfühlen wird. Er warnte aber: "Langfristig senkt sie die Qualität der Wirtschaftspolitik und unterminiert die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. All dies wird erst sichtbar, wenn die von niedrigen EZB-Zinsen angefachte deutsche Wirtschaft in fünf, vielleicht zehn Jahren überhitzt und abstürzt."

   Krämer erwartet, dass die für Deutschland viel zu niedrigen EZB-Zinsen das Wachstum hierzulande befeuern werden, wenn der Rettungsschirm ESM und die Staatsanleihekäufe der EZB erst einmal das Risiko eines Zerfalls der Währungsunion gebannt haben. "Bereits ab Mitte kommenden Jahres könnte die deutsche Wirtschaft wieder kräftig zulegen. Es ist vorstellbar, dass die Zahl der Arbeitslosen in einigen Jahren unter 2 Millionen liegt", prognostizierte der Commerzbank-Chefvolkswirt.

   Zugleich dürfte die niedrige Arbeitslosigkeit aber die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften erhöhen, was zunächst die Löhne und später die Renten kräftig steigen lassen dürfte. In den Städten könnten die Immobilienpreise weiter anziehen. "Die 'italienische Währungsunion' wird sich für die Deutschen zunächst sehr gut anfühlen. Aber sie wird uns am Ende trotzdem teuer zu stehen kommen", prophezeite Krämer.

   Den Grund sieht der Commerzbank-Chefvolkswirt darin, dass die laxe Geldpolitik die Qualität der Wirtschaftspolitik schleichend senken und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unterhöhlen wird. Krämer sieht die Gefahr, dass die Wettbewerbsvorteile, die Deutschland im Rahmen der Agenda-Politik des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder erlangt hat, verloren gehen - vor allem durch die Einführung von Mindestlöhnen und ein Zurückdrängen der Zeitarbeit, was die Beschäftigungschancen von Geringqualifizierten senke.

   "Außerdem ermuntern viele Politiker die Gewerkschaften, kräftige Lohnerhöhungen durchzusetzen. Daten der Weltbank zeigen bereits, dass Deutschland innerhalb der EU das Land ist, dessen immer noch hohe Qualität als Standort für kleine und mittelgroße Unternehmen sich seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise am meisten verschlechtert hat", warnte er.

   Die Folgen dieser Politik werden nach seiner Einschätzung lange verborgen bleiben, weil die lockere Geldpolitik die Konjunktur und die Beschäftigung künstlich anfacht. "Man wird in ein paar Jahren vermutlich sogar behaupten, dass Mindestlöhne und kräftige Lohnanstiege die Beschäftigung fördern", prophezeite der Ökonom.

   Sichtbar werden die Probleme laut Krämer erst, wenn die deutsche Wirtschaft überhitzt und anschließend einbricht. "Aber das Beispiel Spaniens lehrt, wie schmerzhaft ein solcher Absturz ist und wie langsam sich eine Volkswirtschaft davon erholt", gab er zu bedenken.

   Von Hans Bentzien

Dow Jones Newswires, Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 29 AM EDT 09-10-12

Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG
Anzeige

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Open End Turbo auf CommerzbankNG17AM

Nachrichten zu Commerzbank

  • Relevant
    3
  • Alle
    6
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
27.04.2017Commerzbank HoldHSBC
25.04.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
25.04.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
06.04.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
05.04.2017Commerzbank buyKepler Cheuvreux
05.04.2017Commerzbank buyKepler Cheuvreux
04.01.2017Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
30.12.2016Commerzbank kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
29.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
16.11.2016Commerzbank kaufenBankhaus Lampe KG
27.04.2017Commerzbank HoldHSBC
25.04.2017Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
25.04.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
06.04.2017Commerzbank HoldDeutsche Bank AG
30.03.2017Commerzbank HoldHSBC
27.02.2017Commerzbank UnderweightBarclays Capital
10.02.2017Commerzbank Strong SellS&P Capital IQ
09.02.2017Commerzbank VerkaufenDZ BANK
09.02.2017Commerzbank VerkaufenIndependent Research GmbH
09.02.2017Commerzbank SellUBS AG

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

SAP - Digitalisierung ist eine Goldgrube!

Das Softwarehaus aus Walldorf dominiert den globalen Markt für Unternehmenssoftware. Selbst das innovative Silicon Valley kann den Deutschen nicht das Wasser reichen. Das hat mittlerweile auch die Wall Street erkannt. Der DAX-Titel befindet sich auf Rekordjagd. Immer mehr US-Investoren springen auf. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, wie die Digitalisierung die Aktie antreibt und warum SAP für Trader und Investoren interessant ist.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- Dow stabil -- Gotham City plant weitere Berichte zu AURELIUS -- Conti wächst stärker als erwartet -- Linde mit gutem Jahresstart -- Air Berlin, Deutschen Bank, Amazon im Fokus

Solarworld verringert Verluste. US-Wirtschaft startet schwächer als erwartet ins Jahr. Apple arbeitet offenbar an digitalem Geld-Transfer und Prepaid-Kreditkarte. Exxon profitiert von steigenden Ölpreisen. Elon Musk trifft chinesischen Vize-Premier. Zinshoffnung liefert Banken Rückenwind. GM-Gewinn um mehr als ein Drittel gesteigert.

Top-Rankings

KW 17: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 17: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
KW 16: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Metropolen der Superreichen
In diesen Städten leben die meisten Milliardäre
Utopische Summen
Die teuersten Fußballtransfers der Saison 2016/17
Verdienst der DAX-Chefs
Das verdienten die DAX-Bosse 2016
Das Vermögen dieser Milliardäre ist seit der Trump-Wahl am stärksten gewachsen
Wer profitierte am stärksten?
Das sind die exotischsten Börsenplätze der Welt
Klein aber oho?
mehr Top Rankings

Umfrage

Nach hundert Tagen im Amt istTrump der unbeliebteste US-Präsident der modernen Geschichte. Sind Sie mit Donald Trump zufrieden?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
UBS AGA12DFH
Paragon AG555869
AB InBev SA-NV (Anheuser-Busch InBev)A2ASUV
INDUS AG620010
Deutsche Cannabis AGA0BVVK
Vinci S.A.867475
QIAGEN N.V.A2DKCH
HHLA AG (Hamburger Hafen und Logistik)A0S848
LION E-Mobility AGA1JG3H
Piraeus Bank SAA2ABDY
Deutsche Bank AG514000
Samsung888322
Bechtle AG515870
Daimler AG710000
PUMA SE696960